Claudia Pechstein und ihr Lebensgefährte Matthias Große (Quelle: imago images/photoarena/Eisenhuth)
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Video: rbb UM6 | 13.11.2019 | Jonas Schützeberg | Bild: imago images/photoarena/Eisenhuth

Deutsche Eisschnelllauf-Gemeinschaft - Pechsteins Lebensgefährte aus Betreuerstab gestrichen

Wenige Tage vor dem Start der Weltcup-Saison brodelt es gewaltig in der Deutschen Eisschnelllauf-Gemeinschaft. Der Lebensgefährte von Olympia-Siegerin Claudia Pechstein ist nun nicht mehr im Betreuerstab - wegen "verbandsschädigender" Aussagen.

Hinweis: Dieser Artikel wird nicht mehr aktualisiert. Die neuen Entwicklungen im Streit im Eisschnelllauf finden Sie hier.

Die Deutsche Eisschnelllauf-Gemeinschaft (DESG) hat Claudia Pechsteins Lebensgefährten Matthias Große aus dem Betreuerstab der Nationalmannschaft gestrichen. Das teilte der Verband am Dienstag mit. Er reagierte damit auf kritische Aussagen des Unternehmers, der von Pechstein zuvor als Präsidentschaftskandidat ins Spiel gebracht worden war.

Große kritisiert den Verband

Grund für den Ausschluss aus dem Betreuerteam seien "die teilweise unsachgemäßen und dadurch verbandsschädigenden medialen Aussagen" von Große, heißt es in der Mitteilung.

Große war von Pechstein als Nachfolger für die Präsidentschaft des Verbandes ins Spiel gebracht worden, nachdem die bisherige Präsidentin Stefanie Teeuwen am vergangenen Donnerstag überraschend ihren Rücktritt erklärte. Der Unternehmer und Lebensgefährte der fünfmaligen Olympiasiegerin Pechstein hatte die Verbandsführung zuletzt scharf kritisiert und unter anderem von großen Finanzierungsproblemen gesprochen.

Große habe in einer Mail von Sportdirektor Matthias Kulik davon erfahren, dass er nicht mehr zum Betreuerstab gehöre, teilte er dem rbb am Dienstagabend mit. "Ich habe in einem ZDF-Interview ganz klar gesagt, was ich machen würde, wenn ich Präsident werden würde. Wenn das als verbandsschädigende Aussage dargestellt wird, muss man das klären. Im Moment schadet sich der Verband glaube ich selber. Wir brauchen Leute, die was machen, wirklich was verändern wollen", so Große.

"Ich freue mich, gerade gelesen zu haben, dass die anderen beiden verbliebenen Vorstände bereit für Gespräche sind", so Große weiter.

Pechstein: "Keiner möchte Verantwortung übernehmen"

Auch die 47-jährige Pechstein übte Kritik an der derzeitigen Situation im Verband. "Man konnte eigentlich schon vor mindestens zehn Jahren sehen, dass es immer mehr gegen die Wand läuft", erklärte sie. "Keiner möchte wirklich Verantwortung übernehmen und das ist eben traurig. Das spiegelt sich natürlich auch in den Leistungen des Verbandes wieder. Ich denke, jetzt wird es Zeit, wirklich mal aufzuräumen", so die Berlinerin.

Pechstein strebt 2022 in Peking ihre achten Olympischen Spiele an. "Ich glaube, dass Claudia zu den achten Olympischen Spielen kommt, wenn sie fit ist", sagte Große. "Ich kann mir nicht vorstellen, dass Claudia alleine zu den Olympischen Spielen nach Peking fährt - wenn der Verband das möchte. Im Moment sieht es so aus, als ob der Sportdirektor Matthias Kulik und der Bundestrainer Erik Bouwman Claudia Pechstein nicht mehr möchten", so der Unternehmer weiter.

Sendung: rbb UM6, 13.11.2019, 18 Uhr

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8 Kommentare

  1. 8.

    Eisschnelllauf weiter auf dem Gleis der Randsportart und jetzt schafft es nicht mal so ein "Vorbild" und lebensbetagte Frau Pechstein ein bisschen Benehmen zu zeigen, um ihren Sport in einem guten Licht erscheinen zu lassen, um junge Menschen für den Sport zu begeistern und Sponsoren anzulocken. Die letzten Tage zeigen ihr wahres Ego. Ach ja sie ist deutsche Meisterin über 5000 m geworden. Bei einer Starterin! "Glückwunsch", da laufen bei jedem regionialen Laufevent zahlreiche Menschen mehr mit. Schön ist es zu sehen, dass auch die Medien eine neutraleres Bild zeichnen und nicht immer von der "Super-Claudia" die Rede ist. Ein wahrer Sportler zeigt sich anders. Wahrscheinlich wurden dem Lebensgefährtin der Frau Pechstein wie üblich auch die Umkosten zu den Weltcups etc. bezahlt. In Zukunft spart die DESG dieses Geld und kann es für ein Trainingslager oder Nachwuchsgewinnung inverstieren. Sobald Frau Pechstein interviewt wird, schalte ich weg, weil ich möchte nur wahre Sportler sehen!

  2. 6.

    Der Kommentar ist mehr als daneben. Demnach müsste Pechstein ja jede Gegnerin schlagen, wenn sie, wie Sie behaupten, Vorteile hätte.

  3. 5.

    Mit einem "Hobby" holt man keine Titel. SIe reden hier von Deutschlands erfolgreichster WInter-Olympionikin. Und der Verband gibt seit Jahren ein miserables Bild ab. (erinnert mich an den Deutschen Schwimmverband, wo auch alles drunter und drüber ging)

  4. 4.

    "Leistung sie immer noch bringt..." Ich habe da so meine Zweifel über die moralische Legitimation. Zu hohe Retikulozyten-Werte sind per se unfair gegenüber anderen SportlerInnen. Der zu hohe Wert müsste erstmal herausgerechnet werden, erst dann gibt es eine realistische Bewertung der Leistung. Jüngstes Beispiel: Eine Läuferin mit zu viel männlichen Hormonen soll den Spiegel durch medizinische Maßnahmen senken. Zweierlei Maß?

  5. 3.

    Was schreiben Sie da für ein wirres Zeug?
    Seit wann ist dieser Hochleistungssport Hobby?
    Wie kommen Sie auf die Idee, dass Frau Pechstein nicht teamfähig ist? Sind sie so nah an ihr dran, dass sie das beurteilen können?
    Es ist beeindruckend, welche Leistung sie immer noch bringt und dadurch mit der Weltspitze mithält. Das ist das entscheidende Kriterium.
    Im übrigen ging es in diesem Artikel am wenigsten um sie selbst.
    Insofern: Thema verfehlt. Setzen. 6.

  6. 2.

    Ich finde Frau Pechstein sollte jetzt endlich in Ihren Beruf zurückkehren und arbeiten und nicht bis zur Frühverrentung ihrem Hobby frönen.Die Absicherung als Beamtin war doch nur Mittel zum Zweck, sie ist doch nicht mehr zu integrieren in einem Job wo Teamfähigkeit erwartet wird.

  7. 1.

    Passt gut zur aktuellen Politik, unliebsame Meinungen sind nicht willkommen. Die Personen werden ausgegrenzt. Es ist ja wohl normal, dass jemand, der sich für einen Posten interessiert, seine Positionen erläutert. Und die sollten sich schon von denen der aktuellen Funktionäre unterscheiden. Das muss nicht immer alles stimmen, die Wahrheit hat niemand mit dem Löffel " gefressen ".

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