V.l. die Alba-Spieler Marcus Eriksson, Rokas Giedraitis und Luke Sikma. Quelle: imago images/Jan Huebner
Bild: imago images/Jan Huebner

Teamcheck | Alba Berlin - Die Unvollendeten

Der Cheftrainer Aito hat Alba Berlin eine attraktive Spielweise verpasst. Die Albatrosse haben sich unter ihm zur zweiten Macht im deutschen Basketball entwickelt. Was bislang mit dem Spanier fehlt, ist allerdings ein Titel. Von Jakob Rüger  

So lief die vergangene Saison

Alba Berlin schaffte nach 2010 wieder einmal den Einzug in ein kontinentales Pokalfinale. Im zweitwichtigsten Europapokalwettbewerb mussten sich die Albatrosse dem spanischen Spitzenklub Valencia in drei Spielen geschlagen geben. Im nationalen Pokalfinale trafen die favorisierten Berliner auf den kriselnden Ex-Serienmeister Bamberg. Trotz hoher Erwartungen gab es auch gegen die Franken eine knappe Niederlage. In der deutschen Meisterschaft kam es schließlich zur Neuauflage des Finalduells mit dem FC Bayern München. Auch hier blieb für die Albatrosse nach drei Pleiten nur der undankbare zweite Platz.

Drei Endspiele, aber am Ende standen die Berliner nach einer extrem langen Saison ohne Titel da. Da hilft es auch nicht, dass erneut junge Talente sehr erfolgreich eingebaut wurden und dass die Albatrosse viele Komplimente für ihren attraktiven Basketball aus ganz Europa bekamen.

Wer kommt, wer geht

Auch ohne Titel waren die Macher um Sportdirektor Himar Ojeda nicht unzufrieden mit der letzten Spielzeit. Alba Berlin setzt deshalb auf Kontinuität. Mit Leistungsträger Luke Sikma wurde gleich um vier Jahre verlängert. Im Basketball eine ungewöhnlich lange Vertragslaufzeit. Verstärkt haben sich die Albatrosse mit dem erfahrenen Marcus Eriksson. Der schwedische Scharfschütze zählte letzte Saison zu den besten Dreierwerfern der Euroleague.

Direkt vom College kommt Aufbauspieler Makai Mason. Der US-Amerikaner besitzt dank seiner Mutter auch einen deutschen Pass und lief bereits für die Nationalmannschaft auf. Flügelspieler Tyler Cavanaugh hat schon mal NBA-Luft geschnuppert und rundet Albas kleinen Kreis an Neuverpflichtungen ab. Bitter ist auf der Abgangsseite hingegen der Verlust von Eigengewächs Franz Wagner. Der 17-jährige Flügelspieler machte mit starken Leistungen auf sich aufmerksam und geht nun den Weg seines großen Bruders Moritz, der in der NBA für die Washington Wizards auf Körbejagd geht. Trotz eines lukrativen Angebots von ALBA wechselte Franz an die University of Michigan. 

Der Trainer

Der Kopf der jungen, talentierten Alba-Mannschaft ist auch in dieser Saison wieder Aito Garcia Reneses. Die spanische Trainerikone wird im Dezember 73 Jahre alt. Er hat fast alles gewonnen, was es im europäischen Basketball zu gewinnen gibt. Im Sommer musste er sich einer Augenoperation unterziehen und ließ eine Vertragsverlängerung daher lange offen. Doch bei Alba wissen sie, was sie an Aito haben. Deshalb warteten die Berliner lange auf ihren Wunschtrainer und wurden belohnt. Auf Aito wartet nun eine lange Saison mit drei Spielen in der Woche und langen Reisen. Auch deshalb hat sich der Hobbyfotograf seine Vertragsverlängerung lange und gründlich überlegt.

Erwartungen an die Saison

Auf Alba Berlin wartet eine strapaziöse Saison. In der Euroleague heißt es: viele Reisen, wenig Training. Die Berliner tanzen erneut auf drei Hochzeiten. Dafür wurde der Kader qualitativ und quantitativ verstärkt. Viele Spieler gehen mit Trainer Aito in ihre dritte Saison, warten jedoch weiterhin auf den ersten Titel mit den Albatrossen. Das Ziel ist deshalb klar, Alba will endlich wieder einen Pokal holen. Die nötige Härte soll sich das Team gegen die besten Mannschaften Europas, in der Euroleague holen. Eine Playoff-Teilnahme im stärksten Klubwettberweb Europas wäre bereits ein sehr großer Erfolg.

National liegt die letzte Meisterschaft bereits elf Jahre zurück, den aktuellen Champion FC Bayern München möchte man deshalb mehr als nur ärgern. Dafür muss jedoch gegen den Etatkrösus der Liga einfach alles passen. Die größten Chancen auf einen Titel bietet deshalb der Pokal. Egal in welchem Wettbewerb, Alba Berlin will endlich wieder einmal eine Trophäe feiern. Damit könnte gerade Trainer Aito seine Leistung in der Hauptstadt krönen.

Beitrag von Jakob Rüger

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