Jens Redlich bei Gerichtsverhadlung im Amtsgericht Charlottenburg. (Quelle: imago images/Matthias Koch)
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Video: rbb um6 | 12.09.2019 | 18 Uhr | Friedrich Rößler | Bild: imago images/Matthias Koch

Gerichtsverhandlung zwischen Tennis Borussia und Hauptsponsor Redlich - Redlich und der gescheiterte Rücktritt vom Rücktritt

Der Machtkampf bei Tennis Borussia Berlin scheint vorerst beendet: Bei einer Gerichtsverhandlung vor dem Amtsgericht Charlottenburg am Mittwoch klagte Hauptsponsor Jens Redlich gegen seine Absetzung als Vorstandsvorsitzender - und scheiterte.

Die Absetzung von Hauptsponsor Jens Redlich als Vorstandsvorsitzender von Ex-Bundesligist Tennis Borussia Berlin bleibt bestehen. Das entschied das Amtsgericht Charlottenburg am Mittwoch bei einer Gerichtsverhandlung.

Redlich hatte eine einstweilige Verfügung gegen seine Entmachrtung aus dem Juni erwirken wollen. Seine Argumentation: Der neue Vorstand um TeBe-Urgestein Günther Brombosch und Steffen Friede sei nicht rechtmäßig gewählt worden. Diesen Antrag wies die Richterin am Mittwoch zurück. Redlichs Vorhaben blieb erfolglos.

Im vollgepackten Gerichtssaal stellte die Richterin heraus, es bestehe kein Rechtsverhältnis mehr zwischen beiden Parteien. Jens Redlich hatte im November 2018 per Mail aus einer Emotion heraus seinen Rücktritt verkündet -  ihn jedoch nur zwei Tage später wieder zurückgenommen. Er habe in der Mail mitgeteilt, er würde "seine Tätigkeiten fortführen" und sei somit de facto nicht zurückgetreten. Nach eingehender juristischer Prüfung durch Anwälte, Notare und das Amtsgericht, sei der Rücktritt als wirksam eingestuft worden, bestätigte die Richterin nun aber am Mittwoch. Niemand könne sich selbst zum Vorstand erklären - ein Rücktritt vom Rücktritt sei nicht möglich.

"Dem Neuen alles Gute"

Der Machtkampf innerhalb des Vereins beschäftigt die Mitglieder schon seit Monaten. Geldgeber Redlich war vor drei Jahren mit dem Ziel, in die Regionalliga zurückzukehren, beim Oberligisten eingestiegen. 2,5 Millionen Euro soll der umstrittene Boss investiert haben. Immer wieder geriet er mit den Fans der "Lila-Weißen" aneinander. Seit 2017 war er nicht nur Sponsor, sondern auch Vorstandsvorsitzender.

"Natürlich ist man als Verlierer nie glücklich", zeigte sich Redlich gegenüber dem rbb enttäuscht über den Ausgang des Verfahrens. "Mir tut es vor allem für die Mannschaft leid. Aber wir werden die Entscheidung des Gerichts akzeptieren. Mir bleibt nichts weiter zu tun, als dem neuen Vorstand alles Gute zu wünschen." Redlich soll aber zunächst weiter Hauptsponsor bleiben.

Redlichs Nachfolger zeigten sich mt dem Ausgang der Verhandlung sehr zufrieden. "Ich freue mich für die Leute, denen TeBe am Herzen liegt, über diese Entscheidung", strahlte Steffen Friede.  Im Anschluss an den Gerichtstermin, der unter großem medialen Interesse über die Bühne ging, versammelten sich der neue Vorstand und Sympathisanten des Klubs vor dem Amtsgericht und präsentierten ihre Freude der Öffentlichkeit.

Sendung: Inforadio, 11.09.2019, 15:15 Uhr

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1 Kommentar

  1. 1.

    Die aktiven Fans haben sich durchgesetzt; der unbeliebte Hauptsponsor wird TeBe verlassen. Mal sehen, ob neue Sponsoren gefunden werden und wie lange die Spieler dem Verein die Treue halten. Meiner Meinung geht es für TeBe Richtung Berlin-Liga.

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