Die Visualisierung zeigt den möglichen Standort eines reinen Fußballstadions für Hertha BSC in der Nähe des Olympiastadions
Bild: dpa

Ringen um neue Arena - Hertha eröffnet im Stadion-Streit eigenen Datenraum

Hertha BSC geht im  Streit um den Bau seines neuen Stadions erneut in die Offensive. Ab 24. Oktober will der Fußball-Bundesligist einen eigenen Datenraum öffnen. Dort sollen sich Interessierte die Unterlagen anschauen dürfen, die bereits dem Berliner Abgeordnetenhaus zur Verfügung gestellt wurden. Ziel sei weiterhin ein Stadionbau im Olympiapark, allerdings fehlt dem Verein dort derzeit noch das entsprechende Grundstück.

"Wir haben zweieinhalb Jahre mit dem Berliner Senat über den Standort im Olympiapark verhandelt", sagte Klaus Teichert, Geschäftsführer der Hertha BSC Stadion GmbH. Daneben seien mehr als 50 mögliche Stadion-Standorte in Berlin und Brandenburg geprüft worden. Nachdem die entsprechenden Dokumente ein halbes Jahr lang nur dem Abgeordnetenhaus zur Verfügung standen, so Teichert, "möchten wir sie jetzt unseren Fans zugänglich machen, damit sie sich ein eigenes Bild zum Projekt machen können".

Der Datenraum, dessen genauer Ort noch nicht feststeht, stehe zunächst jeden Donnerstag von 17 bis 19 Uhr offen. Besucher müssten vorher Handys und Fotoapparate abgeben. Interessierte werden gebeten, sich vorab anzumelden [herthabsc.de].

Auf Nachfrage von rbb|24 teilte der Verein allerdings mit, dass die Besuchstermine bis Ende Oktober bereits voll ausgebucht seien.

Hertha will weiter im Olympiapark bauen

Im Datenraum sollen neben diversen Gutachten auch Unterlagen über die Finanzierung eines neuen Stadions liegen, teilte der Verein mit. Außerdem werde man Informationen zu den Ersatzgrundstücken finden, die Hertha BSC für den Neubau von 24 Genossenschaftswohnungen vorgeschlagen hat. Diese hätten für das Stadion im Olympiapark abgerissen werden müssen. Die Genossenschaft hatte den Verkauf an Hertha BSC allerdings mehrfach abgelehnt, zuletzt endgültig. Aus Sicht der Genossenschaft konnte keines der Angebote überzeugen. "Mit entsprechendem politischem Willen gäbe es immer noch eine Lösung", sagte Teichtert, "denn das Land Berlin besitzt eigene Grundstücke im Westend, wo man diese Wohnungen bauen könnte."

Welche Grundstücke das sind, erklärte Teichert allerdings nicht. Sportsenator Andreas Geisel (SPD) hatte zuletzt einen Stadionbau an anderer Stelle im Olympiapark abgelehnt, unter anderem aus Denkmalschutzgründen. Er präferiert, dass Hertha BSC im Olympiastadion bleibt, hatte zuletzt aber auch das Gelände des Flughafens Tegel als Alternativstandort angeboten. Das wiederum hatte Hertha BSC abgelehnt, vor allem weil dort die Verkehrsanbindung fehle. Im Bezirk wird derweil auch über einen Stadionbau in der alten Avus-Nordkurve zumindest nachgedacht.

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6 Kommentare

  1. 5.

    Sie haben wohl eher nichts verstanden, auch wenn hier immer die gleichen Stammtischparolen kommen, noch mal die einfache Version die jeder verstehen sollte:
    Hertha eigenes Stadion gut für Berlins Kasse
    Hertha weiter im Oly schlecht für Berlins Kasse -> sprich auch schlecht für Mr. Eisbär der das dann mittragen darf

  2. 3.

    Hoffentlich wird dieser unfähige Senat bald abgewählt. Eine Mehrheit hat er in Berlin eh nicht mehr. Wenn man in Berlin nicht mal mehr sinnvolle Gespräche für ein wichtiges und sinnvolles Vorhaben von Senatsseite führen will ist das mehr als bedenklich. Nur ihre politische Klientel bedient! So fährt man diese Stadt an die Wand.

  3. 2.

    Ich hoffe, die Hertha fährt mit dieser Dickköpfigkeit richtig schön gegen die Wand. Leider sehen die meisten Herthaner wohl nicht, was für eine durchschaubare Show die eigenen Verantwortlichen abziehen und lassen sich gegen die Politik aufhetzen. Die Hertha fällt in den Medien nur noch durch Finanzspielereien und Bockigkeit bzgl. des Stadions auf, so etwas muss nicht durch die Politik unterstützt werden. Wenn man es nicht selbst hinbekommt Lösungen zu finden, hat man wohl die falschen Leute am Ruder. Stattdessen will man die Politik mit Gutachten verarschen, die nur ein Zweck haben: alle anderen Möglichkeiten ausschließen und so die eigenen Wünsche erzwingen. Sollen sie ruhig weiter alle paar Tage mit dem Thema zu den Medien rennen. Leider Pech, dass auch oft die andere Seite daraufhin zu Wort kommt und den Herthaverantwortlichen mit wenigen Sätzen blöd dastehen lässt.

  4. 1.

    "Ziel sei weiterhin ein Stadionbau im Olympiapark." Was um alles in der Welt hat Hertha denn nicht richtig verstanden? Das ist doch nun echt vom Tisch. Es ist ja ehrenwert, dass sich der Verein für seine durchschnittlich 40000 Zuschauer pro Spiel so ins Zeug legt, aber alle anderen sind nun langsam echt genervt.

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