Samuel Tuia und Nicolas Le Goff von den BR Volleys (imago images)
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Video: rbb UM6 | 20.10.2019 | Uri Zahavi | Bild: imago images/Bernd König

Volleyball-Supercup - BR Volleys demontieren Friedrichshafen

Drei Mal haben sich die BR Volleys im Supercup bereits an Friedrichshafen versucht, drei Mal verloren. Dieses Jahr sollte alles anders kommen. Warum dabei alle auf den Boden schauten und gleich doppelt Geschichte geschrieben wurde.

Dass es historisch werden würde, war schon vor der Partie sicher. Dass die Blicke kollektiv zum Boden gehen würden, auch. Denn beim Volleyball-Supercup zwischen den BR Volleys und dem VfB Friedrichshafen in der Hannoveraner TUI Arena kam es zu einer Weltpremiere: Es wurde auf Glas gespielt.

Millionen von LED-Lichtern darunter, die sowohl die Linien abbildeten als auch Animationen. Ob in den Pausen oder dem Spiel selbst. "Das ist genial", befand BR-Mittelblocker Georg Klein schon vor dem Spiel. Und auch sein Trainer, Cedric Enard, sagte: "Das wird sicher spannend und für alle eine neue Erfahrung."

Einspielen? Nicht nötig!

Eine Trainingseinheit hatte beide Mannschaft im Vorfeld auf dem neuen Bodenbelag absolvieren können. Nicht sonderlich viel, aber daran sind sie ja gewöhnt in der Hauptstadt. Denn erst am Freitagmorgen waren die BR Volleys erstmals in dieser Saison komplett, da mit Sergei Grankin auch der letzte Weltcup-Teilnehmer in Berlin eintrudelte. Der wurde dann im Spiel allerdings komplett geschont. Für ihn agierte Pierre Pujol als Zuspieler.

"Es wird Zeit brauchen, bis wir eingespielt sind", hatte Volleys-Manager Kaweh Niroomand dann auch vor der Partie gesagt. Was dann allerdings umso mehr für den Gegner galt. Die extrem kurze Vorbereitungszeit, dazu acht Neuzugänge aus aller Herren Länder - Friedrichshafen wirkte trotz des gelungenen Bundesligastarts (zwei Siege, 6:1 Sätze) wie ein gerade erst begonnenes Puzzle.

Volleys in allen Belangen überlegen

Das Team vom Bodensee war den Berlinern in allen Belangen unterlegen. Die eigenen Aufschläge segelten reihenweise ins Aus. Die gegnerischen Angaben stellten sie immer wieder vor unlösbare Probleme. Auch am Netz dominierten die Volleys fast nach Belieben, besonders durch den überragenden Nicolas Le Goff im Block.

3:0 (25:20, 25:18, 25:15) hieß es nach nur 74 Minuten für den amtierenden Meister. "Dass es so deutlich wird, war nicht zu erwarten", sagte dann auch der zum Spieler des Spiels gekürte Volleys-Kapitän Moritz Reichert am Mikrofon von Sport1 - ehe er trocken auf die kommenden Aufgaben verwies. Was verwundern musste, denn mit dem klaren Sieg bescherten die Volleys der Partie gleich noch eine historische Note - den ersten Supercup-Sieg der Berliner überhaupt. 

Negativ-Serie beendet

Drei Mal waren sie bereits als amtierender Meister angetreten in diesem Wettbewerb. Immer gegen Friedrichshafen. Immer unterlagen sie. Diesmal sollte es anders kommen. Derart deutlich, derart anders, dass selbst der offizielle Twitter-Account der Volleys irgendwann alle Zuneigung über Bord warf und schrieb, man könne fast Mitleid haben.

Davon wollten sie auf Gegner-Seite allerdings nichts wissen. Friedrichshafens Libero Markus Steuerwald etwa konstatierte schlicht: "Man hat gesehen, dass die Berliner eingespielter sind." Nach diesem Spielverlauf lässt sich allerdings stark davon ausgehen, dass es das allein nicht war. Und es eine historische Saison werden könnte für die BR Volleys. Ob auf Glas oder nicht.

Sendung: rbbUM6, 20.10.2019, 18:00 Uhr

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