Union Berlin Fans (Quelle: dpa/Schröer)
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Union Berlin gegen Hertha BSC - "Das wird ein absoluter Hexenkessel"

In Köpenick herrscht gespannte Vorfreude auf das Derby. Der Heimvorteil, eine gute Form und das Selbstvertrauen sollen für den Aufsteiger zu Trümpfen werden. Als Außenseiter sieht sich der 1. FC Union nicht. Von Jakob Rüger

Urs Fischer hat schon einmal Kontakt aufgenommen - beim Pokalspiel von Hertha BSC gegen Dynamo Dresden. Unions Trainer war im Olympiastadion und wurde erkannt: "Ich habe Glückwünsche von Herthanern bekommen, die uns gratuliert haben zum Aufstieg und die sich auf das Spiel freuen. Ich musste das ein oder andere Selfie machen. Es war sehr angenehm." So nett und freundlich dürfte es am Derbytag nicht zugehen. "Das ist ein ganz wichtiges Spiel, nicht nur für uns Spieler, sondern auch für die Fans", sagt Unions Kapitän Christopher Trimmel. "Die Fans haben uns in Freiburg nach dem Pokalspiel am Gästeblock schon heiß gemacht."

Fischer hat genug Derbyerfahrung

Es dürfte ein emotionales stimmungsvolles Derby im restlos ausverkauften Stadion an der Alten Försterei werden. Schließlich geht es darum, ob Berlin bis zum Rückspiel blau-weiß oder rot-weiß ist. "Wir brauchen eine gute Mischung aus Aggressivität und Coolness", fordert Trainer Urs Fischer. Der Schweizer hat in seiner Heimat selbst zahlreiche Stadtderbys erlebt, als Trainer und als Spieler, mit dem FC Zürich gegen den Grashopper Club Zürich. Der Mann weiß also, wovon er spricht. Und natürlich ist er überzeugt davon, dass sein Team am Samstag als Sieger vom Platz geht.

Union ist in Form

"Wenn wir unsere Leistungen der letzten Spiele bestätigen können, haben wir eine Chance, das Derby zu gewinnen", sagt Fischer in seiner gewohnt ruhigen Art. "Wir brauchen einen guten Tag, um Hertha zu schlagen, aber wir müssen nur auf uns schauen." Der 1. FC Union hat zuletzt überzeugt. Der Rekordmeister aus München konnte geärgert werden und der Erfolg in der zweiten Pokalrunde, gegen Freiburg (3:1), gab dem Aufsteiger viel Selbstvertrauen. Die Köpenicker gehen mit breiter Brust in das Derby.

Das Heimspiel als Vorteil

"Das Derby hat seine eigenen Gesetze", sagt Trimmel, der bei Rapid Wien zahlreiche Stadtduelle gegen Austria Wien gespielt hat. Der Österreicher freut sich auf das Duell, sieht seinen 1. FC Union auf Augenhöhe und setzt auf den Heimvorteil: "Die Stimmung wird mega sein. Das wird ein richtiger Hexenkessel und das hat uns zuletzt zu Hause beflügelt. Wir wollen wieder dahin kommen, dass es für die Gegner unangenehm ist, nach Köpenick zu fahren." Allerdings gab es in den bisherigen vier Pflichtspielduellen zwischen Hertha und Union keinen Sieg für die Heimmannschaft.

Mehr Zeit zur Regeneration

Trainer Urs Fischer wird wieder auf die bewährte Dreierkette in der Abwehr setzen. Unions großer Trumpf ist die kompakte Verteidigung in den letzten Spielen. Dazu haben die Köpenicker nach ihrem Pokalerfolg in Freiburg einen Tag länger zur Regeneration, während Hertha 120 Pokalminuten und ein erfolgreiches Elfmeterschießen gegen Dynamo Dresden in den Knochen hat. "Ich glaube, das hat keinen Einfluss", sagt Fischer. "Mit einem Sieg regeneriert es sich besser." Der Schweizer dürfte dennoch seine Schlüsse aus dem wackeligen Auftritt der Hertha gezogen haben. In Köpenick machen sie sich berechtigte Hoffnungen auf einen Derbysieg. Bundesligapunkte können beide Berliner Vereine sehr gut gebrauchen.

Sendung: Inforadio, 01.11.2019, 18:15 Uhr

Beitrag von Jakob Rüger

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9 Kommentare

  1. 9.

    Finden Sie das wirklich? Ich bin fast jeden Tag auf den Seiten des rbb unterwegs und fühle mich über den Fußball hier in Berlin und Brandenburg eigentlich gut unterrichtet. An alle, die für morgen Karten haben: Viel Spaß und ein gutes Spiel!

  2. 7.

    Nicht nur friedlich, bitte keine Feindseligkeiten. Als alter Unioner werde ich immer positiv zu Hertha stehen. Vorbild sollte Liverpool sein, wo der Fc und Everton seit jeher völlig entspannt miteinander umgehen ( Kuschelderby ).

  3. 6.

    Ich frage mich, warum wird ein Spiel so gepusht? Ist doch ein ganz normales Fußballspiel, auch wenn zwei Stadtmannschaften mal aufeinandertreffen. Hauptsache es geht alles ganz friedlich zu. Und allen Zuschauern, egal welche Mannschaft sie favorisieren, viel Spaß und Freude!!!

  4. 5.

    Da muss erst das Derby herhalten, damit man merkt, wer in Berlin die Bundesligisten sind. Das ist jetzt endlich eine angemessene Berichterstattung. Manchmal kommt es mir vor, als wenn Cottbus ganz oben spielt. Die spielen bitte schön Regionalliga. Cottbus hat durchaus meine Sympathien und gute Fans, steigt hoffentlich auf, aber Hertha und Union stehen wohl meilenweit darüber. Über einen anderen Verein will ich gar nicht reden, der nach der 2. von Hertha, der VSG Altglienicke, der Victoria und dem BAK erst unter der Rubrik unter ferner liefen geführt werden sollte.

  5. 4.

    Auf ein friedliches Derby!
    Ich denke, dass hier beide Mannschaften die gleiche Chance haben werden, keiner ist ein glasklarer Favorit. Klar, Hertha ist etablierter in der ersten Liga, aber wer Hertha kennt, weiß, dass gerade solche wichtigen Spiele gerne mal verloren werden. Vor allem in der Alten Försterei wird es nicht leicht für die alte Dame.
    Trotzdem hoffe ich natürlich auch einen Sieg der Blau-Weißen und freue mich dann, wenn ich beim Rückspiel auch live dabei sein kann.

  6. 3.

    Und die Scheintoten habt ihr dann trotzdem nicht geschlagen. Na, ihr wart ja auch mehr mit Zündeln beschäftigt. ^^

  7. 1.

    so jungs aus der Wuhlheide,
    wir haben vorgearbeitet. Haben die blauen 120 min. übers Feld gejagt. Die sind scheintot. Den Rest macht Ihr.

    Grüße von schwaz/gelb

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