Das Steffi-Graf-Stadion im Grunewald. / imago/Claudio Gärtner
Video: rbb UM6 | 09.08.2019 | Sepp Meyer | Bild: imago/Claudio Gärtner

Erste Abstimmung am Samstag - Kehrt das Spitzentennis zurück in den Grunewald?

Das Turnier beim LTTC Rot-Weiß Berlin stand einmal für ganz großes Tennis. Die weltbesten Spielerinnen schlugen im Grunewald auf. Doch vor elf Jahren war Schluss. Nun gibt es Hoffnung auf eine Neuauflage. Am Samstag stimmen zunächst die Vereinsmitglieder ab.

Vom Glanz alter Tage ist nicht mehr allzu viel zu sehen. Nicht nur die Kassenhäuschen könnten einen neuen Anstrich gebrauchen. An dem Ort, an dem bis 2008 die German Open im Tennis ausgetragen wurden, wirkt heute manches etwas marode. Nicht zuletzt Tennislegende Steffi Graf schlug hier immer wieder auf. Neunmal in Folge gewann sie das Turnier - Rekord. Das Stadion, das 7.000 Zuschauer fasst, trägt ihren Namen.

Schon bald könnte es sein, dass die Pinsel in die Hand genommen werden müssen, weil wieder Tausende Menschen an den Kassenhäuschen stehen. Die schillernde Welt der Women's Tennis Association (WTA) soll mit ihren besten Spielerinnen zurückkehren auf das Gelände des Rot-Weiß LTTC Berlins. Noch ist das allerdings nur eine Idee.

Der Beginn? Bereits im Jahr 2020. "Ein sehr enger Zeitrahmen", sagt Hans-Jürgen Pohmann. Der 72-Jährige war früher selbst Tennisprofi, begleitete den Sport als ARD-Experte und ist Mitglied beim LTTC. "Es soll ein Ein-Millionen-Dollar-Turnier sein", sagt er.

Rasen statt Sand

Dafür müsste sich einiges ändern. Etwa der Belag. Früher waren die German Open ein Sandplatz-Turnier. Die Neuauflage soll hingegen als Vorbereitungsturnier auf Wimbledon etabliert werden - der Rasen-Klassiker. Zumindest drei der insgesamt 16 roten LTTC-Plätze müssten feinem, exakt geschorenem Grün weichen. Diese Veränderung treibt viele LTTC-Mtglieder um. Am Samstagabend will der Verein ein Stimmungsbild einholen.

Carola vom Burg sei eigentlich dagegen, sagt sie dem rbb. "Dann fehlen natürlich drei Plätze. Die können ja nicht bespielt werden, die müssen das ganze Jahr gepflegt werden." Und das ist nicht der einzige Nachteil, sagt sie. "Die Kosten werden viel zu hoch sein." Auch in ihrem Umfeld höre sie, dass die meisten negativ eingestellt seien.

Ich bin dafür, dass es gemacht wird. Ich will, dass Berlin mal wieder ein großes, angesehenes und internationales Turnier bekommt.

Frank Hemprich, LTTC-Mitglied

Frank Hemprich, ebenfalls im Tennisverein, sieht das allerdings anders. "Ich bin dafür, dass es gemacht wird." Er will, dass Berlin "mal wieder ein großes, angesehenes und internationales Turnier bekommt." Den Verzicht auf drei Plätze hält er für verkraftbar. "Ich bin seit langen Jahren Mitglied hier im Club. Ich glaube, mit der Auslastung der Plätze haben wir keine Probleme. Auch wenn drei wegfallen."

Trainingsmöglichkeiten im Olympiapark?

Eng verknüpft ist die Idee des Turniers mit dem Namen Edwin Weindorfer. Der Österreicher hält mit seiner Vermarktungsagentur unter anderem die Lizenz für die Mallorca Open. Allerdings will er die Baleareninsel verlassen. Das Steffi-Graf-Stadion an der Hundekehle scheint eine verlockende Option. "Wir sind seit Monaten in Gesprächen mit Vertretern des Clubs, mit der WTA und mit Wimbledon. Berlin ist ein absolut interessanter Kandidat", hatte Weindorfer bereits im Juni im Gespräch mit der Nachrichtenagentur DPA bekräftigt.

Um das Turnier ausrichten zu können, müssten Rot-Weiß neben drei Turnierplätzen drei weitere Trainingsanlagen mit Rasenbelag schaffen. Der Senat würde wohl helfen. Im Gespräch ist hierfür die Tennisanlage im Olympiapark. Pohmann sagt dem rbb: "Der zuständige Staatssekretär für Sport, Aleksander Dzembritzki, hat auf einer Informationsveranstaltung gesagt, der Senat würde die kompletten Kosten für die Trainingsplätze übernehmen."

Ob weitere Gespräche darüber nötig sein werden, entscheiden die Vereinsmitglieder am Samstag.

Sendung: rbb24, 09.08.2019, 21:45 Uhr

Kommentar

Bitte füllen Sie die Felder aus, um einen Kommentar zu verfassen.

Kommentar verfassen
*Pflichtfelder

Mit Nutzung der Kommentarfunktion stimmen Sie unserer Netiquette sowie unserer Datenschutzerklärung (Link am Ende der Seite) zu. Die Redaktion behält sich vor, einzelne Kommentare nicht zu veröffentlichen.

Das könnte Sie auch interessieren

Albas Peyton Siva im Zweikampf mit Kaza Kajami-Keane (Quelle: imago images/Bernd König)
imago images/Bernd König

Sieg im Pokal gegen den MBC - Albatrosse retten sich ins Halbfinale

Alba Berlin darf weiter vom ersten Pokal der Ära Reneses träumen. Gegen den Mitteldeutschen BC setzten sich die Albatrosse nach einer schwachen ersten Hälfte doch noch mit 82:77 durch. Trotz einiger Wackler stehen die Berliner damit im Halbfinale.

Vladimir Darida faltet die Hände (Quelle: dpa/Soeren Stache)
dpa/Soeren Stache

Vladimir Darida lässt Hertha jubeln - Der Gebertyp

Dank seines Treffers gegen Freiburg sorgte Vladimir Darida für große Erleichterung bei Hertha BSC. Erstmals seit zehn Wochen feierten die Berliner wieder einen Sieg in der Bundesliga. Auf Trainer Jürgen Klinsmann wartet aber weiterhin viel Arbeit.