Berlins Yannis Becker und Jonathan Clauss von Arminia Bielefeld kämpfen um den Ball (Quelle: dpa/Andreas Gora)
Video: rbb24 | 10.08.2019 | Simon Wenzel | Bild: dpa/Andreas Gora

DFB-Pokal | 0:1-Niederlage in der 1. Runde - Viktoria scheitert knapp an Bielefeld

Sie haben sich gut geschlagen, doch am Ende hat es nicht gereicht: In einer phasenweise mitreißenden DFB-Pokal-Partie unterlag Außenseiter Viktoria Berlin Zweitligist Arminia Bielefeld mit 0:1. Dabei war der Regionalligist alles andere als chancenlos.

Regionalligist Viktoria Berlin hatte in der 1. Runde des DFB-Pokals auf eine Überraschung gehofft, doch am Ende verpasste die Mannschaft diese knapp. Am Samstagnachmittag unterlagen die Berliner im Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportpark vor 4.503 Zuschauern gegen den Zweitligisten Arminia Bielefeld mit 0:1 (0:1).

"Klar sind wir enttäuscht", sagte Viktoria-Trainer Bendetto Muzzicato und analysierte: "Wir hatten gerade in den ersten Minuten zu viel Respekt."

Bielefeld geht früh in Führung

Denn bei den Berlinern lag der Fokus vor allem auf der Defensive, entsprechend gestalteten die Gäste zunächst das Spiel. Und die vom Ex-Unioner Uwe Neuhaus trainierten Bielefelder kamen nach einer Viertelstunde ausgerechnet durch einen weiteren Ex-Berliner zur ersten guten Chance. Marcel Hartel, der in der vergangenen Saison mit Union den Bundesliga-Aufstieg schaffte, kam aus halbrechter Position frei zum Schuss. Viktoria-Torwart Stephan Flauder parierte - war kurz darauf aber machtlos.

Nach einer Ecke stand Bielefelds Andreas Voglsammer (15. Minute) völlig frei und traf per Kopf zur 1:0-Führung.

Viktoria-Torwart Stephan Flauder sitzt nach einem Gegentor enttäuscht im Tor (Quelle: imago images / Jan Huebner)
Viktorias Torhüter Stephan Flauder sitzt nach dem Gegentreffer enttäuscht im Tor. | Bild: imago images / Jan Huebner

Viktoria setzt auf schnelles Umschaltspiel

Doch das Team von Trainer Benedetto Muzzicato ließ sich davon nicht entmutigen. Immer wieder deuteten die Berliner an, wie sie gegen den Zweitligisten erfolgreich sein wollen: mit schnellem Umschaltspiel nach Ballgewinn. Und das machten sie dann auch gleich mal vor. 

Ein langer Ball landete bei Cimo Röcker (19. Minute), der ihn direkt annahm. Doch der 25-Jährige konnte ihn nicht richtig kontrollieren und so ging sein Schuss deutlich über das Tor. Kurz darauf scheiterte Rafael Brand (23. Minute) aus sehr spitzem Winkel am Bielefelder Torwart.

Berliner Becker vergibt beste Chance

Nach einer Ecke ging dann ein Raunen durch die Fankurve der Berliner. Der Ball wurde vom Kopf des Bielefelders Fabian Klos weitergeleitet und landete plötzlich vor den Füßen von Viktorias Yannis Becker (27. Minute). Doch der Abwehrspieler scheiterte zum Leidwesen der Fans an Torwart Stefan Ortega. "Wir müssen daran arbeiten, dass wir effektiver werden", konstatierte Coach Muzzicato später. Weil auch Marcel Hartel (37. Minute) aus kurzer Distanz erneut das Tor verfehlte, ging es beim Stand von 0:1 aus Berliner Sicht in die Pause.

Viktoria-Trainer Benedetto Muzzicato gestikuliert (Quelle: imago images / Contrast)
Viktoria-Trainer Benedetto Muzzicato musste die knappe Niederlage seiner Mannschaft gegen Bielefeld hinnehmen. | Bild: imago images / Contrast

Verteidiger Kapp verhindert das 0:2

Dass auf der Anzeigetafel nur wenige Minuten nach dem Wiederanpfiff keine Zwei auf Seiten der Gäste stand, war dann vor allem Patrick Kapp zu verdanken. Denn als nach einer Ecke wildes Durcheinander im Strafraum herrschte, lenkte Bielefelds Joakim Nilsson (50. Minute) den Ball per Kopf aufs Tor, wo der Berliner ihn reaktionsschnell von der Linie kratzte.

Highlights wie diese sahen die Zuschauer im Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportpark nun aber nur noch selten. Die Berliner setzten nicht mehr so zielstrebig ihren Plan um, auf der anderen Seite wirkten die Nordrhein-Westfalen etwas einfallslos.

"Ich glaube, wir können mehr"

In der Schlussphase drängte Viktoria zwar auf den Ausgleich, spielte aber häufig zu unpräzise, um den Bielefeldern wirklich noch gefährlich zu werden. Die beste Chance vergab Patrick Kapp (70. Minute) bei einem Freistoß aus etwa 18 Metern, als der Ball deutlich rechts am Tor vorbeiflog.

"Ganz zwingend wurden wir nicht", musste sich auch Viktorias Kapitän Marcus Hoffmann enttäuscht eingestehen. "Ich glaube, wir können mehr – und das wissen wir alle. Wir bekommen das Tor durch eine Standardsituation, das ist natürlich richtig bitter. Wenn sie dich ausspielen und du nichts machen kannst, okay. Mein Gefühl ist, das mehr drin war."

Viktoria trotz geringem Zuschauerinteresse nicht enttäuscht

Dieses Gefühl hatten die Berliner im Vorfeld auch in Bezug auf das Zuschauerinteresse. 20.000 Menschen wollten sie ins Stadion locken, mit 10.000 hatten sie zumindest vor einigen Tagen noch gerechnet. Am Ende waren es sogar weniger als die Hälfte. "Trotzdem glaube ich, dass die Stimmung gut war und viele mit der Viktoria sympathisiert haben", so Trainer Muzzicato.

Sendung: rbb UM6, 10.08.2019, 18 Uhr

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