Urs Fischer, Trainer des Fußball-Bundesligisten 1. FC Union Berlin (Quelle: imago-images/Matthias Koch)
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Union empfängt Frankfurt - Zurück zu den Union-Tugenden

Nach den beiden Pleiten gegen Bremen und Leverkusen braucht der 1. FC Union zuhause gegen Eintracht Frankfurt mal wieder ein Erfolgserlebnis. Vielleicht setzt die Personalie, die die "Eisernen" am Mittwoch verkündeten, ja neue Motivation frei. Von Jakob Rüger

Das Banner war riesig und nicht zu übersehen. Auf der Waldseite huldigten die treuesten Union-Fans im Heimspiel gegen Borussia Dortmund ihrem Trainer. Urs Fischer war in Siegerpose abgebildet. Unions Aufstiegstrainer war so viel Aufmerksamkeit fast ein bisschen unangenehm. "Es ist eine große Wertschätzung", sagt der ruhige Schweizer damals, der sich mit dem Aufstieg einen Platz in den Geschichtsbüchern gesichert hat.

"Wertschätzung meiner Arbeit"

In Köpenick wissen sie, was sie an dem 53-Jährigen haben. So war die Nachricht über die Vertragsverlängerung keine Überraschung, wohl aber der Zeitpunkt. "Das hat sicherlich nichts mit unseren beiden Niederlagen zu tun", sagt Fischer. "Es war der passende Zeitpunkt. Ich freue mich, das ist auch eine Wertschätzung für meine Arbeit."

Fischers neuer Vertrag gilt nun bis Sommer 2021. Ziel ist der Klassenerhalt - und dafür wären Punkte hilfreich. Der letzte Auftritt von Union beim 0:2 in Leverkusen war überraschend schlecht, es fehlten Mut und Einsatzbereitschaft. "Wir müssen jetzt bereit sein, uns etwas zuzutrauen von Beginn an", fordert Fischer vor dem Spiel gegen Frankfurt. Gleichzeitig geht er davon aus, "dass die Jungs bereit sind eine Antwort zu geben".

Nach drei Platzverweisen am Ende der Fair-Play-Tabelle

Eines würde dabei helfen: Wenn Union die Partie mit elf Spielern zu Ende bringt. Nach drei Platzverweisen in den ersten drei Saisonspielen, stehen die Köpenicker in der Fair-Play-Tabelle ganz unten. "Wir müssen uns in einigen Aktionen cleverer verhalten", so Fischer. "Gegen Leverkusen haben wir aber auch nur zwei Fouls im ersten Durchgang begangen. Wer da glaubt, wir wären eine Tretertruppe, ist auf dem Holzweg." Trotzdem wünscht sich der Trainer mehr Einsatz und Robustheit in den Zweikämpfen. Die könnte Abwehrchef Neven Subotic mitbringen. Der 30-Jährige soll nach seiner Sperre zurück in die Viererkette rutschen.

Offensive Frankfurter wollen Union-Abwehr prüfen

Definitiv verzichten muss Fischer noch auf den verletzten Mittelfeldspieler Grischa Prömel und den gesperrten Stürmer Sebastian Polter. Fraglich sind die angeschlagenen Christopher Lenz und Angreifer Suleiman Abdullahi. Auf den Flügeln könnten Sheraldo Becker und Marius Bülter eine Pause bekommen.

Taktisch lässt sich der Trainer noch nicht in die Karten schauen. Mit Eintracht Frankfurt kommt ein offensiver Gegner ins Stadion an der Alten Försterei. Nur zwei Mannschaften haben in dieser Saison öfter aufs Tor geschossen als die Hessen. Auf die Union-Abwehr dürfte daher einiges an Arbeit zukommen.

"Ich glaube, jeder schaut die Frankfurt-Spiele gerne", gibt Union Kapitän Christopher Trimmel zu. "Es wird ein interessantes Spiel in toller Atmosphäre. Man spürt die Dynamik und Leidenschaft im Eintracht-Spiel." Eigenschaften, die Union zuletzt in Leverkusen überraschend vermissen ließ. Dabei bemängelte Fischer vor allem das Fehlen der Union-Tugenden. Unter der Woche hat es im Team zahlreiche Gespräche zu dem Thema gegeben. Die "Eisernen" brauchen im Kampf gegen den Abstieg wieder ein Erfolgserlebnis. Und sollte es klappen mit dem großen Saisonziel Klassenerhalt, dann dürfte die Waldseite Urs Fischer wieder entsprechend feiern.  

Sendung: Abendschau, 25.09.2019, 19.30 Uhr

Beitrag von Jakob Rüger

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