Fans des 1. FC Union Berlin (Quelle: imago images / Matthias Koch)
Bild: imago images / Matthias Koch

Stimmungsprotest geplant - Union-Ultras wollen gegen Leipzig 15 Minuten schweigen

Organisierte Fans von Union Berlin haben einen Stimmungsprotest gegen RB Leipzig zu Beginn des ersten Bundesligaspiels angekündigt. Die Ultragruppierung Wuhlesyndikat 2002 schrieb am Freitag auf ihrer Internetseite, neben einer "optischen Aktion" als "Zeichen des Unmuts" die ersten 15 Minuten der Partie am Sonntag schweigen zu wollen.

"Fällt uns allen besonders schwer"

"Wir wissen, dass dieser Stimmungsboykott, gerade zu diesem historischen Spieltag, uns allen besonders schwer fällt. Jedoch ist es genau deshalb so wichtig, diesen in dieser Form aufrechtzuerhalten und fortzusetzen", heißt es in dem Schreiben. RB Leipzig sei ein Konstrukt, "das mit unserer Vorstellung von Fußball absolut nichts gemein hat." 

Es gelte daher "den Protest weiter konsequent ins Stadion zu tragen und zu zeigen, dass wir mit der Idee vom Fußball in Leipzig nicht einverstanden sind." Das Team des Aufsteigers und der Verein seien über das Vorhaben informiert. Damit sei klar, dass sich die Aktion nicht gegen die eigene Mannschaft richtet.

Proteste bereits in der Vergangenheit

Schon bei den vergangenen Auftritten in der zweiten Bundesliga hatten Union-Anhänger gegen RB Leipzig protestiert. Zuletzt trafen die Teams im Februar 2016 aufeinander. Man stehe für einen "Fußball, der geprägt ist von Mitbestimmung, Treue, Stehplätzen, Emotionen, Financial Fairplay, Tradition, Transparenz, Leidenschaft, Geschichten, Unabhängigkeit und Ehrenamt. Wie wir alle wissen, sind das Werte, die vom Konstrukt aus Leipzig mit Füßen getreten werden", begründeten die Union-Ultras ihre Pläne.

Union Berlin startet am 18. August (18 Uhr) gegen RB Leipzig in seine erste Bundesliga-Saison.

Sendung: Inforadio, 09.08.2019, 18:15 Uhr

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14 Kommentare

  1. 14.

    Ich bin zu den genannten Punkten (Sponsor, Brauseclub, etc.) auch sehr kritisch, aber ein Boykott, was soll das - wer das eine will, muss auch das andere mögen? Zumal die "Fangruppierungen" das Privileg gepachtet haben für alle zu sprechen, ich hab übrigens keinen darum gebeten, die sind genau solche Selbstdarsteller bzw. haben ein ähnliches Geltungsbedürfnis, wie die, die sie an den Pranger stellen. Ich bin seit 1997 Mitglied (stand schon immer Waldseite Sektor 2) bei Union, ich habe damals am Bahndamm Karten verkauft weil der Gerichtsvollzieher im mit im Kassenhäuschen saß, war bei strömenden Regen einer von knapp 1000 Zuschauern auf der Waldseite (ohne Dach, ohne WS und deren Choreo, ohne Pyros und den ganzen kram) mit Spaß am Union-Fußball. Heute muss ich hinterm Tor die Megafonbedröhnung , das kindische Gerangel, die vermummten Feiglinge mit Pyros (welche uns bewusst uns mit gefährden) ertragen, und wehe man mach nicht mit oder beschwert sich gar... Alles Kindergarten!

  2. 13.

    Solln sie schweigen, solange sie wenigstens das kokeln sein lassen.

  3. 12.

    "Boykott" u. "Protest", indem man hingeht. Sehr scharfsinnig. Es soll also gegen den Kommerz von einem, ernsthaft einem, anderen Verein gehen? Und das äußert man als Fans eines Vereins, der sich in einer von Gentrifizierung teils bereits segregierten Stadt nicht nur einen Immobilienkonzern als Sponsor aussucht - schließlich hat niemand den Verein gezwungen, gerade diesen Sponsor zu wählen. Nein, man ignoriert auch dreist die Investmentbanking-Giganten Black Rock, die in alles, aber auch wirklich alles investieren. Auch "Giganten" ist wörtlich gemeint. Die in der griechischen Mythologie sind kolossal gescheitert...

    Und dann diese lächerliche Selbstinszenierung an der Realität vorbei. Zu "Financial Fairplay" habe ich mich schon geäußert. "Mitbestimmung", "Treue"? Fragt mal diejenigen, die keine Karte haben, weil sie weder Mitglied noch Dauerkartenbesitzer*in sind. "Transparenz"? Der aktuelle Sponsor ist dies für Teile Unions seit Jahren.

  4. 11.

    Lieber Wernotto in blau weiß! Wenn mich ein Diskussionspartner von vornherein als "dumm" bezeichnet, ist das keine sehr schöne Grundlage. In einem Thema, welches dich eigentlich gar nicht interessiert, wirst du hier ziemlich ausfallend. Hauptsache erstmal alle beschimpft. Ich glaube nicht, daß du dir das trauen würdest, wenn du mir gegenüber stehen würdest. Überdenke bitte deine Wortwahl...

  5. 10.

    Dann bitte ich das aber konsequent auch bei Bayer Leverkusen, Wolfsburg (VW) und Hoffenheim (SAP) durchzuführen.

  6. 9.

    Welche Fußballkultur? Die deutsche, die seit Jahren bei keinem Verein mehr existent ist? Weil es ohne den neuen, zugegebenermaßen nicht optimalen Weg, gar nicht mehr geht? Wenn ich mir die neuen windigen Sponsoren der Berliner Vereine anschaue, dann Gute Nacht, aber wer oben mitspielen will kommt nicht daran vorbei. Unnötige und Überflüssige Aktion, die Union Ultras sollen ihre Mannschaft wenigstens die eine Spielzeit Bundesliga unterstützen. Die Zeit kommt nie wieder.

  7. 8.

    Charakter zeigen ist im Leben wichtiger, als sich anzupassen. Ich stehe hinter dieser Idee auch wenn wir dadurch. dieses Spiel verlieren würden. Sie setzt ein Zeichen für andere.

  8. 7.

    "Spätestens, wenn sich kein Zuschauer im Stadion mehr rührt, das Stadion nicht bunt sondern einheitlich grau wirkt ..."

    Ich habe bei zwei Auswärtsfahrten zu Spielen bei RB Leipzig dort eine Lautstärke der Fans, eine Stimmung und eine Fußballbegeisterung erlebt wie zuvor schon längere Zeit in keinem Bundesligastadion mehr.

  9. 6.

    Hèj Leute, wie dumm seit Ihr eigentlich. Ihr schadet doch nur der eigenen Mannschaft wenn ihr schweigt. Oder glaubt Ihr wirklich, das Ihr damit irgend jemand beeindruckt. Gott sei Dank bin ich ein Blau Weisser und muss mit diesen Fans nicht leben!

  10. 5.

    Das ist kein Quatsch, das hat mit dem Erhalt der Fußballkultur zu tun. Die Kommerzialisierung im Fußball ist zwar nicht aufzuhalten. Desto wichtiger ist der Erhalt der Fan-& Fußballkultur in den Stadien. Spätestens, wenn sich kein Zuschauer im Stadion mehr rührt, das Stadion nicht bunt sondern einheitlich grau wirkt wird auch das tv Publikum feststellen, dass es langweiliger wird.

  11. 4.

    Ich denke auch dass dieses der Falsche Weg ist...historischer Moment....erste Liga...und die Fans schweigen....und erste Liga ist nun einmal auch Wirtschaft...jeder Verein hat seine Geldgeber,ohne geht es nicht,ob einer das Geld gibt und viele Sponsoren.

  12. 3.

    Ihr Unionfans seid so super, super, super. Ich hoffe Leipzig führt nach 15 Minuten mit 5:0. Geht zurück in die vierte Liga! Ach nein, da paßt euch womöglich Altglienicke nicht. Liebe Fans des ach so traditionalistischem 1.FC Union - Laßt die Mannschaft einfach Fußball spielen.

  13. 2.

    Es ist schön, das Union in der ersten Liga spielt, aber ein Spiel wird auf dem Platz mit Beon und Köpfchen entschieden. Wenn die Fans immer noch meinen eine Mannschaft boykottieren zu wollen, müssten sie es bei allen tun. Von den Einahmen im Stadion kann auch Union nicht leben. Überall gibt es Sponsoren und Spieler, die auch nur für mehr Geld und dem bekannteren Manschaftsnamen weggehen. Aber eigentlich ist mir Fussball herzlich egal, auch dort gibt es kaum noch Toleranz bei den sogenannten Ultras.

  14. 1.

    Was für ein Kinderquatsch. Ich freue mich auf eine spannende Saison.

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