Der Lilli-Henoch-Sportplatz am Anhalter Bahnhof. Quelle: imago images/Schöning
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Suspendierung wird aufgehoben - Berlin-Ligist Al Dersimspor kommt mit mildem Urteil davon

Der Berlin-Ligist Al Dersimspor ist nach einem versuchten körperlichen Angriff  eines Spielers auf einen Schiedsrichter mit einer milden Strafe davon gekommen. Nachdem der Klub nach dem Vorfall im Spiel gegen Frohnau am 22. September zunächst suspendiert wurde, muss der Verein jetzt verschiedenste Maßnahmen einleiten, darf aber wieder am Spielbetrieb teilnehmen.

Die durch die Suspendierung ausgefallenen Spiele werden nachgeholt. Das entschied das Sportgericht des Berliner Fußball-Verbands (BFV) in einer Verhandlung am Freitagabend.

Schiedsrichter-Ausschuss findet Urteil zu mild

Die vom BFV-Sportgericht beschlossenen Maßnahmen sehen wie folgt aus: Der beschuldigte Spieler aus der Partie gegen Frohnau wird bis zum 31. Dezember 2020 gesperrt und muss zudem ein Anti-Gewalt-Training durchlaufen, sollte er wieder spielen wollen. Die gesamte erste Mannschaft Al Dersimspors muss bis zum 31. März 2020 eine Regelschulung absolvieren.

Einem Zuschauerausschluss in den nächsten Spielen, den der BFV gefordert hatte, stimmte das Sportgericht nicht zu. Stattdessen muss Al Dersimspor pro Spiel fünf Ordner stellen, die vor Spielbeginn namentlich beim Schiedsrichter gemeldet werden müssen. "Damit können wir leben", erklärte Ralf Kisting, Sprecher des Schiedsrichter-Ausschusses des Berliner Fußball-Verbands, auf Nachfrage von rbb|24. Insgesamt fällt dem Ausschuss das Urteil aber nicht deutlich genug aus. "Das milde Urteil können wir nicht nachvollziehen. Gerade die persönlichen Strafen fallen zu schwach aus", erklärt Kisting, "die generelle Meinung ist, dass Al Dersimspor nach schweren Vergehen zu glimpflich davon gekommen ist."

Mehr Anfeindungen gegen Schiedsrichter

Nachdem im Berliner Fußball zuletzt Anfeindungen gegenüber Referees zunahmen, hatte der Schiedsrichter-Ausschuss am Freitagabend auf ein stärkeres Zeichen mit Signalwirkung gehofft.

Wann die zwei Spiele, die wegen der vorläufigen Sperre ausgefallen waren, wiederholt werden, steht noch nicht fest.

Anmerkung: In einer früheren Version des Beitrags haben wir Ralf Kisting als Pressesprecher des Berliner Fußball-Verbandes (BFV) bezeichnet. Er spricht jedoch ausschließlich für den Schiedsrichter-Ausschuss des BFV. Wir haben die entsprechenden Passagen im Text korrigiert.

Sendung: rbbUM6, 12.10.19, 18:00 Uhr

Kommentar

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Antwort auf [rbb24] vom 12.10.2019 um 19:16
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4 Kommentare

  1. 4.

    Der Verband kuscht wieder einmal vor bestimmten Vereinen. Ich habe schon soviele lächerliche Urteile miterlebt. Beschämend dieser Verband. Mit einem „ du du du“ kommt man hier nicht weiter.

  2. 3.

    Spielerrowdys kommen fast ungeschoren davon, obwohl das Geschehene bereits die Straftatbestände Körperverletzung und Beleidigung erfüllen. Wer auf Regeln pfeift und seine Wut nicht im Griff hat, hat auf dem Sportplatz bezw. Sportverein 9 nichts zu suchen. Dauerhaft. Ein Thema, was viel zu selten den Weg in die Öffentlichkeit findet. Im Übrigen bin ich der Meinung, dass in allen Sportvereinen bereits gewaltprophylaktische Schulungen zum Standardprogramm gehören sollten.

  3. 1.

    Im Artikel wird Ralf Kisting als Pressesprecher des Berliner Fußball-Verbandes bezeichnet. Dies ist nicht korrekt. Ralf Kisting spricht für den Schiedsrichter-Ausschuss des BFV. Ich möchte Sie freundlich bitten, dies zu korrigieren. Der Berliner Fußball-Verband bewertet die Urteile des Sportgerichts nicht. Aus diesem Grund sind die Aussagen "BFV findet Urteil zu mild" und "..hatte der Verband am Freitagabend auf ein stärkeres Zeichen mit Signalwirkung gehofft." etc. nicht korrekt. Hier müsste vom Schiedsrichter-Ausschuss die Rede sein.

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