Dejan Milosavljev jubelt in einem Spiel der Füchse Berlin. Quelle: imago images/Contrast
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Video: rbbUM6 | 20.11.19 | 18 Uhr | Birgit Hofmann | Bild: imago images/Contrast

Porträt | Dejan Milosavljev - Ein tanzendes Schwergewicht im Füchse-Tor

Seit dem Sommer steht Torwart Dejan Milosavljev bei den Füchsen Berlin unter Vertrag. Mit starken Paraden und einer emotionalen Art setzte er sich schnell im Tor der Füchse fest. Dabei bestimmte zunächst ein anderes Thema die Diskussionen um den jungen Serben.

135 Kilogramm bei einer Größe von 1,96 Meter. Dejan Milosavljev, seit dem Sommer Torwart bei den Füchsen Berlin, ist beileibe kein Leichtgewicht. Bei einigen Fans und Beobachtern sorgte der - nun, ja - stämmige Körperbau des 23-jährigen Serben zu Saisonbeginn für Verwunderung. Die kritischen Stimmen ließ der Schlussmann aber schnell verstummen. Milosavljev zeigt kontinuierlich gute Leistungen, hat Füchse-Ikone Silvio Heinevetter aus dem Kasten verdrängt und besticht vor allem durch seine enorme Beweglichkeit.

"Mich interessiert nur, wie viele Bälle er hält"

"Seitdem ich in Berlin angekommen bin, habe ich schon vier bis fünf Kilo verloren. Für mich hat sich viel verändert. Einfach weil sich mein Lebensstil in Deutschland gewandelt hat", verteidigt Milosavljev lachend seinen Körperbau. Für Füchse-Trainer Velimir Petkovic war das Gewicht seines neuen Keepers ohnehin nie ein Thema. "Ich habe von Anfang an gesagt, dass es mich nur interessiert, wie viele Bälle er hält", erklärt der 63-Jährige.

Auch Handball-Kenner werden die Gewichtsdiskussion um Dejan Milosavljev höchstens amüsiert verfolgt haben. So bewies der Serbe bereits bei seinem alten Verein RK Vardar Skopje seine außergewöhnlichen Qualitäten. Mit den Nordmazedoniern gewann er 2019 die nationale Meisterschaft und die Champions League. Milosavljev selbst wurde für seine Leistungen mit einer Berufung in das All-Star-Team der Königsklasse belohnt.

Tanzend zum Erfolgsgarant

Auch bei den Füchsen brauchte der serbische Nationaltorhüter keine lange Eingewöhnungszeit. Hatten die Berliner nach der Verpflichtung des Youngsters noch einen offenen Dreikampf zwischen Milosavljev, Heinevetter und Martin Ziemer angekündigt, entschied der Serbe diesen schnell für sich. Für Silvio Heinevetter, lange Jahre im Füchse-Tor gesetzt, bleibt oft nur noch der Platz auf der Bank. Im nächsten Sommer wird der 35-Jährige zur MT Melsungen wechseln.

Stets emotional bei der Sache: Dejan Milosavljev (links) mit Kapitän Hans Lindberg (rechts). Quelle: imago images/Jan Huebner
Stets emotional bei der Sache: Dejan Milosavljev mit Kapitän Hans Lindberg. | Bild: imago images/Jan Huebner

Dejan Milosavljev hat das Trainerteam und die Fans schnell überzeugt. Zuletzt war er nach dem Sieg gegen die Rhein-Neckar Löwen - immerhin ein Champions-League-Aspirant - der gefeierte Held in der Max-Schmeling-Halle. Mit 15 Paraden hatte der Keeper großen Anteil an dem knappen Erfolg (23:22) der Berliner gegen die Löwen. Mit seinem emotionalen Auftreten reißt er das Publikum mit, Milosavljev feiert seine spektakulären Paraden gerne mit einer kleinen Tanzeinlage auf der Platte. "Ich möchte manchmal einfach tanzen im Tor. Wenn der Move stimmt, ist meine Laune gleich besser", erklärt Milosavljev lächelnd seine schwungvollen Pirouetten.

Milosavljev besticht mit seinem Stellungsspiel

Für seinen Trainer sind die launigen Feiereinlagen nur von sekundärer Bedeutung. Petkovic schätzt seinen Keeper wegen anderer Fähigkeiten. "Dass ein Torwart beweglich und schnell ist, charakterisiert ihn. Dass Milosavjlev aber oft an der richtigen Stelle steht, unterscheidet ihn von anderen", zeigt sich der Coach begeistert vom Stellungsspiel seines jungen Schlussmannes. Intelligent verkürzt Milosavjlev den Winkel, gibt den Werfern nur wenig Platz und macht es ihnen schwer zu treffen.

Als Albtraum für Stürmer, tanzt sich Dejan Milosavljev in die Herzen der Füchse-Fans. Die Diskussion um sein Gewicht hat er mit starken Leistungen eindrucksvoll beendet.

Sendung:  rbbUM6, 20.11.19, 18:00 Uhr

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