Der deutsche Dopplevierer der Männer beim Training (Quelle: imago images / Beautiful Sports)
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Video: rbb UM6 | 29.08.2019 | Jonas Schützeberg | Bild: imago images / Beautiful Sports

Ruder-WM in Linz - Per Doppelschlag nach Tokio

Ab Freitag starten bei den Weltmeisterschaften im Rudern in Linz die Finalläufe. Für das deutsche Team steigen auch zwölf Berliner und Brandenburger in die Boote. In Österreich kämpfen sie natürlich um Medaillen - aber es geht auch um viel mehr.

Hans Gruhne und Karl Schulze können einfach nicht anders. Bei der Physiotherapie nach dem Training im österreichischen Weißensee ist eigentlich Entspannung angesagt, aber Ruhe sucht man in dem kleinen, mit Holz verkleideten Raum vergeblich. Denn während der Potsdamer Gruhne und der Berliner Schulze ordentlich durchgeknetet werden und ihre Arme und Beine mal eine Pause bekommen, steht ihr Mundwerk kaum still. Sie lachen viel, die Stimmung ist gut.

Die Olympia-Qualifikation im Blick

Die beiden Freunde kennen sich schon ewig. Bereits vor 14 Jahren ruderten sie bei Junioren-Wettbewerben gemeinsam um die Medaillen. Mittlerweile sind die beiden 31-Jährigen die ältesten im Boot. "Klar wird von uns vielleicht erwartet, dass wir mit dem Druck besser umgehen, in solchen Rennen, in denen es um alles geht", erzählt Schulze. "Wir versuchen natürlich, den jüngeren im Boot mit unserer Erfahrung so viel wie möglich mitzugeben."

Eines dieser Rennen steht bei den Weltmeisterschaften im österreichischen Linz an. Denn dort geht es für den Doppelvierer und die anderen Boote nicht nur um Gold, Silber und Bronze, sondern auch um die Qualifikation für die Olympischen Spiele 2020 in Tokio. Mindestens Platz acht müssen sie dafür erreichen, das klare Ziel ist eine Medaille.

Potsdamer Gruhne nach Rückkehr unter Druck

Der Potsdamer Hans Gruhne spürt den Druck besonders. Denn das Boot wurde beim letztmöglichen Test vor der WM noch einmal umbesetzt, seitdem sitzt Gruhne wieder auf der Schlagposition. "Ich habe die ganze Zeit gehofft, dass ich nochmal die Chance kriege. Jetzt habe ich sie bekommen mit der klaren Ansage: Es muss Richtung Medaille gehen, sonst bin ich wieder raus." Beim Weltcup-Finale in Rotterdam holte der Doppelvierer Silber. Eine vielversprechende Generalprobe für das WM-Finale am Samstagnachmittag.

Doppelvierer der Frauen will eine Medaille

Unmittelbar vor dem Finale der Männer findet am Samstag der Endlauf im Doppelvierer der Frauen statt. Traditionell ein erfolgreiches Boot, in das ebenfalls eine Potsdamerin zurückgekehrt ist. Weil sich eine andere Ruderin verletzte, rutschte Daniela Schultze nach. Keine leichte Aufgabe für die 28-jährige gebürtige Cottbuserin: "Sie sind viele Kilometer miteinander gefahren und waren schon ein eingespieltes Team."

Auch mit Schultze blieb das Boot erfolgreich, gewann im Juli das Weltcup-Finale in Rotterdam. Bei der WM haben sie zwar ihren Vorlauf am Dienstag nicht gewonnen und müssen daher in den Hoffnungslauf, Chancen auf eine Medaille gibt es dennoch. "Das Ziel ist natürlich, Platz eins bis drei zu belegen. Wenn es für Gold reicht, umso schöner", so die Potsdamerin.

Sechs olympische Bootsklassen verpassen direkte olympische Startplätze

Um nichts anderes als den Sieg geht es auch für den Deutschland-Achter. Das Flaggschiff des Deutschen Ruderverbandes (DRV) mit dem Berliner Steuermann Martin Sauer ist als Titelverteidiger Favorit auf den Titel und qualifizierte sich am Dienstag bereits souverän für das Finale.

Viel Ernüchterung gab es dagegen in anderen Bootsklassen. Neben dem Vierer ohne Steuerfrau mit der Potsdamerin Isabelle Hübener verpassten auch der Einer der Frauen, Zweier ohne Steuerfrau, Zweier ohne Steuermann, der leichte Frauen-Doppelzweier und der Frauen-Doppelzweier vorerst das Ticket für Tokio. 

Korrektur: Paul Gebauer ist für den Potsdamer Ruder Club-Germania aktiv, der jedoch - nicht wie von uns angegeben - in der brandenburgischen Landeshauptstadt, sondern am Großen Wannsee in Berlin ansässig ist. Wir haben diesen Fehler korrigiert.

Sendung: rbb UM6, 28.08.2019, 18 Uhr

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Antwort auf [Naujoks, Kurt] vom 29.08.2019 um 08:27
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1 Kommentar

  1. 1.

    Mal wieder typisch, nur weil unser Club Potsdamer RC - Germania heißt, liegen wir doch nicht in Potsdam. Paul Gebauer ist nicht aus Potsdam sondern aus unserem Club. Aus Berlin, vom großen Wannsee. Einfach schlecht recherchiert

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