TeBe bejubelt einen Treffer in der Oberliga Nordost. / imago images/Matthias Koch
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Dritte Runde im Landespokal - Finanziell unsicher, sportlich erfolgreich

Bei Tennis Borussia Berlin läuft es sportlich richtig gut. Und das trotz der turbulenten Zeiten, in denen der Verein steckte - und immer noch steckt. Nun geht es in der dritten Runde des Landespokals zu Stern 1900.

Acht Spiele, 22 Punkte - und somit Platz eins in der Oberliga Nordost. Es ist eine sportliche Bilanz, die kaum besser sein könnte. "Jeder Sieg ist immer ein Genuss", sagt Günter Brombosch im Gespräch mit rbb|24 vor dem Spiel bei Stern 1900 in der dritten Runde des Berliner Landespokals (So., 11:45 Uhr).

Verstärkt wird dieses freudige Gefühl beim Vorsitzenden von Tennis Borussia noch dadurch, dass er weiß, dass die beeindruckende Punkte-Maschinerie unter erschwerten Bedingungen läuft. "Wir sind stolz auf die Leistung, die die Mannschaft erbracht hat", sagt er, "und das trotz der Unsicherheit, die zwangsläufig eingetreten ist."

TeBe-Vorsitzender Günter Brombosch. / imago images/Matthias Koch
TeBe-Vorsitzender Günter Brombosch. | Bild: imago images/Matthias Koch

Unsicherheit vor allem finanzieller Art. Der von den Fans ungeliebte Jens Redlich ist weg. Endgültig, ja: rechtlich verbrieft. Die Eintracht ist damit scheinbar zurück, aber die Probleme erst einmal nicht weniger geworden. "Die Ruhe, die als Außenstehender vielleicht offenbar wird, gibt es im Augenblick noch nicht", sagt Brombosch - und: "Wir haben gerade als neu eingesetzter Vorstand - und den haben wir erweitert - ein sehr umfassendes Arbeitsprogramm, um alle Bau- und Schwachstellen in Ordnung zu bringen."

Berufsgenossenschaft bekommt noch 112.000 Euro

Und davon haben sich einige aufgetan. Der neue Vorstand wirft dem alten vor, kostspielige Altlasten hinterlassen zu haben. Wie viele genau? Das ist erst langsam zu überblicken. Aktuell geht es um 112.000 Euro. Diese Summe muss der Verein an die Berufsgenossenschaft nachzahlen. "Da versuchen wir jetzt Wege wie etwa einen Stundungsantrag zu finden, weil wir die Summe nicht ad hoc aufbringen können", sagt Brombosch.

Drei Fragen: Günter Brombosch, Vorsitzender TeBe

  • Lage im Verein

  • Finanzielle Situation

  • Sportliche Ambitionen

Sorgen machen müsse sich jedoch niemand um Tennis Borussia. "Das wird ein Kraftakt für uns, aber wir sind ganz sicher, dass es funktionieren wird", sagt der Vorsitzende. Bis zum Ende der Saison hat Redlich die finanzielle Unterstützung zugesagt. Das hat man auch bei TeBe vernommen. Und zudem laufen Gespräche mit neuen Sponsoren. Ganz aktuell. "Den einen zentralen Geldgeber soll es nicht mehr geben. Wir wollen das auf mehrere Beine stellen."

Helfen könnte in Sachen Geld mittelfristig auch der Pokal. "Zuletzt haben wir erst im Pokal-Endspiel unglücklich gegen Viktoria verloren. Die haben dann durch den Einzug in den DFB-Pokal eine ganz erhebliche Einnahme gehabt", sagt Brombosch. Der Anreiz, ganz weit zu kommen, ist also groß. Die Hürde Stern 1900 aber nicht zu unterschätzen: "Die haben ungefähr die gleiche Position in der Berlin-Liga wie wir in der Oberliga - das wird sicherlich hochinteressant."

Regionalliga-Duell eröffnet dritte Runde

Zum Auftakt der dritten Runde kommt es bereits am Freitag (19 Uhr) in Lichterfelde zum klassenhöchsten Duell der dritten Pokal-Runde. Viktoria 1889 erwartet Lichtenberg 47. Regionalligist trifft somit auf Regionalligist. In der laufenden Saison trennen die beiden Teams nur drei Punkte. Es dürfte somit ein enges Duell werden - mit leichten Vorteilen für die Hausherren.

Während Viktoria 1889 nämlich zuletzt in Halberstadt gewannen, wartet Aufsteiger Lichtenberg nach starkem Start inzwischen seit fünf Spieltagen auf einen Sieg. Mut schöpfen können die 47er aber aus der Historie, sprich: dem bislang letzten Pflichtspiel-Duell der Teams. Ende 2017 war das. Auch im Pokal. Auch in der dritten Runde. Und die Mannschaft von Uwe Lehmann siegte - damals zuhause - im Elfmeterschießen.

VSG, AK und BFC treffen auf Landesligisten

Die weiteren Berliner Regionalligisten gehen jeweils als klare Favoriten in ihre Begegnungen. Die Gegner kommen allesamt aus der siebtklassigen Landesliga. Die VSG Altglienicke - derzeit im Höhenflug und auf Platz zwei der Liga - ist beim 1. FC Wilmersdorf gefordert (So., 12 Uhr). Der Berliner AK tritt beim 1. FC Novi Pazar in Neukölln an (So., 14 Uhr). Und für den BFC Dynamo geht es nach Friedrichshain zum FSV Berolina Stralau (So., 14:30 Uhr).

Einige gespannte Blicke dürften sich derweil auch auf einen A-Ligisten richten. Weniger wegen des eigentlichen Spiels, in dem der FC Amed auf Schwarz-Weiss Spandau trifft (So., 14 Uhr). Doch der Verein gab zu Beginn der Woche die Verpflichtung des einstigen Top-Talents Kevin Pannewitz bekannt. Der heute 27-jährige Mittelfeldspieler debütierte schon vor zehn Jahren bei Hansa Rostock. Nach Eskapaden mit Ausflügen ins Nachtleben wechselte er zum VfL Wolfsburg. Doch auch der damalige VfL-Trainer Felix Magath bekam ihn nicht wieder in die Spur. Es blieb turbulent. In der Folge spielte Pannewitz unterklassig, jobbte nebenbei für eine Handelskette und schleppte Kühlschränke und Waschmaschinen in Wohnungen.

Die dritte Runde im Überblick

  • Freitag

  • Samstag

  • Sonntag

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