Eisbären-Trainer Serge Aubin bespricht etwas mit seinen Spielern (Quelle: imago images / Mario Stiehl)
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Eisbären Berlin vor schweren Aufgaben - Die Woche der Wahrheit

Köln, München, Mannheim: So lautet das schwierige Programm der Eisbären innerhalb von nur einer Woche. Nach dem durchwachsenen Auftakt sind die Duelle gegen die Spitzenmannschaften der erste richtige Härtetest für das Team von Trainer Serge Aubin.

Als die Eisbären Berlin vergangenen Freitag zu Hause gegen Wolfsburg deutlich gewannen, gab es viel Applaus. Constantin Braun feierte gemeinsam mit seinen Teamkollegen den geglückten Saisonauftakt und klatschte dabei mit dem Schläger in der einen Hand dankend in die andere. Doch genau dieses Spielgerät war keine 48 Stunden später zerbrochen. Bei einem Schussversuch ging Braun der Stock kaputt. Ein Bild von symbolischer Kraft, das die deutliche Pleite in Bremerhaven nicht besser hätte beschreiben können.

Zwischen Freude und Frust

"So ist Eishockey: Mal gewinnt man, mal halt nicht", resümierte der Verteidiger nach der 0:5-Niederlage am Sonntag. Doch die herbe Klatsche dürfte das Team und auch Trainer Serge Aubin überrascht haben. Denn auch wenn die Berliner beim 4:1-Erfolg zum Auftakt gegen Wolfsburg nicht den spielstärksten Gegner hatten, wusste ihr Spiel zu überzeugen. Mit viel Tempo und Variabilität im Angriff dominierten sie die Gäste über zwei Drittel.

In Bremerhaven waren die Berliner zu Beginn zwar auch das aktivere Team, ließen sich aber nach zwei frühen und teilweise unglücklichen Gegentoren zu leicht aus der Fassung bringen. Die Mannschaft sei "nicht geduldig geblieben" und hätte "mentale Fehler gemacht", sagte Trainer Aubin im Anschluss an die Partie.

Drei Topspiele in einer Woche

"Trotzdem bin ich froh, dass uns das jetzt am Anfang der Saison passiert ist, denn so kann man tatsächlich daraus lernen", erklärte Stürmer Marcel Noebels in einem Interview mit der "Berliner Morgenpost". Wenn die Eisbären tatsächlich zu den Top vier Teams der Liga gehören wollen, dann müssen sie das auch - und zwar schnell. Denn mit Köln, München und Mannheim wartet innerhalb von nur sieben Tagen ein knallhartes Programm auf die Berliner. Allesamt sind Titelfavoriten oder mindestens Mitfavoriten, gegen sie sollte das Team von Trainer Serge Aubin dagegenhalten können.

Laufen, laufen, laufen

Und der Kanadier weiß auch wie. "Wir müssen über die vollen 60 Minuten gemeinsam unser Spiel spielen - nicht über 30, 40 oder 50", so Aubin nach dem Training am Donnerstag: "Wir müssen mental stark sein und unseren Kurs halten."  

Konkret heißt das: laufen, laufen, laufen. Denn die Laufarbeit ist der Schlüssel im Spielsystem des 44-Jährigen. Dafür setzt der Kanadier auch auf die jungen Spieler. So fiel der erst 17-jährige Lukas Reichel zu Saisonbeginn auf - und das nicht nur, weil er als einziger noch ein Gitter tragen muss. Der Nachwuchs-Stürmer ist technisch stark und für sein Alter schon sehr schnell.

Wissmann und Rankel wieder im Mannschaftstraining

Weil das laufintensive System viel Kraft kostet, dürfte sich Serge Aubin auch über die Rückkehr weiterer Profis in das Mannschaftstraining gefreut haben. Verteidiger Kai Wissmann und Kapitän Andre Rankel standen am Donnerstag wieder auf dem Eis. Ein Umstand, der es Aubin auch ermöglichte, die Angriffsreihen im Training teilweise neu zu formieren. "Ich habe viele Spieler, die verschiedene Rollen ausfüllen können. Es ist schön für mich, dass ich Dinge verändern kann", so der Coach.

Serge Aubin hat bei den Eisbären schon etwas verändert, seine Handschrift kann man im Spiel der Berliner durchaus erkennen. Wenn die Berliner dauerhaft erfolgreich sein wollen, müssen sie das System ihres neuen Trainers aber konstant umsetzen. Und dann bekommen sie sicherlich auch wieder viel Applaus.

Sendung: rbb24, 20.09.2019, 21.45 Uhr

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