Hertha-Fans
Bild: imago/onsapix

Absolute Zahlen der Polizei - Hertha hat von Berliner Vereinen die meisten Problemfans

Hinter der "Datei Szenekunde Sport" verbirgt sich eine Liste, in der die Berliner Polizei gewaltbereite und gewaltsuchende Fans führt. Die meisten Problemfans insgesamt hat Hertha BSC. Die meisten gewaltsuchenden Fans sind bei einem anderen Verein zu Hause.  

Bei der Berliner Polizei sind 485 beschuldigte Fußball-Gewalttäter von Hertha BSC registriert. Darunter 61 mit gewaltsuchendem Potential - sogenannte Kategorie-C-Fans. Das geht aus einer Antwort der Senatsinnenverwaltung auf die Anfrage des Abgeordneten Niklas Schrader (Linke) hervor.  

Die Anhänger wurden seit 2017 im Zusammenhang mit Ausschreitungen, unter anderem bei Fußballspielen, registriert und in der Datei "Szenekunde Sport" gespeichert. Dabei differenziert die Polizei zwischen Kategorie B (gewaltbereit) und Kategorie C (gewaltsuchend).

Union Berlin und BFC Dynamo oben mit dabei

Der 1. FC Union Berlin taucht in der Statistik direkt hinter dem Stadtrivalen auf. 389 Anhänger wurden registriert - 65 davon in der Kategorie C.

Der BFC Dynamo spielt zumindest in dieser Liga ganz oben mit: Von 290 Problemfans zählen 100 und somit die meisten in der gesamten Liste zur Kategorie C. Mehr als ein Drittel der aufgeführten Personen wird also von der Polizei als gewaltsuchend eingeschätzt.

Andere Vereine in Berlin kaum relevant

Insgesamt umfasst die Liste 1.182 Personen, fast alle sind Beschuldigte oder Tatverdächtige einer Straftat. Andere Vereine als Hertha, Union und Dynamo spielen in Berlin kaum eine Rolle - vom 1.FC Magdeburg beispielsweise tauchen in der Liste sechs Personen auf oder vom Eishockeyklub Eisbären drei. Mit Pogon Stettin wird auch ein polnischer Klub aufgeführt - zwei Kategorie-C-Fans sind in Berlin registriert.  

Archivbild: 1.FC Union - Union-Fans setzen bei einem Spiel verbotene Pyrotechnik ein. (Quelle: dpa/Ibing)1. FC Union-Fans setzen Pyrotechnik ein.

Sendung: Inforadio, 07.08.2019

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5 Kommentare

  1. 5.

    Lieber Gunar, lieber Alex, danke für die berechtigte Kritik! Wir sind dran, die Überschrift und den Artikel zu überarbeiten.

  2. 4.

    Ich halte die Überschrift auch für missglückt. Ich bin über Sportschau.de auf den Artikel gekommen und habe erstmal gedacht, dass Hertha deutschlandweit die meisten Problemfans hat und nicht nur für Berlin. Jeder, der die Überschrift auf Sportschau.de sieht, wird aber genau das denken. Damit wurde Hertha ein Bärendienst erwiesen.
    Desweiteren muss ich Gunar recht geben. Da Hertha nun mal der größte Berliner Verein ist, ist es auch statistisch zu erwarten, dass Hertha absolut die meisten Problemfans hat. Alles andere wäre eine Überraschung. Gut wäre ein Hinweis auf den relativen Anteil gewesen entweder auf den Zuschauerschnitt (wie Gunar) oder bezogen auf die Mitglieder , da liegt Hertha nämlich knapp hinter Union und Dynamo. Da das aber fehlt, ist die Aussagekraft dieses Artikels ziemlich gering. Schade.

  3. 3.

    Die Überschrift ist irreführend und ein Armutszeugnis, wie Statistiken von Journalisten gelesen werden. Denn bei einem Zuschauerschnitt von 49.318 lag die Quote der "Problemfans" bei 0,98% und "nur" jeder 800. Besucher war gewaltsuchend (sofern er im Stadion war). Das ist nicht schön und auch nicht zu verharmlosen, aber bei diesen Zahlen kann man sich dennoch recht sicher fühlen. Beim BFC lag der Zuschauerschnitt bei 611. Kurz: fast jeder zweite Zuschauer ist gewaltbereit, jeder sechste gewaltsuchend. Natürlich hinkt auch der Vergleich zwischen Zuschauerzahl und Problemsfans, ist aber näher an der Realität als der Artikel.

  4. 2.

    Mein erster Gedanke war, wenn die sogar namentlich bekannt sind, warum bekommen sie dann nicht überall dauerhaft Stadionverbot? Es kann ja nicht im Interesse der Vereine sein, solch ein Klientel im Stadion zu haben.

  5. 1.

    Ist es nicht eigentlich so, daß rein soziologisch betrachtet, der Fußballsport dazu geeignet eine ganz besondere Klientel von 'Fans' und Gewaltbereiten anzuziehen, was man von anderen Sportarten wie Basketball, Volleyball, Eishockey, Formel 1, etc. pp. nun nicht gerade behaupten kann? Oder hört man dort auch ständig von Randale und Polizeieinsätzen wegen so'n paar hundert Idioten? Die beteiligten Vereine kommen einfach für die Polizeieinsätze und die verursachten Schäden auf (können ja gerne die 'verursachenden Fans' in Regreß nehmen) und gut ist. Fans, Besucher, Familien, Fußballbegeisterte, die des Sportes wegen solche Massenveranstaltungen besuchen, mögen sich 'die Jacke bitte nicht anziehen'!

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