Berliner Turner Lukas Dauser - Bier, Schokolade und ganz viel Zuversicht

Di 15.10.19 | 07:41 Uhr
Der Berliner Turner Lukas Dauser stürzt bei der Heim-WM in Stuttgart bei seiner Barren-Übung. / imago images/Pressefoto Baumann
Video: rbb24 | 14.10.2019 | Dennis Wiese | Bild: imago images/Pressefoto Baumann

Er war auf Medaillenkurs und stand am Ende mit leeren Händen da. Deshalb hat sich Lukas Dauser nach der Turn-WM all das genehmigt, was bei Leistungssportlern normalerweise ganz oben auf der verbotenen Liste steht - und blickt nun optimistisch in Richtung Olympia.

Montagnachmittag in Berlin-Mitte. Lukas Dauser sitzt in seinem Lieblingscafé. Die warme Herbstsonne scheint dem jungen Wahl-Berliner mit den dunklen kurzen Haaren ins Gesicht. Er kommt öfter dorthin - an diesem Nachmittag wohl mit einer Portion Selbstironie.

Denn sein Stammkaffeehaus heißt "Glückscafé" - und Glück hatte er am Tag zuvor wahrlich nicht besonders viel. Bei den Turn-Weltmeisterschaften in Stuttgart qualifizierte sich Dauser als Bester für das Finale am Barren. Doch er stürzte und wurde schließlich letzter.

"So richtig verdaut habe ich das noch nicht"

"Am Sonntag hatte ich kein Glück. Das gehört im Sport dazu", sagt der 26-Jährige inzwischen wieder mit einem kleinen Lächeln. "Aber so richtig verdaut habe ich das noch nicht." Denn nachdem der gebürtige Bayer sich mit 15,033 Punkten den ersten Platz in der Qualifikation sicherte, wurden die Hoffnungen auf eine Medaille bei der Heim-WM in Stuttgart immer größer.

"Wenn man dann im Finale steht, will man natürlich alles geben", erzählt Dauser und schwärmt von der Atmosphäre. "Ich hatte absolute Gänsehaut, einen Kloß im Hals und musste erstmal durchatmen. Es war atemberaubend."

Olympia-Qualifikation sorgt für Erleichterung

Und auch die 7.500 Zuschauer haben wohl mehrheitlich die Luft angehalten, als der Sportsoldat vom Gerät stürzte. Der Traum von einer Medaille, zerplatzt in einer Sekunde. Dennoch zieht der er ein positives Fazit. "Dass wir uns als Team für die Olympischen Spiele qualifiziert haben, war unser primäres Ziel. Das haben wir geschafft und darum ist auch ein bisschen eine Last von unseren Schultern gefallen", freut sich Dauser. Im Juni finden die Qualifikations-Wettkämpfe statt. "Da müssen wir natürlich fit sein."

Eine Maß Bier und eine Tafel Schokolade

Ein bisschen Zeit bleibt aber noch bis dahin. Und so hat sich auch der Berliner - trotz oder gerade wegen des verpatzten Finales - am Sonntagabend all das genehmigt, was bei Leistungssportlern normalerweise tabu ist. "Abends beim Bankett habe ich mein erstes Bier seit vier Monaten getrunken. Das tat auch mal ganz gut. Als ich im Hotel war, habe ich mir auch noch Schokolade gegönnt", berichtet der Turner.

Manchmal sind es eben die kleinen Dinge, die glücklich machen. Und dass das Glück auch zu Lukas Dauser wieder zurückkommt, daran glaubt er fest. "Irgendwann wird es wieder eine Chance geben. Und die Erfahrung, die ich am Sonntag gemacht habe, werde ich dann hoffentlich besser umsetzen können, damit ich dann auch ganz oben stehen kann."

Sendung: rbb24, 14.10.2019, 21.45 Uhr

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