Hertha-Trainer Ante Covic (Quelle: imago images / Thomas Frey)
Bild: imago images / Thomas Frey

Kellerduell gegen Paderborn - Hertha auf der Suche nach dem Korkenzieher

Wie schon am vergangenen Wochenende spielt der Letzte gegen den Vorletzten. Wieder ist Hertha BSC beteiligt, diesmal sogar als Schlusslicht. Gegner Paderborn setzt auf totale Offensive, Hertha hofft auf Lücken und das erste Tor. Von Dennis Wiese  

So ein Korkenzieher ist eine feine Sache. Vor allem, weil nach erfolgreicher Anwendung zumeist der Genuss kommt: Plopp und rein ins Glas mit dem edlen Tropfen. Damit nicht genug: Der Korkenzieher könnte nun auch die Lösung für Herthas Probleme in dieser noch jungen Saison sein. Das deutete Trainer Ante Covic bei der Pressekonferenz am Donnerstagmittag an: "Wenn du 1:0 vorne bist und den Korkenzieher gefunden hast, wird der Gegner dir mehr Räume geben."

Darauf hofft Schlusslicht Hertha im Duell mit dem Vorletzten Paderborn (Samstag, 15:30 Uhr). Das erste Tor selbst erzielen und mit Selbstvertrauen weiterspielen. Bislang in dieser Saison blieb Hertha dieser Genuss vergönnt. Vier Spiele, vier Mal Rückstand. Hertha läuft hinterher.

Preetz: "Kontinuierliche Arbeit" statt "hektischem Aktionismus"

Trainer Covic deshalb in Frage oder gar ein Ultimatum stellen? Für Manager Preetz keine Option. Der Geschäftsführer Sport setzt auf Ruhe im überaus unruhigen Bundesligageschäft. "Wir sind nicht zufrieden mit dem Saisonstart. Das gilt für mich, für den Trainer, für die Mannschaft. Aber das kann nur dazu führen, dass wir umso intensiver daran arbeiten, die Kurve zu kriegen", so Preetz.

Einmal erlebte der Manager Preetz mit Hertha einen Fehlstart: in seiner Premierensaison 2009/10. Nach sieben Spielen und sechs Niederlagen setzte Preetz den damaligen Trainer Lucien Favre vor die Tür. Mit dem Schweizer spielte Hertha in der Saison zuvor noch lange um die Meisterschaft mit. Parallelen zum damaligen Fehlstart sieht Preetz keine: "Wir haben eine komplett andere Ausgangssituation. Die einzige Parallele ist, dass wir nicht gut gestartet sind. Wir müssen uns rausarbeiten. Dazu taugt nun das Heimspiel gegen Paderborn."    

Sechstes Pflichtspiel, erst das zweite im Olympiastadion

Kommen wir zurück zum Korkenzieher. An anderer Stelle wird gerne auch das Bild des Dosenöffners verwendet. Egal welches Küchenutensil: Hertha braucht dringend ein Erfolgserlebnis. In einer Phase, in der man hinten nicht sicher steht und vorne nicht trifft, könnten die eigenen Fans im eigenen Stadion eine wichtige Rolle spielen.

Hertha wird in dieser Saison erst zum zweiten Mal im Olympiastadion auflaufen. Bislang waren die Berliner (den DFB-Pokal mit eingerechnet) vier Mal auswärts gefragt. Sehnsucht scheinen auch die Anhänger zu haben: Gegen Paderborn erwartet Hertha mindestens 42.000 Zuschauer.

Paderborn: Der unkonventionelle Aufsteiger

Im Fußball bekommt man es oft mit Vorurteilen zu tun. Hört man, dass ein Aufsteiger zum Auswärtsspiel kommt, denkt man fast automatisch: Die stellen sich mit der ganzen Mannschaft vor das eigene Tor und versuchen irgendwie, einen Punkt zu ermauern. Nicht so der SC Paderborn. Das hat auch Hertha-Trainer Covic beobachtet: "Sie spielen hop oder top. Sie scheinen jedes Spiel genießen zu wollen. Und sie sind immer offensiv." Das ist für einen Aufsteiger genauso ungewöhnlich wie mutig. Dabei springen Achtungserfolge heraus, wie das 1:1 in Wolfsburg. Aber es kann auch nach hinten losgehen, wie beim 1:5 gegen Schalke am vergangenen Wochenende.

Die Mannschaft von Trainer Steffen Baumgart, der einst für Union spielte und zuletzt den Berliner Amateurclub BAK trainierte, gleicht einer Wundertüte. Für Hertha liegt genau darin auch die Chance, zum ersten Mal seit dem 11. Mai wieder ein Bundesligaspiel zu gewinnen. Und nach dem Sieg ein feiner Tropfen aus der Flasche. Der Korkenzieher dürfte dann ja gefunden sein.

Sendung: rbb UM6, 19.09.2019, 18 Uhr

Beitrag von Dennis Wiese

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3 Kommentare

  1. 3.

    Was soll man sagen? Wenn es einem Trainer in mehr als 6 Wochen Vorbereitung und 4 gespielten Partien nicht gelingt eine schlagkräftige Truppe zusammen zu stellen, ist er eine Fehlbesetzung. Wenn ein Manager seit Jahren ohne Visionen an einer Mannschaft herumdoktort hat er ausgedient! Wie lange sollen wir Fans, ( ich bin seit der ersten Bundesligasaison dabei ) diese Phrasen vom Ausbildungsverein noch hören, anstatt mal die Ärmel hoch zu krempeln und was auf die Beine zu stellen. Das ist leider typisch Berlin. Nichts klappt wirklich gut!!!

  2. 2.

    OK: keiner sonst? Ich finde Preetz wirklich fehlbesetzt.C ovic ist eine Fehlentscheidung. Die nächsten Spiele werden es zeigen... Ansonsten: ich bin für geilen Fußball aus Berlin: Hertha und Union!

  3. 1.

    Ich hab einen am Taschenmesser! :) Aber ehrlich: Preetz war ein toller Spieler.... Muss man mehr schreiben?

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