Triathlet Hans-Joachim Weißflog aus Cottbus. (Quelle: rbb/Andreas Friebel)
Bild: rbb/Andreas Friebel

Härtester Triathlon der Welt - 66-jähriger Ex-Kettenraucher startet beim Ironman auf Hawaii

Vier Kilometer durch den Pazifik schwimmen, dann 180 Kilometer auf dem Rad und zum Schluss ein Marathon: Der Ironman auf Hawaii zieht die verrücktesten Sportler der ganzen Welt an. Nun stellt sich ein 66-jähriger Cottbuser dem Wahnsinn. Warum? Von Andreas Friebel

Während andere mit 66 Jahren langsam anfangen, ihren Ruhestand zu genießen, will es Hans-Joachim Weißflog noch mal wissen. Zum ersten Mal ist er beim weltberühmten Ironman auf Hawaii dabei. Dafür hat er sich und seinen Körper in den vergangenen Monaten gequält. "Das waren pro Woche etwa 15 Stunden. Was ganz schön viel ist. Obwohl in meiner Altersklasse das Training nicht das Wichtigste ist - sondern trainieren und ordentlich erholen."

Weißflog ist erst spät zum Sport gekommen. Ein Freund überredete ihn, mal ein bisschen zu laufen. Da war er 48 und Kettenraucher. "Da dachte ich, da läufst du mal mit und habe mir Volleyballschuhe angezogen. Das ging nicht lange gut und ich habe mir richtige Laufschuhe gekauft." Und als sich der Cottbuser dann bereit für den Berlin-Marathon fühlte, hörte er auch mit dem Rauchen auf.

Endlose Bahnen im Cottbuser Schwimmbad

Vom Berlin-Marathon bis zum Ironman-Triathlon war es dann aber noch ein weiter Weg. In Vorbereitung auf diesen außergewöhnlichen Wettkampf saß der 66-Jährige in den vergangenen Monaten insgesamt 5.000 Kilometer auf dem Rad, lief 1.000 Kilometer und schwamm 200 Kilometer – statt im Pazifik im Cottbuser Schwimmbad "Lagune".

Ohne die Unterstützung eines Trainers wäre so ein Programm nicht möglich gewesen. Hans-Joachim Weißflog suchte sich Hilfe bei Spezialisten – und fand sie in Bayern bei Tricamp. Dort wurden auf ihn zugeschnittene Trainingspläne erstellt, deren Überwachung über das Internet erfolgte. "Die letzten drei Wochen habe ich mich runtertrainiert, um ganz erholt in den Wettkampf gehen zu können."

Triathlet Hans-Joachim Weißflog aus Cottbus. (Quelle: rbb/Andreas Friebel)Hans-Joachim Weißflog beim Training.

30 Grad mitten im Pazifik

Rund 2.500 Athleten sind bei Ironman auf Hawaii dabei. Weißflog qualifizierte sich dafür über einen Vorwettkampf in China vor einem Jahr. "Das Wichtigste wird sein, dass ich beim Radfahren nicht überziehe und die Kraft nicht ganz weg ist." Denn das Radfahren geht etwa sechs Stunden. "Und danach noch einen Marathon zu laufen, ist nicht ganz ohne: Der Körper hat keine richtige Energie mehr. Das ist das Spannende dabei. Laufen selbst ist nicht schwer. Aber Laufen ohne Energie ist nicht einfach."

Dazu kommt, dass auf Hawaii derzeit 30 Grad sind, die dem Körper ordentlich zusetzen. Aber auch das schreckt Weißflog nicht ab. "Das Wichtigste ist, ins Ziel zu kommen und dabei gewesen zu sein. Darauf freue ich mich."

Seit Anfang Oktober ist Weißflog jetzt auf Hawaii, um sich zu akklimatisieren. "Mein Ziel ist es, nach etwa 12 Stunden ins Ziel zu kommen. Damit könnte ich in meiner Altersklasse vielleicht unter die besten 15 kommen." Zum Vergleich: Vorjahressieger Patrick Lange brauchte 2018 knapp acht Stunden für das Spektakel auf Big Island. Der Hesse ist allerdings auch 33 und damit halb so alt wie der Cottbuser Hans-Joachim Weißflog.

Sendung: Antenne Brandenburg, 10.10.2019, 08:12 Uhr

Beitrag von Andreas Friebel

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3 Kommentare

  1. 3.

    Meine Hochachtung vor diesem Herren.

  2. 2.

    Ich vermute, dass Sie den dritten Absatz meinen. Da ging es aber nicht um die Reihenfolge vom Triathlon, sondern um die Trainingsumfänge, sortiert nach Distanz.
    VG
    A.Friebel

  3. 1.

    Schade das schon im ersten Text ein Fehler steht. Triathlon egal welche Distanz, startet immer mit der Disziplin SCHWIMMEN, geht dann über zum RADFAHREN und endet mit der Disziplin LAUFEN. Dem ehemaligen Kettenraucher viel Spaß und Erfolg bei der Königsdisziplin.

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