Stefan Peno am Ball für Alba Berlin (Quelle: imago images/Bernd König)
Video: rbb um6 | 14.11.2019 | Jörg Klawitter | Bild: imago images/Bernd König

Albas Stefan Peno kämpft für sein Comeback - Der harte Weg zurück

Neun Monate ist die schwere Kniescheiben-Verletzung von Alba Berlins Point Guard Stefan Peno her. Seitdem arbeitet der 22-Jährige ununterbrochen an seinem Comeback. Der Weg zurück in den Basketball ist mühsam - doch 2020 könnte er es geschafft haben. Von Uri Zahavi

"Zu Beginn des zweiten Viertels bin ich hochgesprungen", erinnert sich Stefan Peno, während er auf einer Liege im Behandlungszimmer des Teamarztes von Alba Berlin sitzt. "Ich habe in der Luft die Kontrolle verloren und bin ganz schlecht nur auf meinem linken Bein aufgekommen. Meine Kniescheibe ist dann einfach rausgeploppt." Der 22-jährige Point Guard lacht - und nimmt es mit Humor. Dabei erzählt er vom schwärzesten Moment seiner bisherigen Sportlerkarriere.  

Schwer verletzt: Alba-Spielmacher Stefan Peno zog sich eine Kniescheibenluxation zu. / imago/Camera 4
Stefan Peno wird gegen Bayreuth vom Platz getragen. | Bild: imago/Camera 4

Der Tag der Verletzung

Wir schreiben den 02. Februar 2019. Die Albatrosse treten nach einer Auswärtsodyssee mit vielen aufeinanderfolgenden Spielen und anstrengenden Reisen mal wieder in der heimischen Arena an. "Ich habe vor der Partie gegen Bayreuth das erste Mal in meinem Leben gespürt, wie müde ich eigentlich bin", erinnert sich Peno. "Ob das Einfluss auf die spätere Verletzung hatte – keine Ahnung."  Der Serbe, der 2017 aus Barcelona nach Berlin wechselte, stand in den Wochen zuvor besonders im Fokus. Die Berliner hatten mit Verletzungsproblemen zu kämpfen – viel Verantwortung lastete in dieser Phase auf Penos jungen Schultern.

Als der serbische Juniorennationalspieler sich nach der unsanften Landung auf den  Hallenboden wirft und wild, ja fast panisch, mit seinen Händen nach Hilfe winkt – wird vielen Anwesenden schnell klar: Das ist etwas Ernstes. Die katastrophale Diagnose: Kniescheibenluxation. Oder in einfachem Deutsch: Die linke Kniescheibe ist auf dem Feld komplett aus dem Gelenk gesprungen. Sofort schwingt die Angst vor einem abrupten Karriereende mit.

Die Einstellung im Kopf

Team-Doc Moritz Morawski renkt noch auf dem Parkett die Kniescheibe wieder ein - im Anschluss geht es ins Krankenhaus. Peno muss so schnell es geht operiert werden. Es sollte der Beginn seines harten Weges zurück auf die große Basketball-Bühne werden.

Dieser Tag im Februar ist jetzt über neun Monate her. "Es ist schon sehr schwer, beim Team zu sein, aber nicht spielen zu können", beschreibt Peno die lange Leidenszeit. Doch während er über diese schmerzhaften Erfahrungen spricht, blitzt immer wieder ein Lächeln über seine Lippen. Seine positive Ausstrahlung ist bemerkenswert - und irgendwie ansteckend.

"Es gibt nur wenige Spieler, die keine schwere Verletzung in ihrer Karriere hatten. Darauf muss man vorbereitet sein", erzählt der Serbe und hält kurz inne. "Ich war es definitiv nicht", schiebt er schnell nach und lacht wieder herzhaft. "Aber du lernst, mit der Situation umzugehen. Ich denke nicht daran, wann ich wieder spielen kann oder wie viel Zeit bereits vergangen ist. Ich denke von Tag zu Tag." Natürlich habe er Downs gehabt, aber das gehöre eben zum Prozess.

Das Licht am Ende des Tunnels

Stefan Peno hat sich in der Reha abgerackert - wanderte dabei stetig auf dem schmalen Grat zwischen Motivation und Übermotivation. "Ich habe verstanden, dass es wichtig ist, dem Körper Erholung zu erlauben", beschreibt er die Tücken des Aufbautrainings. Mannschaftsarzt Moritz Morawski war immer an der Seite des Jungstars. "Es ist wichtig, verletzte Spieler ständig aufzubauen und zu motivieren", beschreibt Morawski die häufig auftretende emotionale Labilität. Dass Peno keine Familie in Deutschland hat, die ihn in dieser Situation hätte unterstützen können, machte es noch herausfordernder. "Stefan macht das super, ist ein netter und positiver Typ."

Und es gibt tatsächlich Licht am Ende des Tunnels. "Wir gehen davon aus, dass er Anfang 2020 wieder ins Mannschaftstraining einsteigen kann", prognostiziert Teamarzt Morawski. Das zaubert Stefan Peno natürlich ein weiteres Lächelns ins Gesicht. "Wenn ich eines während der neun Monate gelernt habe, dann ist es niemals zurückschauen." Bleibt zu hoffen, dass Stefan Peno seine bemerkenswerte positive Einstellung endlich wieder auf dem Platz einsetzen kann. 

Sendung: rbb um6, 14.11.2019, 18 Uhr

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