Die fünfmalige Eisschnellauf-Olympiasiegerin Claudia Pechstein aus Berlin. / imago images/VI images
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Zerwürfnis mit Eisschnelllauf-Bundescoach - Berliner Olympiasiegerin Pechstein trainiert nun in Polen

Die Saison hat noch gar nicht begonnen, doch bei den deutschen Eisschnelläufern gibt es - schon wieder - Ärger: Die Berliner Olympiassiegerin Claudia Pechstein sieht nach einem Zerwürfnis mit Bundestrainer Erik Bouwman derzeit keine Chance auf eine vertrauensvolle Zusammenarbeit mit der Deutschen Eisschnelllauf-Gemeinschaft (DESG). Daher trainiert die deutsche Rekordmeisterin mit der polnischen Eisschnelllauf-Nationalmannschaft.

"Keine Vertrauensbasis"

"Wenn man als erfolgreichste Wintersportlerin Deutschlands so behandelt wird wie ich, dann gibt es keine Vertrauensbasis", sagte Pechstein am Sonntag der Deutschen Presse-Agentur. Beim Trainingslager in Heerenveen habe ihr der Niederländer Bouwman mitgeteilt, dass er "keinen Bock" darauf habe, dass sie in der deutschen Auswahl trainiere. "Wer als Bundestrainer so kommuniziert, hat seinen Job verfehlt", hatte Pechstein in der "Bild am Sonntag" erklärt [externer Link].

Bouwman bestätigte der Deutschen Presse-Agentur seine Aussagen, möchte aber eine weitere Konfrontation vermeiden. "Es gibt mehrere Gründe für meine Entscheidung. Aber ich denke, mit ihrem Training in Polen haben wir jetzt eine gute Lösung gefunden", sagte er. Einer der Hintergründe seiner Haltung dürfte Pechsteins Entscheidung gewesen sein, sich bei der WM im Februar in Inzell auf die Einzelstrecken über 3.000 und 5.000 Meter zu konzentrieren und auf den Teamlauf zu verzichten.

Sendung: rbb UM6, 20.10.2019, 18:15 Uhr

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3 Kommentare

  1. 3.

    Ein nachvollziehbare Konsequenz: Frau Pechstein hat über Jahre gezeigt kein Teamplayer zu sein. Leider ist Eisschnelllauf in Deutschland eine absolute Randsportart, wo es schon bei deutschen Meisterschaften nur wenige Starter über einzelne Distanzen gibt. So kann man schnell zu den "Besten" gehören. Aus meiner Sicht blockiert sie den Raum für junges Blut. Ich finde gut, dass der neue Bundestrainer dann auch zu seinem Wort steht und einfach klare Worte spricht, so wie Frau Pechstein auch immer gerne erhört werden will.

  2. 2.

    Claudia hat es nicht nötig, sich bevormunden zu lassen.Es spricht für sich, dass sie in diesem Alter immer noch eine unserer Besten ist.Ich wünsche ihr viel Erfolg und weiterhin diesen unbändigen Durchhaltewillen, der schon Berge versetzte.Zeig es der Jugend! Sie ist ein Vorbild nicht nur unserer Jugend und sollte auch so respektiert werden.

  3. 1.

    Da sollte mal der gewisse Herr Bouwman seine Nase nicht so hoch tragen! Solche Äußerungen kann man in seiner Position nicht machen! Denn es kann mal passieren, dann ist er ganz schnell weg vom Fenster! Aber hier sieht man es einmal schwarz auf weiß, er spiegelt die ganze Arroganz des Profisports wieder und er ist garantiert nicht der Einzigste, der so denkt! Diesen Leuten geht es einfach im Portemonnaie zu gut und sie haben vergessen, wo sie her gekommen sind! Claudia wir hoffen, du hast deinen Weg gefunden!

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