Ben Meyer (rechts) im Zweikampf mit dem Leipziger Robert Berger. Quelle: imago images/Beautiful Sports
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Video: rbbUM6 | 17.08.19 | 18:00 Uhr | Sebastian Meyer | Bild: imago images/Beautiful Sports

Umstrittener Platzverweis - Energie Cottbus verliert in Unterzahl bei Lok Leipzig

Energie Cottbus hat in der Regionalliga Nordost einen Rückschlag hinnehmen müssen. Die Wollitz-Elf verlor ihr Auswärtsspiel bei Lok Leipzig mit 2:3. Zwar gingen die Lausitzer zunächst in Führung, nach einer strittigen Schiedsrichterentscheidung kippte das Spiel aber.  

Nach dem Pokal-Kracher gegen Bayern München kehrte am Samstagnachmittag wieder der Alltag ein bei Energie Cottbus. Die Lausitzer mussten am vierten Spieltag der Regionalliga Nordost bei Lok Leipzig antreten. Das bedeutete weniger Zuschauer, ein weitaus geringeres Medieninteresse und Duelle gegen Spieler wie Schulze und Salewski und nicht Müller und Lewandowski. Trotzdem hatte sich die Mannschaft von Claus-Dieter Wollitz fest vorgenommen, den emotionalen Schwung aus dem hoffnungsvollen Auftritt gegen den Rekordmeister mit in die Liga zu nehmen.

Das gelang der Mannschaft von Claus-Dieter Wollitz nur phasenweise. Zwar gingen die Lausitzer im Spitzenduell der Reginalliga Nordost zunächst in Führung. Nach einer strittigen Schiedsrichterentscheidung mussten die mitgereisten Energie-Fans aber mitansehen, wie ihre Mannschaft in Unterzahl die Kontrolle über das Spiel verlor und Leipzig die Partie drehte - und aus einem 0:2 noch einen 3:2-Heimsieg gegen Cottbus schaffte. 

Moser zwei Mal stark - Aufreger vor der Halbzeit

Die Begegnung begann schwungvoll mit Torraumszenen auf beiden Seiten. Die beste Chance hatten die Gastgeber bereits nach zwei Minuten. Nach einer Flanke von Aykut Soyak kam Matthias Steinborn im Strafraum an den Ball. Der schon nach dem Spiel gegen Bayern München hochgelobte Cottbuser Torwart Lennart Moser parierte den Abschluss stark. Auch im Anschluss blieb Leipzig die feldüberlegene Mannschaft. Doch auch Cottbus setzte immer wieder durch schnelle Konter Akzente in der Offensive, gute Torchancen erspielten sich die Lausitzer aber zunächst nicht.

In der 24. Minute musste hingegen erneut Lennart Moser sein gesamtes Können unter Beweis stellen. Paul Schinke schloss aus knapp 20 Metern gut ab, Moser konnte den Ball gerade noch aus dem rechten Toreck fischen. Wenige Minuten später kam dann Cottbus zur ersten großen Torchance des Spiels (33.). Moritz Broschinski spielte den Ball von der Torauslinie gut in den Rückraum, wo Berkan Taz als Abnehmer wartete. Den Schuss des 20-Jährigen rettete Lok-Verteidiger Patrick Wolf sensationell mit dem Kopf auf der Linie.

Aufregung vor dem Pausenpfiff

Der größte Aufreger der ersten Halbzeit folgte aber erst wenige Minuten vor dem Pausenpfiff. Nach einem überharten Einsteigen des Leipzigers Dabid Urban gegen Jan Koch kam es vor der Cottbuser Bank zu einer Rudebildung. Der Schiedsrichter zeigte dem Cottbuser Ben Meyer nach einem Stoßen die rote Karte, Koch kam hingegen ungestraft davon - eine Fehlentscheidung.  

Cottbus schaffte es allerdings den Frust in positive Energie umzuwandeln und kam nur wenige Sekunden nach roten Karte zur etwas überraschenden Führung. Felix Brügmann besorgte in der 44. Minute das 1:0, das zugleich den Halbzeitstand markierte.

Auch nach Wiederanpfiff blieben die Lausitzer trotz der Unterzahl zunächst weiter am Drücker und belohnten sich mit dem 2:0. Nur zwei Minuten nach dem Wiederbeginn erhöhte Marcel Hoppe nach einer Flanke von Dimitar Rangelov die Führung.

Leipzig verkürzt

Doch dieses Mal reagierte auch Leipzig schnell. In der 53. Minute schaffte es Romario Hajrulla Torwart Moser zu überwinden. Der Schlussmann bekam zwar noch eine Hand an den Ball, konnte diesen aber nicht mehr am Tor vorbeilenken. Trotzdem blieb Cottbus weiterhin mutig. Die Wollitz-Elf versuchte durch eigenes Offensivspiel, den Gegner vom Tor fernzuhalten und den Vorsprung so zu halten. Der Druck der Gastgeber wurde dennoch von Minute zu Minute größer. Immer wieder spielten die Gastgeber schnell vor das Cottbuser Tor und so traf Lok-Stürmer Djamal Ziane in der 63. Minute zum 2:2-Ausgleich für Leipzig. Nach einer Flanke von Leon Heynke sprang der 27-Jährige im Strafraum am höchsten und köpfte zum Ausgleich für seine Mannschaft ein.

Und es kam noch schlimmer für Energie: In der 69. Minute war es erneut Ziane, der für Leipzig traf und so das Spiel drehte. Die Leipziger Überzahl wurde nach der 60. Minute deutlich, die Unordnung in der Lausitzer Hintermannschaft größer. "In Unterzahl und nach dem anstrengenden Spiel am Montag ist meine Mannschaft nach dem 1:2 immer mehr unter Druck geraten", erkannte auch Trainer Claus-Dieter Wollitz

Energie schaffte es nicht, noch einmal in das Spiel zurückzufinden. Die Wollitz-Elf muss nach dem emotionalen Highlight im DFB-Pokal einen Rückschlag in der Liga hinnehmen und rutscht in der Liga auf den sechsten Tabellenplatz ab. Lok Leipzig springt durch den Sieg hingegen an die Tabellenspitze. "Die für mich bessere Mannschaft mit der besseren Spielanlage, Energie Cottbus, hat verloren", sagte ein enttäuschter Claus-Dieter Wollitz nach dem 2:3. Der Trainer zeigte sich gerade mit der roten Karte gegen Meyer unzufrieden.

Sendung: rbbUM6, 17.08.19, 18:00 Uhr

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5 Kommentare

  1. 4.

    Hallo Bohne,

    dieser komische Verein bringt gegen Rot-Weiß-Erfurt 6.700 zahlende Zuschauer ins Stadion.
    Selbst wenn man alle Berliner RL-Vereine zusammen nimmt, kommen die in eurer 3,5 Millionen-Stadt nicht mal auf die Hälfte.

  2. 1.

    Gibt es eigentlich in der Regionalliga nur Energie Cottbus???

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