Energie-Trainer Claus-Dieter Wollitz bei der Pressekonferenz (Quelle: imago images / Steffen Beyer)
Bild: imago images / Steffen Beyer

Verletzung von Paul Gehrmann - "Ich habe noch nie einen Menschen so schreien hören"

Dieses Training wird bei Energie Cottbus wohl niemand so schnell vergessen: Am Montag standen nach der Verletzung von Paul Gehrmann alle unter Schock. Doch gegen den Berliner AK (Freitag, 17 Uhr im Livestream) sollen die nächsten Punkte her. Von Andreas Friebel

"Ich habe noch nie einen Menschen so schreien hören!" Mit diesen Worten begann Claus-Dieter Wollitz am Mittwoch die wöchentliche Pressekonferenz der Lausitzer. Auch zwei Tage nach dem schweren Trainingsunfall von Paul Gehrmann, der mit einem Teamkollegen zusammengestoßen war und sich mehrere Brüche im Bereich des Knöchels und einige Bänderrisse zugezogen hatte, rang der Cottbuser Trainer um Worte.

"Die Spieler, die draußen auf dem Trainingsplatz waren, waren kreidebleich. Als Paul nach zwei Stunden endlich mit dem Krankenwagen vom Platz gefahren wurde, musste ich mich übergeben", sagte der Energie-Coach.

Operation am Freitag?

Wollitz, der als Spieler und Trainer schon viel erlebt hat, wird diese Bilder nicht mehr aus seinem Kopf bekommen. Auch die Stimmung, die danach in der Kabine herrschte, hat er nach einem Training noch nie erlebt. "Es war still. Niemand hat etwas gesagt. Alle waren schockiert." Zu dieser Zeit lag Gehrmann auf der Intensivstation im Cottbuser Thiem-Klinikum. Später wurde der 24-Jährige aber in den Normalbereich verlegt. "Als ich Paul am Montagabend im Krankenhaus besucht habe, ging es ihm schon etwas besser. Das hat mich beruhigt", so Wollitz, der noch nicht weiß, wie es für seinen Mittelfeldspieler weitergeht.

"Wenn die Schwellung im Knöchel abgeklungen ist, kann er vielleicht am Freitag operiert werden." Erst danach steht fest, wie lange Gehrmann ausfallen wird. Energie rechnet mit mindestens einem halben Jahr. "Das Schlimme in so einer Situation ist, dass am Montagabend schon die ersten Berater angerufen und mir neue Spieler angeboten haben", ärgert sich Wollitz über die Taktlosigkeit mancher Agenten.

Viel wichtiger ist ihm aber, wie die Mannschaft auf den Schock reagiert. "Nach dem Unfall war an Training nicht mehr zu denken und die Stimmung im Keller. Am Mittwoch war unsere Übungseinheit aber wieder sehr fokussiert", so der Cottbuser Trainer.

Wollitz will gegen den BAK "auf Sieg spielen"

Bis auf den Ausfall von Gehrmann kann Wollitz am Freitag beim Berliner AK (17 Uhr, im Livestream auf rbb|24) fast in Bestbesetzung auflaufen. Auch Routinier Robert Müller, der am Sonntag gegen Meuselwitz kurz am Rücken behandelt werden musste, trainierte beschwerdefrei.

"In meinen Augen hat der BAK die besten Einzelspieler der gesamten Liga  im Kader. Sie haben ein sehr hohes technisches Niveau", sagt Wollitz. Trotzdem ist der Berliner Athletik-Klub nach einem sehr guten Saisonstart (drei Siege in Folge), nun inzwischen seit fünf Partien sieglos. Trainer Ersan Parlatan musste deshalb gehen, Dirk Kunert übernahm. "Wenn der BAK jetzt wieder ins Laufen kommt, dann könnten sie ganz vorn noch mal rankommen", glaubt Wollitz.

Genau das will der Cottbuser mit seiner Mannschaft aber verhindern. Denn auch Energie will sich Platz eins weiter annähern. Fünf Punkte fehlen derzeit auf den Spitzenreiter, die U23 von Hertha. "Und deshalb können wir am Freitag auch nicht taktieren. Wir spielen von der ersten Sekunden an auf Sieg", kündigt der Energie-Trainer an.

Sendung: rbb24, 20.09.2019, 21.45 Uhr

Beitrag von Andreas Friebel

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