Marius Wolf jubelt nach seinem 2:0. (Quelle: imago images/Jan Huebner)
Audio: Inforadio | 21.09.19 | 18:15 Uhr | Nikolaus Hillmann | Bild: imago images/Jan Huebner

Erster Bundesliga-Saisonsieg - Hertha BSC gelingt Befreiungsschlag gegen Paderborn

Es ist vollbracht: Hertha BSC hat erstmals in dieser Bundesligasaison drei Punkte geholt. Im Kellerduell gegen den SC Paderborn boten die Berliner eine durchwachsene Leistung, zeigten sich aber vor dem gegnerischen Tor effektiv. Von Uri Zahavi

Hertha BSC hat nach einer hart umkämpften Partie gegen den SC Paderborn endlich den ersten Bundesligasieg der Saison eingefahren. Im Duell des Tabellenletzten gegen den Vorletzten reichten am Samstag eine fantastische Einzelaktion des jungen Niederländers Javairo Dilrosun und ein Treffer von Neuzugang Marius Wolf für den schmeichelhaften 2:1-Erfolg. Die Gäste hatten mehr Torchancen, mehr Ballbesitz aber letztendlich weniger Spielglück als die Berliner Hausherren. Hertha bestach durch gnadenlose Effektivität vor dem gegnerischen Kasten. Nach dem fünften Spieltag hat die alte Dame nun vier Punkte.

Dilrosun mit Traum-Solo

Das Team von Trainer Ante Covic, der nicht nur personell zweimal wechselte - für Torunarigha und Lukebakio starteten Klünter und Dilrosun - sondern auch seine Abwehrformation von einer Dreier- auf eine Viererkette umstellte, suchte sofort den Weg nach vorne. Schon nach wenigen Sekunden tauchten die Gastgeber erstmals vor dem gegnerischen Tor auf – doch Dilrosuns Flanke konnte die Paderborner Defensive noch mit vereinten Kräften klären.

Apropos Javairo Dilrosun: Der 21-jährige Niederländer hatte sich bei seinem Startelfdebüt in dieser Saison offensichtlich richtig was vorgenommen. Vor mehr als 43.000 lautstarken Zuschauern schnappte sich der Linksfuß in der zehnten Minute auf seiner Außenbahn den Ball – und gab ihn bis zum erfolgreichen Torabschluss nicht mehr her. Auf dem Weg zu seinem ersten Saisontor umkurvte er mit einem sensationellen Solo die gesamte gegnerische Hintermannschaft, düpierte mit hohem Tempo und enger Ballführung sieben Abwehrmänner und tunnelte zum krönenden Abschluss den Ex-Cottbuser Innenverteidiger Uwe Hünemeier. Das finale Duell zwischen dem Berliner Linksaußen und dem gegnerischen Keeper Huth war dann ein ungleiches – nervenstark schob Dilrosun links unten ein.

    

Hertha schwach aber effektiv

Im Fußballphrasenlexikon würde man so ein frühes Führungstor normalerweise unter "Brustlöser" finden, doch im Berliner Olympiastadion war das Gegenteil der Fall. Der Treffer konnte mitnichten über die phasenweise eklatanten Schwächen in der Blau-Weißen Defensive hinwegtäuschen. Der Tabellenvorletzte aus Ostwestfalen spielte gedankenschnell und mutig nach vorne, kreierte Torchancen und stellte die wackelige Hertha-Abwehr immer wieder vor ernstzunehmende Schwierigkeiten. Wer nach einem statistischen Beleg für diese Eindrücke suchte, fand sie beim Torschussverhältnis: Nach 45 Minuten lautete diese nämlich 8:1 - für den Bundesligaaufsteiger.

Die zweite Hälfte begann rasant. Die Gäste machten sofort da weiter, wo sie aufgehört hatten und kombinierten sich spielend leicht durch die Berliner Abwehr. Der Ausgleich lag in der Luft - doch die Herthaner zeigten zur richtigen Zeit ihre große Stärke des heutigen Nachmittags. Wieder setze sich Dilrosun auf der linken Seite durch, flankte auf Neuzugang Marius Wolf. Der Ex-BVB-Spieler nahm an und auch der zweite Berliner Torschuss war drin (52. Minute).

Zittern bis zum Schluss

Der Jubel im Stadion war noch gar nicht richtig verklungen, da passierte das mittlerweile Unausweichliche. Die Paderborner kamen mal wieder im Angriff über die rechte Seite, kein Abwehrspieler bekam ein Bein vor die Flanke und Innenverteidiger Niklas Stark verlor komplett die Orientierung. Zolinski schlich sich am Nationalspieler vorbei und kam als Erster an den Ball. Per Direktabnahme erzielte er den 1:2-Anschluss. 

Das aufwendige Spiel der Gäste - das wurde in der Schlussphase sichtbar - hatte Kraft gekostet. So ergaben sich endlich Räume für die Gastgeber. Aus diesen resultierten durch Darida (69.) und Selke (75.) zwei Abseitstore, die zurecht nicht zählten. Die Hauptstädter erspielten sich nun endlich Torchancen, die sie aber nicht nutzten. So musste bis zum Schluss gezittert werden. Am Ende reichte es für einen schmeichelhaften 2:1-Sieg - aber das wird der Mannschaft und den Verantwortlichen herzlich egal sein.

Sendung: rbb um6, 21.09.2019, 18 Uhr

Fußball Bundesliga

  • Freitag, 18.Oktober, 20.30 Uhr
    Eintracht Frankfurt - Bayer Leverkusen3:0(2:0)
    Samstag, 19.Oktober, 15.30 Uhr
    RB Leipzig - VfL Wolfsburg1:1(0:0)
    Werder Bremen - Hertha BSC1:1(1:0)
    Fortuna Düsseldorf - FSV Mainz 051:0(0:0)
    FC Augsburg - Bayern München2:2(1:1)
    Union Berlin - SC Freiburg2:0(1:0)
    Samstag, 19.Oktober, 18.30 Uhr
    Borussia Dortmund - Borussia Mönchengladbach1:0(0:0)
    Sonntag, 20.Oktober, 15.30 Uhr
    1.FC Köln - SC Paderborn-:-(-:-)
    Sonntag, 20.Oktober, 18.00 Uhr
    1899 Hoffenheim - FC Schalke 04-:-(-:-)
    PlVereinSpguvToreDiffPkt
    1.Borussia Mönchengladbach851215:7+816
    2.VfL Wolfsburg844011:5+616
    3.Bayern München843122:10+1215
    4.Borussia Dortmund843120:11+915
    5.RB Leipzig843116:8+815
    6.FC Schalke 04742114:7+714
    7.SC Freiburg842215:9+614
    8.Eintracht Frankfurt842214:10+414
    9.Bayer Leverkusen842212:11+114
    10.Hertha BSC832313:13011
    11.Werder Bremen823313:17-49
    12.1899 Hoffenheim72236:11-58
    13.Fortuna Düsseldorf821510:14-47
    14.Union Berlin82158:13-57
    15.FC Augsburg813410:21-116
    16.FSV Mainz 0582067:18-116
    17.1.FC Köln71155:16-114
    18.SC Paderborn70169:19-101
    PL
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    U
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    (ARD Text)

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Beitrag von Uri Zahavi

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9 Kommentare

  1. 9.

    Da freut sich meine beste Freundin Susi -
    der größte Fan von Hertha BSC von allen meinen Freunden.
    Liebe Grüße nach Berlin.

  2. 8.

    So... nu mal bissl Optimismus rein hier...

    Die Hertha wird nun nur noch gewinnen und am Ende mit 91 Punkten und 268 Toren Meister... *Wetteplatzier*

    Überheblich? Achwas... nicht doch :-)

  3. 7.

    Gewonnen :-))

    Nächstes Ziel, Champions L... ?

  4. 6.

    "durchwachsene Leistung" - treffend beschrieben.

  5. 5.

    Welcher Befreiungsschlag?
    Auch ein blindes Huhn findet mal ein Korn.

  6. 2.

    Gibt es mittlerweile vegane Currywurst im Stadium?

  7. 1.

    Befreiungsschlag????
    Das war Not gegen Elend.
    Die brauchen kein neues Stadion, sondern einen neuen, fähigen Geschäftsführer Sport und einen guten erfahrenen Trainer. Basta

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