Hertha Training
Audio: Inforadio | 13.09.2019 | Dennis Wiese | Bild: imago / nordphoto

Kellerduell in Mainz - Schöner Fußball? Später. Hertha muss jetzt kämpfen!

Ein schweres Auftaktprogramm, viele frische Eindrücke durch Trainer-Neuling Ante Covic. Hertha hat Erklärungen für den schwachen Saisonstart gefunden. Bei Tabellenschlusslicht Mainz sollte die Mannschaft gewinnen, um Unruhe zu vermeiden. Von Dennis Wiese

Keine zwei Wochen ist es her, als Niklas Stark bedrohliche Worte fand. Im Bauch der Schalker Arena wurde der Nationalspieler nach dem 0:3-Debakel deutlich: Es fehle an Überzeugung, die Mannschaft müsse jetzt zusammenrücken, man versuche die Situation zu überstehen und sich reinzubeißen.

Von gefühlter Endzeitstimmung war bei der Pressekonferenz am Donnerstagmittag nichts zu spüren. Trainer Ante Covic gab sich vor dem wichtigen Auswärtsspiel in Mainz (Sa., 15.30 Uhr) gewohnt positiv. Dabei reist Hertha als Vorletzter zum Tabellenletzten nach Mainz: "Man darf sich von der Tabelle nicht blenden lassen. Wichtiger sind Entwicklungen, die man innerhalb der Mannschaft sieht. Daran haben wir in den letzten zwei Wochen hart gearbeitet, das wollen wir nun auf den Platz bringen."

"Auf die Jungs ist viel neuer Input eingeprasselt"

Hertha hat in den ersten Wochen dieser Saison häufig Geduld gefordert. Der neue Trainer, die neuen Ideen, das brauche Zeit. Auf die Spieler sei viel eingeprasselt, so Manager Preetz. Nun hatten Mannschaft und Trainer in der Länderspielpause Zeit nachzujustieren. Vom Stammpersonal waren mit Torwart Rune Jarstein, Niklas Stark, Vladimir Darida und Ondrej Duda nur vier Spieler der ersten Elf mit ihren Nationalteams unterwegs – das ist vergleichsweise wenig.

Covic ist mit der geleisteten Arbeit zufrieden: "Mir ging es vor allem darum, den Spielern eine Mini-Vorbereitung zu geben, die im Sommer später zu uns kamen, weil sie bei der U21-Europameisterschaft gespielt haben. Wir werden von dieser Pause davon zehren." Rekordneuzugang Dodi Lukebakio spielte im Juni mit Belgien bei der Nachwuchs-EM. Er sei zuletzt in ein Leistungsloch gefallen, habe nun aber körperlich nachholen können. Auch Eduard Löwen, Maximilian Mittelstädt und Arne Maier stiegen wegen des U21-Turniers später in Herthas Saisonvorbereitung ein. 

"Es geht erst um die Basics, dann kann sich eine Philosophie durchsetzen"

Bevor Hertha also den erhofften Covic-Fußball zeigen kann - ansehnlich, offensiv, variabel - geht es um die Grundtugenden des Fußballs: kompaktes Verteidigen, und zwar in dieselbe Richtung, wie Covic sagt, gute Zweikampfführung und der Mut zum Torabschluss. Kein Team der Bundesliga schoss bisher seltener auf das Tor des Gegners als Hertha BSC. "Unsere Stürmer haben lieber den Nebenmann gesucht als den Abschluss – daran haben wir gearbeitet", beschreibt Covic das Programm der vergangenen Tage.

Nur Gegner Mainz holte weniger Punkte als Hertha

Nun also geht es zum "Mentalitätsspiel" nach Mainz. Dabei soll Marius Wolf wohl gleich mithelfen. Am letzten Transfertag, dem 2. September, aus Dortmund verpflichtet, könnte der Leihspieler nun für Hertha debütieren: Mit seinen Flanken, seinem Willen und seinem klaren Kopf. Doch Wolf hat in dieser Saison noch kein Pflichtspiel absolviert, ist noch nicht im Wettkampfmodus. Nur nicht zu viel Druck für den Neuen, fordert Trainer Covic. Von der Mentalität könnte wohl auch Innenverteidiger Dedryck Boyata gut zum Kampf-Kick in Mainz passen. Doch der Neuzugang fehlte bis zur vergangenen Woche fast ununterbrochen verletzt.

Auch wenn Trainer Covic von einem "richtungsweisenden Spiel" nichts wissen will: Das Duell in Mainz kann sehr wohl entscheiden, wie ruhig das Arbeiten bei Hertha in den kommenden Wochen wird. Ein Verein mit anfänglicher Aufbruchstimmung und 125-Millionen-Euro-Finanzspritze muss früher oder später liefern. Wann wenn nicht bei Tabellenschlusslicht Mainz.

Sendung: rbbum6, 12.09.2019, 18:00 Uhr

Beitrag von Dennis Wiese

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Antwort auf [Schäcksbier] vom 12.09.2019 um 20:27
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1 Kommentar

  1. 1.

    Drei Punkte oder Jahn-Sportpark, das ist hier die Frage.

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