Landry Nnoko von Alba Berlin (imago images/Bernd König)
Bild: www.imago-images.de

Alba Berlin unterliegt 105:106 in Istanbul - Knapp an der Sensation vorbei

Trotz des makellosen Saisonstarts galt Alba Berlin vor dem ersten Auswärtsspiel der Euroleague-Saison als krasser Außenseiter. Dass es in Istanbul dann doch spannend wurde, zeichnete sich allerdings schnell ab. Auch musikalisch.

Der Basketball-Abend in Istanbul begann mit einer Panne. Statt der Euroleague-Hymne spielte die Stadionregie im Sinan Erdem Dome zunächst die Titelmelodie der legendären Fernsehserie "A-Team" ein. Jener Gruppe von Ex-Soldaten, die es sich zur Mission gemacht hatte, den Underdogs dieser Welt zu helfen.

Aber irgendwie passte der Faux-Pas auch zum Spiel. Denn Alba, soviel schien im Vorfeld klar, war beim Gastspiel bei Anadolu Efes, dem Vorjahresfinalisten, nichts weiter als der krasse Außenseiter. Oder wie es Trainer Aito Garcia Reneses sagte: "In der Euroleague gibt es so viele Teams, die besser sind als wir. Efes ist eines der besten."

Viel Einsatz

Doch schon im ersten Viertel (27:25) war von Klassenunterschied nichts zu erkennen. Efes bewegte den Ball gewohnt schnell und sicher, Alba hielt mit viel Einsatz dagegen.

So entwickelte sich ein munteres Spiel, auch, weil beide Teams auf ihre Automatismen vertrauen konnten, so wie Alba-Center Landry Nnoko vorab bereits orakelt hatte: "Gegen Zenit haben wir davon profitiert, dass wir den Kern der letztjährigen Mannschaft zusammengehalten haben. Aber Efes hat das auch und ist schon eingespielt." 

Istanbuls Klasse

Und so ging es weiter. Auch wenn im Gegensatz zum ersten Viertel mehr und mehr Versuche Albas wieder ins Feld statt in den Korb fielen. Umso bemerkenswerter, dass die Albatrosse die Partie trotzdem weiterhin offen gestalten konnten - vor allem dank der starken Dreier-Quote (7/12).

Und zumindest so lange Shane Larkin nicht auf dem Feld war. Der Spielmacher Istanbuls, gerade erst von einer Verletzung genesen, zeigte immer wieder, was individuelle Klasse wirklich bedeutet. Mit 43:40 ging es schließlich in die Halbzeit. 

Kühle Berliner

Der Punkte-Paartanz zog sich anschließend ebenso durch das dritte Viertel. Und auch die Kräfteverhältnisse änderten sich kaum. Istanbuls Qualität traf auf Albas Mentalität. Die immer wieder atemberaubenden Aktionen Shane Larkins konterten die Berliner mit nordischer Kühle von der Dreier-Linie. Derart erfolgreich, dass die Gäste mit einer Drei-Punkte-Führung in das letzte Viertel starteten (72:69).

Und es wurde immer besser, derart besser, dass man sich nicht mehr gewundert hätte, die Stadionregie in Istanbul hätte erneut die Titelmelodie des "A-Team" eingespielt. Denn die favorisierten Gastgeber gerieten in Not. Larkin ging die Kraft aus und kein "Mr. T" in Sicht. Dafür eine Verlängerung, die durch das 95:95 nach vier Vierteln tatsächlich Realität wurde.

Kein Happy-End

Beschwert haben wird sich darüber vermutlich niemand der 6.500 Zuschauer. Denn auch die fünf Minuten Zugabe hatten es in sich. Nur leider kein Happy-End für Alba. Mit 5:0 startete Istanbul in die Verlängerung, davon erholten sich die Berliner nicht mehr, auch wenn der Endstand mit 106:105 denkbar knapp ausfiel.

Am Ende blieb die Erkenntnis, dass Alba mit einem der stärksten Teams der Euroleague mithalten konnte. Wohin das im Laufe einer noch langen Saison führt? Das wüsste vermutlich nicht einmal das "A-Team".

Sicher hingegen ist das nächstes Bundesligaspiel am Dienstag, 15. Oktober (19 Uhr), gegen Frankfurt. In der Euroleague geht es am kommenden Freitag (18. Oktober, 21 Uhr) beim FC Barcelona weiter.

Sendung: 11.10.2019, rbb24, 21:45 Uhr

Kommentar

Bitte füllen Sie die Felder aus, um einen Kommentar zu verfassen.

Kommentar verfassen
*Pflichtfelder

Mit Nutzung der Kommentarfunktion stimmen Sie unserer Netiquette sowie unserer Datenschutzerklärung (Link am Ende der Seite) zu. Die Redaktion behält sich vor, einzelne Kommentare nicht zu veröffentlichen.

Das könnte Sie auch interessieren

Hertha-Manager Michael Preetz guckt auf sein Handy. Bild: imago-images/Poolfoto
imago-images/Poolfoto

Fußball-Transfers nach Corona - Alter Markt, neue Regeln

In der nächsten Woche öffnet offiziell das Transferfenster in der Bundesliga. Wegen der Corona-Krise wird es in diesem Jahr länger und komplizierter. Vereine und Spielerberater stehen vor ungewohnten Problemen. Von Simon Wenzel