Cheerleader beim Spiel Asseco Prokom Gdingen gegen Alba am 25.10.2012 (Quelle: CITYPRESS 24/Lukas Laskowski)
Bild: CITYPRESS 24/Lukas Laskowski

Debatte um Aus der Alba-Dancers - Seehofer schlägt gemischte Cheerleader-Teams vor

Die Entscheidung von Alba Berlin, künftig auf Cheerleader zu verzichten, schlägt bundesweit Wellen. Auch Bundesinnenminister Seehofer bezog jetzt Stellung. Er findet einen generellen Verzicht falsch, plädiert aber für Änderungen.

In der Debatte um die Abschaffung der Cheerleader beim Basketballclub Alba Berlin haben sich jetzt auch Bundespolitiker zu Wort gemeldet. Bundessportminister Horst Seehofer (CSU) schlug vor, gemischte Tänzergruppen zu bilden. "Wenn die Besetzung nur mit Frauen als nicht mehr zeitgemäß empfunden wird, könnten wir das verändern", sagte Seehofer der "Bild am Sonntag". Gemischte Teams würden "auch viel stärker unsere Gesellschaft und die Zusammensetzung der Fans abbilden".

Eine generelle Abschaffung der weiblichen Cheerleader-Gruppen auch bei anderen Vereinen lehnte Seehofer aber ab: "Cheerleading ist ein Sport mit langer und internationaler Tradition", sagte er der Zeitung. Die Vereine müssten jeweils selbst darüber entscheiden.

"Harte Auswahlverfahren, sportliche Höchstleistungen"

Die Staatsministerin für Digitalisierung, Dorothee Bär (CSU), kritisierte die Entscheidung von Alba Berlin. "Ich selbst habe während meines Highschool-Aufenthalts in den USA Cheerleader als große sportliche Stars erlebt", sagte Bär der Zeitung. "Cheerleading bedeutet harte Auswahlverfahren, intensives Training und sportliche Höchstleistungen". Das Problem liege darin, "die Cheerleader als Pausenfüller zu bezeichnen und damit zu degradieren". Das werde ihrer Leistung "überhaupt nicht gerecht".

Frauenministerin Franziska Giffey (SPD) wollte die Entscheidung Albas nicht bewerten. Es sei die Entscheidung des Clubs, ob die Cheerleader abgeschafft würden.

Kritik von den Cheerleaderinnen selbst

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23 Kommentare

  1. 23.

    Ja, finde ich auch;-) Als ich 1975 i.San Francisco USA als Straßenkünstler gebrauchte und umgestaltete Levi’s Jeans an der Beach Street verkaufte, waren unter anderem darunter auch Hotpans, die ich bestickt hatte. Sie glichen den bayrischen Lederhosen. Nicht nur Frauen waren hell auf begeistert, sondern auch Männer. Ein junger Mann zog sich seine neu erworbene Hotpans gleich vor Ort an. So kann’s auch gehen.

  2. 22.

    Find ich reizvoll die Idee.^^ Aber Neues zu probieren scheint in Deutschland fast unmöglich. Immer alles beim Alten belassen, egal um welchen Preis. Cheerleading 2.0, einfach mal probieren. Hat mit Gleichmacherei u. Genderwahn absolut nichts zu tun. Sondern damit, zeitgemäß auf Missstände zu reagieren.

  3. 20.

    Marco Baldi sagt: „Bei unseren Heimspielen ist der Eindruck entstanden, dass Frauen bei ALBA vor allem für die tanzende Pausenunterhaltung zuständig sind, während Männer Basketball spielen. Die Realität in unserem Club ist eine andere: Mit unserem breiten Jugendprogramm sind wir ein wichtiger Sozialakteur geworden, der Mädchen und Jungen gleichermaßen für unseren Sport begeistert. Wir wollen zukünftig noch stärker fördern, dass Frauen im Basketball als Spielerinnen sichtbar und zu Vorbildern werden." Ich unterstütze diese Position von ALBA-Geschäftsführer Marco Baldi.

  4. 19.

    Es ist und bleibt Gender-Wahn, weil hier eine Gleichstellung von Mann und Frau erzwungen werden soll. Ich habe jedenfalls noch nie von männlichen Cheerleadern gehört. Und nur, weil das den Verfechtern der Political Correctness nicht passt, dass dies nunmal ein typischer Frauensport ist (ja, es gibt nach wie vor Unterschiede in den Interessen zwischen M und W, wie seit Tausenden von Jahren), muss doch nicht alles übers Knie gebrochen werden! Diese Ladies machen das freiwillig und gerne!

  5. 18.

    Vielleicht sollten Sie den Artikel noch einmal gründlicher durchlesen. Herr Seehofer hat seine Meinung dazu geäußert und nichts angeordnet. Von wegen der Gender-Wahn geht weiter. Kopfschüttel. Was spricht denn dagegen, Frauen UND Männer zusammen auftreten zu lassen? An anderer Stelle wurde auch zurecht darauf verwiesen, das dies in den USA längst möglich ist.

  6. 16.

    Dem ist nichts hinzuzufügen! Der Gender-Wahn geht weiter und treibt äußerst seltsame Stilblüten! Und das Schlimmste: jetzt wird das auch noch aus den Reihen des Bundeskabinetts "angeordnet".

  7. 15.

    Doch. Klar dürfen sich Männer darüber äußern. Aber ohne die Frauen zu befragen so eine Entscheidung zu treffen, das nicht. Ist ärgerlich u. definitiv nicht mehr zeitgemäß.

  8. 14.

    Männer bestimmen über die Köpfe der Frauen hinweg. Kennt man, geht gar nicht mehr. Zumal die jungen Frauen das gerne und freiwillig tun, diesen Sport lieben. Kompromisse sind aber ein guter Ansatz. Vllt. die gespreizten-Beine-Posen streichen und die Kostüme etwas dezenter, dazu ein paar schicke junge Männer und allet wird jut :-D

  9. 12.

    @SM: Machen Sie etwa freiwillig, wozu sie nicht, aus sagen wir mal z.B. finanziellen Gründen, gezwungen werden. Ich nehme mal an: Nein. Lasst die machen, wenn es ihnen Spaß macht und vielleicht etwas für's Ego tut.

  10. 10.

    Super, richtige Entscheidung Alba! Es war immer eine bisschen peinliche Situation, das Cheerleading als Pausenfüller der Basketballer zu nutzen.

  11. 8.

    Es wird immer abstruser. Ich denke mal, die Cheerleader machen es gerne und aus Spaß an der Freude. Kann man eigentlich von ausgehen, da sie ihren Lebensunterhalt davon nicht bestreiten. Dann behauptet ein Mann, dass Cheerleading nicht mehr zeitgemäß sei (wer bestimmt eigentlich, was zeitgemäß ist). Und dem Ganzen setzt Herr Seehofer die Krone auf mit dem gemischten Team, was dann nur noch zur Hälfte nicht mehr zeitgemäß wäre. Unglaublich.

  12. 7.

    Die jungen Damen sollen entscheiden wie es weiter geht.

  13. 5.

    Ein Basketballverein beschliesst, seinen Sport stärker auch als Frauensport etablieren zu wollen, und verstärkt sein Engagement im Bereich des Mädchensports deutlich. Gleichzeitig wird die Damenmannschaft gefördet, mit dem Ziel erste Bundesliga.
    In Zeiten knapper Finanzmittel gibt man deshalb die Förderung des Cheerleading auf. Und?
    Was genau, Herr Sportminister geht Sie die Ausrichtung eines einzelnen Sportvereins aufs Kerngeschäft an? Und wollen Sie den Aufbau und Unterhalt des gemischten Cheerleading-Teams aus Bundesmitteln zahlen, oder wie? Solange das ungeklärt bleibt, sehe ich den Vorstoß als unzulässige Einmischung an. Sie sind nicht zufällig Mitglied beim Hauptkonkurrenten FC Bayern?

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