Covic
Bild: imago images / Kontrast

2:4-Niederlage - Hertha verliert auch gegen Leipzig

Hertha BSC hat sein drittes Bundesligaspiel in Folge verloren. In einem intensiven Kampf gegen RB Leipzig erzielten die Berliner am Samstag sogar den Führungstreffer und spielten lange mit. Die Gäste um Timo Werner ließen sich davon nicht beeindrucken.

Nach den Niederlagen gegen Hoffenheim und Union Berlin hat die Alte Dame auch ihr drittes Bundesligaspiel in Folge gegen RB Leipzig verloren. Trotz einer kämpferischen Leistung gingen die Berliner 2:4 unter - die Partie war über weite Strecken aber offener, als das Ergebnis vermuten lässt.

Leipzig mit mehr Spielanteilen

Ante Covic nahm nach dem Hauptstadtderby drei Veränderungen in der Startelf vor: Eduard Löwen feierte sein Startelfdebüt, außerdem rückten Vladimir Darida und Karim Rekik zurück in die Anfangsformation.

Schon von Beginn an waren die Leipziger im Vorwärtsgang unterwegs und drängten die Herthaner in ihre eigene Hälfte zurück, die darum bemüht waren, stabil zu verteidigen. Trotzdem kamen die Gäste schon in der vierten Minuten zu ihrer ersten große Chance: Nach einer Ecke gewann Yussuf Poulsen das Kopfballduell gegen Niklas Stark - der Däne platzierte den Ball aber zu ungenau auf den Kasten von Rune Jarstein, der sicher halten konnte.

Die Gäste ließen ihren Gegner früh spüren, warum sie zu den Top-Mannschaften der Liga gehörten: Nach neun Minuten erspielte sich RB schon 81 Prozent Ballbesitz. Und trotzdem sorgten die Berliner im Olympiastadion immer wieder für gefährliche Nadelstiche. Ein Befreiungsschlag aus der eigenen Hälfte landete bei Dodi Lukebakio, der sich im Mittelfeld behauptete und den Ball auf Vladimir Darida durchstecke. Der 29-Jährige kam an der Strafraumgrenze zum Abschluss - brachte aus vollem Sprint aber nur ein Schüsschen auf das Tor von Péter Gulácsi (16. Minute).

Mittelstädt packt den Hammer aus

Unbeeindruckt kombinierten sich die Leipziger immer wieder mit Passstaffetten von der Mittellinie bis in den Berliner Strafraum. Die Elf von Leipzigs Trainer Julian Nagelsmann setzte immer wieder gut die eigenen Flügelspieler ein, die häufig ihren Top-Spieler in der Mitte suchten. Timo Werner kam so in der 22. Minute zum Abschluss - Jarstein rettete in höchster Not in Manier eines Handballtorhüters mit dem Schienbein.

Trotz der spielerischen Überlegenheit - das erste große Ausrufezeichen setzten die Berliner in der 32. Minute: Maximilian Mittelstädt, sehenswert von Dodi Lukebakio in Szene gesetzt, tanzte zunächst seinen Gegenspieler aus und hielt aus 19 Metern einfach mal drauf. Der Ball flog wie im Strahl und schlug präzise in das linke untere Eck ein. 1:0 für die Hertha.

Hertha spielt mit aber Leipzig dreht die Partie

Aber die Leipziger ließen sich vom Rückstand nicht beeindrucken und machten weiter Dampf nach vorne. Timo Werner zog über links mit viel Tempo in den-Hertha Strafraum und legte den Ball auf den besser postierten Poulsen zurück, der in Slapstick-Manier ein Luftloch schlug und so eine Großchance liegenließ. Doch schon zwei Minuten später klingelte es im Hertha-Kasten. Berlins Rekik bekam den Ball bei einer Abwehraktion im Strafraum an die Hand. Schiedsrichter Sören Storks ließ die Partie zunächst weiterlaufen, bekam dann aber einen Hinweis aus dem Kölner Video-Keller und entschied anschließend auf Hand-Elfmeter, den Timo Werner sicher verwandelte (38. Minute).

Gerade einmal acht Minuten dauerte es, bis die Leipziger erneut jubeln sollten. Yussuf Poulsen bediente sehenswert Marcel Sabitzer, der aus 23 Meter draufhielt. Pechvogel Rekik fälschte den eigentlich ungefährlichen Ball ab und ließ dem bereits in die Gegenrichtung fliegenden Jarstein so keine Chance (45+1 Minute). Innerhalb von 13 Minuten drehten die Gäste die Partie und gingen mit einer Führung in die Pause.

    

Hertha bleibt Elfmeter verwehrt

Die Leipziger versuchten zu Beginn der zweiten Hälfte mit ihrem Direktpassspiel da weiterzumachen, wo sie aufgehört hatten. Die Berliner hielten aber weiter stark dagegen und ließen keine klaren Chancen zu. Stattdessen wagte sich die Elf von Ante Covic immer wieder vorsichtig aus der eigenen Deckung. Die hohen und weiten Bällen der Berliner brachte die Leipziger Defensive aber nicht wirklich in Verlegenheit - bis zur 73. Minute:

Nach einem Standard von Herthas Eduard Löwen segelte der Ball weit in den Leipziger Strafraum. Niklas Stark sprang zum Kopfball hoch und bekam im Duell mit Leipzigs Konrad Laimer dessen Unterarm ins Gesicht. Stark blieb nunächst mit starkem Nasenbluten liegen -  Covic lief unterdessen an der Seitenlinie auf und ab und forderte einen möglichen Elfmeter. Für sein Engagement beim vierten Offiziellen kassierte er eine gelbe Karte. Schiedsrichter Sören Storks machte aber keine Anstalten, sich die Situation noch einmal anzuschauen. In der 79. Minute musste Stark ausgewechselt werden - für die Hertha kam nun Davie Selke in die Partie. Schon fünf Minuten zuvor versuchten die Berliner mit Joker Vedad Ibisevic, den offensiven Druck zu erhöhen.

Leipzig macht den Sack zu

Die offensiven Bemühungen der Gastgeber mit ihren frischen Angreifern versandeten aber im Nichts - stattdessen schlugen die Leipziger mit ihrem Umschaltspiel immer wieder kaltschnäuzig zu. So sorgte Kevin Kampl in der 86. Minute für die Vorentscheidung. Fünf Minuten später kam es  noch dicker: Nationalspieler Timo Werner belohnte sich für eine starke Leistung und musste in der Nachspielzeit (90 + 1) nach einem Querpass im Hertha-Strafraum nur noch den Fuß zum 4:1 hinhalten. Dass Davie Selke nur wenige Sekunden später (90+2) noch zum 2:4 verkürzte, war nur noch eine Randnotiz.

Was auf dem Papier nach einer klaren Angelegenheit für Leipzig aussah, entschied sich erst in den letzten Minuten. Nach der Niederlage liegt Hertha auf dem 12. Tabellenplatz.

Fußball Bundesliga

  • Freitag, 08.November, 20.30 Uhr
    1.FC Köln - 1899 Hoffenheim1:2(1:0)
    Samstag, 09.November, 15.30 Uhr
    FC Schalke 04 - Fortuna Düsseldorf3:3(1:0)
    Hertha BSC - RB Leipzig2:4(1:2)
    FSV Mainz 05 - Union Berlin2:3(0:2)
    SC Paderborn - FC Augsburg0:1(0:1)
    Samstag, 09.November, 18.30 Uhr
    Bayern München - Borussia Dortmund4:0(1:0)
    Sonntag, 10.November, 13.30 Uhr
    Borussia Mönchengladbach - Werder Bremen3:1(2:0)
    Sonntag, 10.November, 15.30 Uhr
    VfL Wolfsburg - Bayer Leverkusen0:2(0:1)
    Sonntag, 10.November, 18.00 Uhr
    SC Freiburg - Eintracht Frankfurt1:0(0:0)
    PlVereinSpguvToreDiffPkt
    1.Borussia Mönchengladbach1181224:11+1325
    2.RB Leipzig1163229:12+1721
    3.Bayern München1163229:16+1321
    4.SC Freiburg1163220:12+821
    5.1899 Hoffenheim1162316:14+220
    6.Borussia Dortmund1154223:15+819
    7.FC Schalke 041154220:14+619
    8.Bayer Leverkusen1153317:15+218
    9.Eintracht Frankfurt1152421:16+517
    10.VfL Wolfsburg1145211:10+117
    11.Union Berlin1141613:17-413
    12.Hertha BSC1132617:21-411
    13.Fortuna Düsseldorf1132615:19-411
    14.Werder Bremen1125418:24-611
    15.FC Augsburg1124513:24-1110
    16.FSV Mainz 051130812:30-189
    17.1.FC Köln1121810:23-137
    18.SC Paderborn1111911:26-154
    PL
    Platz
    SP
    Spiele
    G
    gewonnen
    U
    unentschieden
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8 Kommentare

  1. 8.

    Das kommt davon, wenn der Verein nur noch eines im Kopf hat! Nämlich die Stadionfrage! Und nicht sieht, daß die sportliche Situation sehr gefährlich ist!

  2. 6.

    Keine Panik Herthaner. Wir haben ja noch die Rückrunde das Team hat Qualität die Covic nicht abrufen kann. Alles wird gut. HAHOHE

  3. 5.

    Hertha muss sich sofort von dem Trainer trennen ansonsten steigen wir ab ich denke die nächsten vier spielen holen wir nur drei Punkte.

  4. 4.

    Hertha ist dort angekommen wo sie hingehören:ins graue Mittelmaß mit Tuchfühlung auf die Abstiegsplätze.
    Und :der kleine „Supergau“ ist eingetreten,da Union VOR Hertha in der Tabelle steht.

  5. 3.

    Hertha bleibt weiter erheblich hinter den Möglichkeiten! Union ist heute die erste Kraft in Berlin mit einem wesentlich geringeren Etat!! Jetzt kommen schwere Spiele. 4 Punkte vor einem Abstiegsplatz. Das Projekt, Praetz und Covic droht kläglich zu scheitern. Ich bleibe dabei das Potential der Mannschaft wird vom Spieltag zum Spieltag bei weitem nicht abgerufen. Wenn Hertha nicht bald handelt kann das im Desaster enden.

  6. 2.

    Ich habe Sympathien für den alten Herthaner Ante Covic und würde ihm den Erfolg gönnen. Aber ich befürchte, wenn man in sicherer Entfernung zu den Abstiegsplätzen bleiben will, sollte bald gehandelt werden. Vielleicht PAL Dardai reaktivieren oder Nico Kovac.

  7. 1.

    Ganz herzlichen Glückwunsch an UNION!! WEITER SO JUNGS!

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