Der Ex-Dortmunder und Neu-Unioner Neven Subotic (Bildmitte) und seine Mannschaftskameraden vom 1. FC Union Berlin empfangen am Samstag Borussia Dortmund. (Quelle: imago-images/Stefanie Fiebrig/Matthias Koch)
Audio: Inforadio | 31.08.2019 | Jakob Rüger | Bild: imago-images/Stefanie Fiebrig/Matthias Koch

BVB zu Gast bei Union - Kein Spiel wie jedes andere

Für die Fans des 1. FC Union jagt ein Highlight das Nächste. Am Samstagabend ist Tabellenführer Borussia Dortmund zu Gast in Köpenick. Für Neven Subotic wird es eine emotionale Reise in die Vergangenheit. Von Jakob Rüger

Die Fans des 1.FC Union staunten nach der 0:4 Pleite zum Bundesligaauftakt gegen RB Leipzig nicht schlecht. Mitten unter ihnen, in der vollen Berliner S-Bahn, stand Neven Subotic. Unions Innenverteidiger war mit Rucksack auf dem Weg nach Hause. Schon in Dortmund war Subotic häufiger in den öffentlichen Verkehrsmitteln gesehen worden. Bei der Borussia haben die Fans schnell gemerkt: Der 30-Jährige ist ein besonderer Spieler. Entsprechend groß ist die Verehrung für den langen Innenverteidiger. Als Subotic vor zwei Jahren im Trikot des 1. FC Köln gegen die Dortmunder spielte, wurde er minutenlang von den schwarz-gelben Fans gefeiert.

Neven Subotic wird von den BVB-Fans gefeiert (Quelle: imago images / Moritz Müller)
Kein schwarz-gelbes Trikot, Applaus gibt es trotzdem: Neven Subotic wird 2017 als Kölner von den BVB-Fans und der Mannschaft gefeiert. | Bild: imago images / Moritz Müller

Neun Jahre im BVB-Trikot

"Das war einer der emotionalsten Momente meiner Karriere", erinnert sich Subotic, der damals allein vor der riesigen Südtribüne stand. "Ich war sprachlos, es hat mir den Atem verschlagen. Diese Wertschätzung zu erleben, ist einzigartig." An diesem Wochenende trifft er wieder auf den BVB, diesmal allerdings im Trikot des 1. FC Union. Es wird ein ganz besonderes Spiel werden, denn Neven Subotic hat eine spezielle Beziehung zu Borussia Dortmund. Neun Jahre spielte er für die Schwarz-Gelben. "Der BVB ist Teil meines Seins, weil ich da Momente erlebt habe, die nur eine Handvoll Fußballer erleben und das verbindet mich für die Ewigkeit mit diesem Verein."

Das verlorene Champions-League Finale in London gegen die Bayern. Zwei Meisterschaften und zwei Pokalsiege, die mit 600.000 Fans rund um den Borsigplatz gefeiert wurden. Das prägt einen Spieler, weiß auch Unions Trainer Urs Fischer: "Das da gewisse Gefühle da sind ist doch klar. Ich bin mir aber sicher, Neven wird die Gefühle für die 90 Minuten vergessen." Zu wichtig ist das Heimspiel gegen den BVB für die Köpenicker, schließlich warten die Union-Fans immer noch auf den ersten Bundesligasieg. Dortmund könnte ein guter Gegner sein.

"Wir brauchen Selbstvertrauen"

Zweimal haben sich beide Mannschaften im DFB-Pokal getroffen. Beide Male schied Union zwar aus, hatte nach 90 Minuten aber auch nicht verloren. (2016/17: 0:3 im Elfmeterschießen, 2018/19: 2:3 nach Verlängerung). "Natürlich nimmt man dieses Gefühl mit", sagt Fischer. "Man kann Bundesliga und Pokal nicht vergleichen, aber das sollte uns trotzdem Selbstvertrauen geben und das brauchen wir, wenn wir eine Chance haben wollen." Der Trainer fordert Mut und Entschlossenheit. Die Fehler aus dem Auftaktspiel gegen RB Leipzig, als Union den Gästen zu viel Platz ließ und nur kopflos hinterherlief, sollen sich nicht noch einmal wiederholen.

Keinen Kontakt zu den BVB-Kollegen

Ausgerechnet jetzt fällt mit Mittelfeldspieler Grischa Prömel einer der bislang konstantesten Union-Spieler verletzungsbedingt aus. Ein Einsatz des angeschlagenen Christian Gentner ist fraglich, das macht die Aufgabe gegen Borussia Dortmund nicht leichter. "Die Chancen sind nicht hoch, aber es gibt sie", sagt Neven Subotic, der zu den erfahrensten Spielern im Union-Kader gehört. "Als Unioner geht es darum, auf eine Überraschung hinzuarbeiten. Es ist nur ein Fußballspiel und das will ich unbedingt gewinnen." Neven Subotic ist nun Unioner, daran lässt er keine Zweifel, die Liebe zu Borussia Dortmund wird am Samstag ab 18:30 Uhr ruhen.

Zu seinen ehemaligen Kollegen Marco Reus oder Mats Hummels hat er unter der Woche keinen Kontakt gehabt. "Ich habe keine Zeit, mit den Jungs zu telefonieren. Ich habe genug zu tun, die ganzen Kartenanfragen zu bearbeiten." Auch für die Union-Spieler sind Tickets rar. Das Stadion an der Alten Försterei ist zum Bundesligatopsspiel restlos ausverkauft. Wer ein Ticket hat, sollte auf der Heimfahrt allerdings mal genau hinschauen, vielleicht steht Neven Subotic wieder in der S-Bahn, auf dem Weg nach Hause. 

Sendung: rbb UM6, 29.08.2019, 18 Uhr

Beitrag von Jakob Rüger

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1 Kommentar

  1. 1.

    Freue mich auf das Spiel.

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