Die Beach-Volleyballerin Laura Ludwig im Finale derDeutschen Beach-Volleyball Meisterschaften 2019, am 01.09.19 Timmendorfer Strand, Schleswig-Holstein (Quelle: imago pictures / 54° / John Garve).
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Interview | Beachvolleyballerin Laura Ludwig - "Ich habe gezweifelt, ob ich noch da oben hingehöre"

Nach ihrer Babypause hat Laura Ludwig wieder in die Erfolgsspur zurückgefunden. Im rbb|24-Interview spricht die Weltmeisterin von 2017 über zu viel Druck - und erzählt, wie wichtig familiäre Unterstützung ist.

rbb|24: Frau Ludwig, wie geht es Ihnen fünf Tage nach dem Sieg in Rom?

Laura Ludwig: Mir geht es sehr gut und ich bin total erleichtert. Allerdings habe ich mich weder von dem Turnier noch von der Siegesfeier ausreichend regeneriert. Ich denke gerade die ganze Zeit, dass hoffentlich mein Urlaub nie aufhören möge.

Was hat sich denn bei Ihnen verändert? Was hat sie zurück in die Erfolgsspur gebracht?

Ich beziehungsweise wir (Anm. d. Red.: Laura Ludwig und ihre sportliche Partnerin Margareta Kozuch) mussten vom Kopf her entspannen und Schritt für Schritt dem Erwartungsdruck begegnen. Wir arbeiten weiterhin beide hart an uns und hart im Training und haben gar nicht viel verändert. Außer dass wir jetzt mehr genießen, mehr Beachvolleyball spielen möchten als müssen.

Wie sehr bestätigt Sie denn auch so ein Erfolg, nach einer längeren Pause endlich wieder zur Weltspitze zu gehören?

Ich habe natürlich schon gezweifelt, ob ich noch da oben hingehöre und ob ich das alles schaffen kann. Ich habe meinen Kleinen natürlich sofort vermisst, als ich Ihn zwei Wochen bei den Großeltern in Berlin lassen musste. Doch der Erfolg jetzt in Italien hat alle Zweifel weggewischt.

Familie und Hochleistungssport - wie bekommen Sie das geregelt?

Das habe ich mir wesentlich entspannter vorgestellt. Das erfordert alles sehr viel Organisation und Hilfe. Ohne familiäre Untestützung wäre vieles nicht möglich, ohne zwei Nannies in Hamburg auch nicht. Zwar habe ich sofort Schuldgefühle, wenn ich nicht bei meinem Kleinen sein kann, aber es ist auch schön, Zeit für sich zu haben.

Erholen Sie sich jetzt weiter oder gilt es jetzt, sich auf die Qualifikation für die olympsichen Spiele 2020 in Tokyo zu konzentrieren?

Ich verschwende gerade keinen einzigen Gedanken an Olympia. Bei mir gilt gerade absolute Erholung und es ist ein Muss, sich zu entspannen, die Seele baumeln zu lassen. Ich genieße gerade, keine Termine zu haben, essen und trinken zu können, worauf ich gerade Lust habe.

Aber die beiden wichtigen Herbst-Turniere in China und Mexiko beschäftigen sie schon, da es dann weitere Ranglistenpunkte für die Olympiaqualifikation geben kann, oder?

Ich habe ehrlich gesagt noch keinen richtigen Plan. Für circa vier Wochen bin ich jetzt im Urlaub und dann werden wir schauen. In China werden wir antreten, Mexiko ist noch offen.

Das Interview führte Friedrich Rößler.

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