Ante Covic am 25.8.19 im Berliner Olympiastadion (Bild: imago images/Eibner)
Bild: imago images/Eibner

Heimpleite gegen Wolfsburg - Bitterer Covic-Einstand im Olympiastadion

Trotz Investorenmillionen und einem Rekordtransfer setzte es für Hertha im ersten Heimspiel gegen Wolfsburg eine 0:3-Klatsche. Ein herber Dämpfer. Phasenweise deutete die Mannschaft aber an, dass Ante Covics Beförderung aufregenden Fußball verspricht. Von Till Oppermann

 

"In der ersten halben Stunde haben wir einen sehr guten Ball gespielt." Nach Abpfiff war es dem geknickten neuen Hertha-Coach Ante Covic wichtig zu betonen, dass die hohe 0:3-Niederlage nicht unbedingt der Leistung seines Teams entsprach. Und er hatte Recht.

Die 42.738 Zuschauer – knapp 10.000 weniger als beim Heimspielauftakt in der letzten Saison – bekamen direkt zu Beginn ein sportliches Spektakel geboten. Nach zwei Elfmetersituationen, bei denen die Berliner einmal nach Videobeweis und einmal gegen den Wolfsburger Wout Weghorst den Kürzeren zogen, stand es ab der siebten Minute 1:0 für die Gäste.  

Hertha beirrte das kaum. Sobald die Wolfsburger den Ball kontrollierten, setzten die Berliner  dagegen. Rekik und Stark, Herthas letzte Absicherung, positionierten sich an der Mittellinie. "Wir haben Wolfsburg nicht zur Entfaltung kommen lassen", betonte Maximilian Mittelstädt. Nach Ballgewinnen in der gegnerischen Hälfte kombinierten die Berliner besonders über die rechte Seite mit Hackentricks und schnellen Pässen, was so manches Raunen und Staunen im Olympiastadion entfachte.  

Die Chancen nicht genutzt

"Letztendlich haben wir das Tor nicht gemacht", sagte Mittelstädt, der damit Herthas Kernproblem an diesem sommerlichen Sonntagabend auf den Punkt brachte. Großchancen von Salomon Kalou und Marko Grujic blieben ungenutzt. Nach der Trinkpause kurz vor der 30. Minute, die Schiedsrichter Guido Winkmann wegen Temperaturen um die 30 Grad Celsius gewährte, fingen sich die Wolfsburger etwas. Bis zur Halbzeit passierte dann nichts mehr.

Auf der Anzeigetafel im Olympiastadion steht die Zuschauerzahl (Quelle: imago images / Matthias Koch)
Zum Saisonstart war das Olympiastadion schon mal voller | Bild: imago images / Matthias Koch

Nach Wiederanpfiff attackierten die Herthaner nicht mehr so früh und konsequent, was der VfL nutzte, um sich etwas Luft zu verschaffen. In der 60. Minute zog Covic dann seinen ersten Joker: Davie Selke ersetzte Vladimir Darida. Doch der Wechsel verpuffte, weil sich Vedad Ibisevic und Selke mehrmals gegenseitig im Weg standen. Hertha BSC spielte immer offensiver, erspielte sich aber keine ernsthaften Chancen. Auch die weiteren Einwechslungen von Daishawn Redan und Eduard Löwen brachten keine neuen Impulse. Wolfsburg konzentrierte sich letztlich erfolgreich auf Konter - zunächst traf Josip Brekalo zum 0:2, in der Nachspielzeit markierte Jerome Roussillon das Endergebnis.

Hertha-Coach Covic richtete direkt nach Abpfiff seinen Blick nach vorn: "Es gilt jetzt für uns aufrecht zu bleiben und weiter zu arbeiten. Und ein anderes Gesicht zu zeigen, was Effektivität betrifft.“ Auch Außenverteidiger Mittelstädt will positive Lehren aus dem Spiel ziehen. Er lobte die fußballerische Weiterentwicklung der Mannschaft im Sommer. Sein Wunsch: Auf Schalke sollte Hertha: "wieder unseren Fußball spielen."

Lars Windhorst (mitte) auf der Tribüne beim Spiel gegen Wolfsburg. Quelle: imago images/Matthias Koch
Auch Herthas neuer Investor Lars Windhorst (weißes Hemd) ließ sich das erste Heimspiel nicht entgehen. | Bild: imago images/Matthias Koch

Herthas Plan mit Covic

In der ersten Halbzeit konnten die Zuschauer erahnen, was sich die Führungsetage um Michael Preetz von Covics Verpflichtung erhofft. Hertha will hip sein. Der eher biedere Fußball unter Vorgänger Pal Dardai mochte dazu nicht mehr so recht passen. Covic hingegen schätzen die Verantwortlichen seit seiner Zeit bei der zweiten Mannschaft als offensiv denkenden Coach.

Preetz‘ Rechnung ist einfach: Attraktiverer Fußball soll die Fans mitreißen und zu den Spielen bringen. Nur mit einer stimmungsvolleren Atmosphäre kann es Hertha gelingen, das Lebensgefühl der Stadt zu treffen und den Ansprüchen der eigenen Werbung gerecht zu werden. Seit zwei Jahren lautet Herthas Marketingmotto "Die Zukunft gehört Berlin", mit seiner Stadtteil- und Bezirkskampagne positioniert sich der Verein bewusst als Club für alle Berliner. Besonders nach dem Aufstieg des Stadtrivalen Union, wird es für Hertha noch schwieriger, Zuschauer ins zugige Olympiastadion zu locken.  

Sendung: rbb24, 25.08.2019, 21:45 Uhr

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Beitrag von Till Oppermann

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3 Kommentare

  1. 3.

    "Trotz Investorenmillionen" ?
    Lieber RBB, ist mir etwas entgangen oder hat Hertha jetzt Messi und Ronaldo gekauft ?
    Nein, d.h. solange nicht solcherart oder überhaupt Superstars kommen nützen auch die ganzen Millionen nix, sprich da kann man nicht mehr erwarten !

  2. 1.

    In beiden Spielen verursacht Grujic je einen Elfmeter. Vielleicht mal 2 Spiele Denkpause, denn das Verlhalten kostet Punkte, damit Tabellenplätze, damit Millionen.

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