Die Eisbären Berlin im Angriff gegen die münchner. (Quelle: imago images/Andreas Gora)
Video: rbb um6 | 27.10.2019 | Sebastian Meyer | Bild: imago images/Andreas Gora

Eisbären Berlin unterliegen Vizemeister München mit 3:5 - Alles gegeben und doch unterlegen

Ein überragendes erstes Drittel und eine zwei-Tore-Führung reichten letztendlich nicht für die Eisbären Berlin: Gegen den deutschen Vizemeister aus München boten die Berliner nach einer ruhigen Anfangsphase einen harten Kampf, verloren aber knapp mit 3:5.

Wer vor Beginn des Duells in die Gesichter der Eisbären-Spieler blickte, der sah nicht nur die handelsübliche Entschlossenheit vor einer DEL-Partie. Nein, da war noch etwas anderes. Vielleicht sind diese Blicke am treffendsten mit dem Wort Stolz umschrieben. Es war nämlich die Begegnung zweier Vereine, die im deutschen Eishockey Generationen prägten und es im Falle der Münchner immer noch tun.

Dreimal wurde der EHC in den vergangenen vier Jahren Meister – bei den Berlinern ist der letzte Titel schon sechs Jahre her. Trotzdem sind die Hauptstädter gemeinsam mit den Adlern Mannheim immer noch DEL-Rekordmeister – und damit ein Schwergewicht.

Starkes erstes Drittel der Gastgeber

Und es war vielleicht genau dieser Umstand, der dem Team von Trainer Serge Aubin zu einer rasanten und richtig starken Anfangsphase verhalf. Ohne jegliches Vorgeplänkel präsentierten sich die Eisbären sofort im Angriffsmodus, spielten sich Torchancen heraus und wurden belohnt. Neuzugang Leo Pföderl bediente nach einem temporeichen Angriff den am langen Pfosten völlig alleingelassenen Marcel Noebels, der nur noch einschieben musste (8. Minute). Der Führungstreffer gab den Berlinern noch zusätzlichen Aufwind und vor allem die nötige Überzeugung: Marc Olver war bei seinem Weg in die Mitte nicht zu stoppen und zog einfach ab. Vor dem gegnerischen Kasten wurde parallel der sehr agile Pföderl zwar umgerissen, bekam aber irgendwie noch die Kombination aus Schläger und Kufe an den Puck und stocherte zum 2:0 ein (14. Minute).

Ein ganz pragmatischer Grund für die verdiente Führung der Eisbären: Sie vermieden über eine Viertelstunde lang unnötige Strafzeiten. Doch das sollte sich ändern: Reichel und Lapierre musste gleichzeitig vom Eis, das nutzten Parkes zum 1:2-Anschlusstreffer für die Münchener kurz vor der Drittelpause (19.).  

Traumtor zum Ausgleich hinterlässt Spuren

Eine ohnehin schon stark lodernde Partie, fing zu Beginn des zweiten Abschnits dann richtig an zu brennen. Gewühle vor dem Münchner Kasten, Handgemenge und Torchancen - beide Teams fuhren jetzt endgültig Kampflinie. Dass es die Vizemeister aus München aber auch mit der ganz feinen Klinge können, bewiesen sie in der 26. Minute. Zu dritt kombinierten sich die Gäste vor den Berliner Kasten und nahmen die Eisbären Abwehr auseinander - Voakes musste nur noch einschieben. Dieses Traumtor hatte gesessen.

Nach zahlreichen Riesenchancen für die Münchner waren die Treffer zum 2:3 (35. durch Ehliz) und zum 2:4 (36. durch Aulie) die logische Konsequenz. Im Schlussdrittel bäumten sich die Gastgeber noch einmal auf, gingen bis ans Limit um die drohende Niederlage zu verhindern. Torschuss um Torschuss flog Richtung Münchner Kasten. Mehr als der zweite Treffer von Marc Olver zum 3:4 (52.) sprang aber nicht mehr heraus. Bourque erzielte kurz vor Schluss bei leerem Eisbären-Tor noch das 3:5 und begrub alle Berliner Hoffnungen.

Es bleibt also dabei: Es ist die Ära der Münchner. Für die Spitzenreiter war es der 13. Sieg im 14. Ligaspiel. Für die Eisbären wird es auch in dieser Saison wieder darum gehen, sich für die Playoffs zu qualifizieren. Die Hauptstädter bleiben Tabellensechster.

Sendung: rbb um6, 18 Uhr, 27.10.2019

Ergebnisse Eishockey

  • DEL-Start im November geplant


    Die Deutsche Eishockey-Liga (DEL) will am 13. November in die neue Saison starten. Auf diesen Termin einigten sich die 14 Clubs in einer Videokonfe- renz, wie die DEL mitteilte.


    Voraussetzung sei allerdings, dass die rechtliche und wirtschaftliche Situa- tion im Zusammenhang mit der Coronapan- demie den Spielbetrieb erlaube.


    Ein Spielplan soll Mitte September ver- öffentlicht werden. Den ursprünglichen Saisonstart am 18. September hatte die DEL wegen der Ungewissheit über die Zu- lassung von Zuschauern verschoben.

    (ARD Text)

  • DEL 2 startet mit 14 Vereinen


    Die DEL 2 geht voraussichtlich mit den gleichen 14 Vereinen in die Saison wie vor einem Jahr.


    Den Bietigheim Steelers war zwar ur- spünglich die Lizenz verweigert worden, doch der Verein hatte erfolgreich da- gegen geklagt und die Lizenz nachträg- lich doch noch erhalten - wenn auch, wie es hieß, unter "harten Auflagen".


    Die Saison 2020/2021 steht unter beson- deren Vorzeichen, denn zum ersten Mal seit 2006 gibt es wieder einen sport- lichen Auf- und Abstieg zwischen der DEL und der 2. Liga.

    (ARD Text)

Kommentar

Bitte füllen Sie die Felder aus, um einen Kommentar zu verfassen.

Kommentar verfassen
*Pflichtfelder

Mit Nutzung der Kommentarfunktion stimmen Sie unserer Netiquette sowie unserer Datenschutzerklärung (Link am Ende der Seite) zu. Die Redaktion behält sich vor, einzelne Kommentare nicht zu veröffentlichen.

Das könnte Sie auch interessieren

Ganz so voll wird es am Samstag nicht: Grün-Weiß Lübben freut sich trotzdem auf das Pokal-Halbfinale gegen Babelsberg. Quelle: imago images/Picture Point
imago images/Picture Point

Halbfinals Brandenburger Landespokal - "Das größte Spiel seit der Wende"

Auch in Brandenburg erlebt der Fußball mit den Landespokal-Halbfinals nach der Corona-Pause am Sonntag seinen Neustart. Auf den SV Grün-Weiß Lübben wartet ein besonderes Spiel. Der Sechstligist empfängt den großen SV Babelsberg - und das vor Zuschauern.

rbb|24 zeigt ab 12:55 Uhr Uhr beide Brandenburger Landespokal-Halbfinals im Livestream.