Spieler von Hertha BSC jublen nach einem Auswärtstor(Quelle: imago images/Bernd König)
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Hertha vor erstem Bundesliga-Derby gegen Union - "Wir wollen zeigen, dass wir die Nummer eins in der Stadt sind"

Das erste Berliner Bundesliga-Derby seit 42 Jahren steht an. Hertha setzt in einer emotionalen Woche auf kühle Köpfe. Die Fans zeigen der Mannschaft: Wir stehen an eurer Seite. Von Dennis Wiese 

Maximilian Mittelstädt musste nicht lange nachdenken. Seine Derby-Geschichte mit dem 1. FC Union hatte der 22-jährige Herthaner schnell parat: "Ich habe in der Jugend oft gegen Union gespielt. Ich kann mich nicht daran erinnern, einmal gegen sie verloren zu haben." Ein anderes Stück Derby-Historie war beim Spandauer Mittelstädt nicht mehr ganz so präsent: "Ich glaube, ich war auch einmal Balljunge im Olympiastadion. Kann gut sein, dass das gegen Union war."

Sollte Mittelstädt tatsächlich gegen Union den Balljungen gegeben haben, dann hat er in jenen Zweitligaduellen im Olympiastadion keinen Sieg seiner Herthaner gesehen: Ein Unentschieden und eine Niederlage sind die Heimbilanz gegen Union,  in Köpenick gewann Hertha einmal, bei einem weiteren Unentschieden. Selbst nach erzielten Toren (6:6) ist das Zweitligaduell der frühen 2010er Jahre ausgeglichen.

Nun also kommt es zum ersten Aufeinandertreffen in der Bundesliga (Sa., 2.11., 18.30 Uhr. Ab 18 Uhr sendet das Inforadio eine Sonderausgabe seiner Bundesligasendung im Radio und parallel als Videostream). Der Profi Maximilian Mittelstädt hat dabei eine klare Mission: "Wir wollen zeigen, dass wir die Nummer eins in der Stadt sind."

Herthas emotionale Woche

Im Bundesliga-Alltag mag sich zwischen Spielen gegen Düsseldorf, Bremen und Hoffenheim so etwas wie Routine einschleichen, diese Woche aber ist auch für Herthas Profis eine besondere: Am Mittwoch sorgte das DFB-Pokalspiel gegen Zweitligist Dynamo Dresden für die volle Bandbreite an Emotionen. 70.000 Menschen im Olympiastadion, davon fast die Hälfte in Dresdener Schwarz-Gelb. Eine Atmosphäre, die nah an das Pokalfinale herankam. Hertha rang den Außenseiter nach doppelter Aufholjagd erst im Elfmeterschießen nieder.

Welchen Stellenwert das Derby hat, zeigt sich am Freitag auch auf Herthas Gelände: An der Geschäftsstelle konnten die Fans ihre Tickets für das Auswärtsspiel in Köpenick abholen. Dazu gab es Bier und Bratwurst. Beim Training am Nachmittag, das eigentlich nicht öffentlich ist, sind die Fans am Trainingsplatz: Wir stehen an eurer Seite. Trainer Covic lässt den Anhang gerne zur letzten Trainingseinheit: "Diese Jungs wollen uns auf dem Weg zum Derby unterstützen, wir bedanken uns oft für die tolle Kulisse. Das Zusammenspiel passt gut."

Vor dem Spiel am Sonnabend wollen sich rund 2.000 Hertha-Fans am Boxhagener Platz treffen. Von dort wollen sie gemeinsam in Richtung Köpenick starten.

Herthas Abwehr war zuletzt zu anfällig

Trotz aller Emotionen darf eins nicht vergessen werden: Hertha fehlte in den vergangenen Spielen, wie schon zu Saisonbeginn, die Balance zwischen Angriff und Abwehr. Nach einem 2:3 gegen Hoffenheim stand nach 120 Pokalminuten gegen Zweitligist Dresden ein 3:3. Spektakel ja, defensive Stabilität: nein. Ein Problem, das abgestellt schien, macht sich nun wieder bemerkbar. Das sieht auch Linksverteidiger Maximilian Mittelsädt so: "Wir haben zuletzt zu viele einfache Fehler gemacht. Die Abstimmung in der Abwehr war nicht so da. Das müssen wir abstellen, sonst wird es auch gegen Union schwierig."

Trainer Covic will von seiner Mannschaft vor allen Dingen eins: Ruhe. "Kühler Kopf, heißes Herz. So müssen wir ins Spiel gehen. Trotz aller Emotionen wollen wir uns auf das Wesentliche konzentrieren. Das ist Fußball."

Das Haupstadtderby live im Inforadio und im Stream - mit Christian Beeck und Axel Kruse

Das erste Berliner Bundesliga-Derby seit 42 Jahren ist eine exklusive Angelegenheit. Gut 22.000 Zuschauer passen rein ins Stadion An der Alten Försterei.

Für alle Fußballfans, die keine der begehrten Karten bekommen haben, sendet das Inforadio ab 18 Uhr eine Sonderausgabe seiner Bundesligasendung im Radio und parallel als Videostream auf rbb24.de und auf HbbTV. Das Spiel analysieren der Ur-Unioner Christian Beeck und Hertha Legende Axel Kruse, die seit Saisonbeginn wöchentlich im rbb-Podcast "Hauptstadtderby" aufeinandertreffen.

Sendung: rbb UM6, 01.11.2019, 18:15 Uhr

Beitrag von Dennis Wiese

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4 Kommentare

  1. 4.

    Diese überheblichen Großkotze von Hertha, schicken wir sie in die 2. Liga . . .

  2. 3.

    Union kann, aber Hertha darf nicht verlieren, ansonsten haben wir eine Trainer .........
    freuen wir uns also auf ein Stadtderby in der 1. Liga.

  3. 2.

    Da werden die Fußballlkneipen in Berlin ja morgen voll sein! Das wird ein blau-weiß-Rotes Fest! Allen viel Spaß! Ick kieke inna Tante.

  4. 1.

    In Ermangelung eines Tickets bin ich morgen bei Sky live dabei. Ich freue mich auf ein tolles Spiel und ein 2:2.. ;))

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