Michael Preetz vor einem Spiel von Hertha BSC. Quelle: imago images/Bernd König
Audio: Inforadio | 23.11.19 | 11:15 Uhr | Astrid Kretschmer | Bild: imago images/Bernd König

Interview | Hertha-Manager Preetz - "Es ist unsere Verantwortung, dem Trainer Zeit zu geben"

Bei Hertha BSC ist man mit dem ersten Saisondrittel nicht zufrieden. Manager Michael Preetz glaubt aber, dass die Länderspielpause gut genutzt wurde und man mit Trainer Ante Covic im Spiel am Sonntag beim FC Augsburg zurück in die Erfolgspur finden wird.

rbb|24: Michael Preetz, die sportliche Situation von Hertha BSC entspricht nicht den Erwartungen. Die Mannschaft steht mit nur elf Punkten auf Platz zwölf, der FC Augsburg hat als 15. nur einen Punkt weniger. Was erwarten Sie von dem Team gegen die Fuggerstädter?

Preetz: Wir haben jetzt zwei Wochen sehr intensiv trainiert. Leider ohne die Nationalspieler, auch die sind jetzt aber seit Mittwoch wieder fast komplett zurück im Training. Dadurch, dass wir erst Sonntag spielen, haben wir sogar noch mehr Zeit als sonst in den Länderspielpausen - die haben wir gut genutzt. Wir haben Dinge aufgearbeitet, die nicht so ideal liefen im ersten Saisondrittel. Wir fahren nach Augsburg und freuen uns, dass die Pause vorbei ist. Es ist immer blöd, wenn du 14 Tage Pause zwischen zwei Spielen hast. Wir erwarten eine spannende, enge und kampfbetonte Partie. Es ist wichtig, auch in dieser Phase mit Freude dorthin zu fahren und auch nach vorne Fußball zu spielen.

Es scheint, als fehlte dem Team die Konstanz und die Selbstverständlichkeit. Manchmal macht sich die Mannschaft das Leben selbst schwer. Wo sehen Sie die zentralen Probleme?

Es ist in dieser Phase wichtig, dass wir Kompaktheit herstellen. Das heißt nicht, dass man nur tief steht und verteidigt, sondern auch kompakt angreift und hoch steht. Darum geht es im Wesentlichen. Wir brauchen enge Abstände zwischen den Mannschaftsteilen, eine hohe Aufmerksamkeit und wir müssen in beide Richtungen gut arbeiten. Wir müssen gemeinsam gut verteidigen, aber auch angreifen.

Sie sprechen das harte Training schon an. Ante Covic gab zudem immer wieder lautstarke Anweisungen. Wie ordnen Sie diese aggressive Stimmung ein?

Das ist die richtige Einstellung auf das Spiel am Sonntag. Ich verstehe es als Reaktion auf das, was wir zu verbessern haben. Ich habe die letzten Tage sehr positiv erlebt. Es ist Leben drin, wo Leben hingehört. Die Herausforderung im Fußball ist aber natürlich immer die gleichen. Das Training ist das eine, das andere aber die Umsetzung auf dem Spielfeld am Wochenende. Wir müssen sehen, dass wir das, was wir uns erarbeitet haben, gegen Augsburg auch umsetzen können.

Auch Sie persönlich waren sehr präsent, haben sich viele Einheiten angeschaut. Sollte das in dieser Phase als Zeichen gelten oder ist das überinterpretiert?

Das ist tatsächlich eher überinterpretiert. Ich schaue immer mal wieder Trainingseinheiten an. Es ist aber richtig, dass ich in dieser Woche etwas verstärkter zugeguckt habe. Das hat die Situation einfach erfordert. Wir haben in den letzten Wochen nicht nur auf dem Platz gearbeitet, sondern auch viele Gespräche geführt.

Auf der Mitgliederversammlung vor knapp zwei Wochen haben Sie gesagt, Sie bewahren die Ruhe und geben auch dem Trainer die Zeit, die er braucht. Was entgegnen Sie den Kritikern, die sagen: Sollte Hertha in Augsburg nicht gewinnen, wackelt auch Ante Covic?

Wir wollen in Augsburg zurück in die Erfolgsspur. Wir haben immer gesagt, dass es Zeit brauchen kann, bis sich Dinge ändern. Wir hätten uns gewünscht, dass das ein oder andere ein bisschen schneller geht - das ist keine Frage. Wir sehen aber jeden Tag, wie gut und intensiv gearbeitet wird. Es ist unsere Verantwortung, diese Arbeit zu unterstützen und dem Trainer Zeit zu geben.

Sind die Erwartungshaltungen der Fans nach dem Einstig von Investor Lars Windhorst vielleicht auch zu hoch?

Es ist doch klar, dass damit gewisse Erwartungen verbunden sind und das ist auch gut so. Wir wollen das gar nicht bremsen. Wir haben selbst hohe Erwartungen und wollen nach vorne - das haben wir immer gesagt. Im Sport ist es aber ganz oft so, dass es nicht so geht, wie man es sich wünscht. Es kommen hier und da schwierige Phasen - da musst du durch. In diesen Situationen ist eine erhöhte Aufmerksamkeit erforderlich, um wieder den Weg in die richtige Richtung einzuschlagen.

Vielen Dank für das Gespräch!

Das Interview führte Astrid Kretschmer, rbb Sport. Es handelt sich um eine redigierte und gekürzte Fassung. Das gesamte Gespräch können Sie mit einem Klick ins Titelbild nachhören.

Sendung: Inforadio, 23.11.19, 11:15 Uhr

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13 Kommentare

  1. 13.

    4:0
    noch ein Tor und Sieg für Mainz, dann liegt Hertha auf ?????

  2. 12.

    10 Minuten vor Ende. ...4:0...es reicht !!!!!
    Wenn der Verein jetzt nicht handelt, sollen sie absteigen und ich werde Union-Fan

  3. 10.

    Fazit der 1. Halbzeit !!
    Herr Preetz bitte gehen Sie

  4. 9.

    aus diesem Grunde lautet der Satz auch richtig !!
    .....Wir vertrauen dem Trainer auch im Abstiegskampf.....

  5. 8.

    Es geht darum den Verein zu schützen und weiter zu entwickeln. Nicht den Trainer zu schützen der offensichtlich an die Qualität der Spieler zweifelt die Herr Preetz geholt hat. Dieser Trainer hatte genug Zeit sich auf den vorhandenen Kader einzustellen. Ein guter Trainer schafft das auch und ein guter Manager sollte das sehen. So ist eine Weiterentwicklung nicht gegeben und werden Zuschauer vergrault.

  6. 7.

    Entspannt euch Herthaner. Alles wird gut wir schaffen den Klassenerhalt! HAHOHE

  7. 6.

    Es geht nicht darum einzelne Personen zu schützen sondern darum das Beste für den Verein zu erzielen. Das ist die Aufgabe von einem Manager... Das Experiment Nachwuchstrainer zur Weiterentwicklung ist gescheitert. Da muss man auch mal Fehler eingestehen bevor das Ding komplett an der Wand zerschellt...
    Und das jetzt und nicht erst in der Winterpause...
    Eine Niederlage in Augsburg und der Trainer muss gehen... So einfach läuft das Geschäft...

  8. 4.

    Wer oder was ist Herr Preetz?
    Bei anderen Mannschaften heisst der Posten Pressesprecher. Aber Manager nein, da fehlt Charisma. Schade eigentlich für die Alte Dame.

  9. 3.

    Ja,gebt ihm viel Zeit....bis in die zweite Liga.
    In der Mannschaft steckt viel Potenzial, nur ein Herr Covic vermag es nicht,es abzurufen.
    Und Herr Preetz ist auch der falsche Manager.

  10. 2.

    Was ist denn das für eine sinnfreie Aussage "es ist unsere Verantwortung, dem Trainer Zeit zu geben" ? Im Kopf des Sportchefs dreht sich nur noch das Neue-Stadion-Karussel und solange das so ist, wird sich an der mittelmäßigen bis miesen sportlichen Situation nicht allzu viel ändern.
    Geben Sie dem Trainer nicht viel Zeit Herr Preetz - und in der Verantwortung befindet sich dieser, sein Team zum Erfolg zu bringen. Und kümmern Sie sich bitte um notwendiges rein sportliche Belange.
    Aber das klappt ja nicht....solange im Kopf nur das neue Stadion dröhnt.

  11. 1.

    Für Preetz war Dardai zu bodenständig,konservativ,ein fleissiger Arbeiter,ehrlich,gradlinig,taktisch mit dem was er zur Verfügung hatte sehr erfolgreich und wie ich finde ein Trainer der auch hungrige junge Spieler aufbauen kann.Dann wedelte 'windei, horst,mit viel Geld und Hertha träumt mal wieder Bayern den Rang ablaufen u können.Zuerst mal ein neuer Trainer ,der bis jetzt jeden Nachweis schuldig blieb,der die Versetzung Dardais rechtfertigen würde.Und jetzt kommt er mit Verantwortung----nächste Saison wird vermutlich eingekauft neue Spieler verpflichtet,Covac entlassen,.Für mich sind sie jetzt schon auf Mittelmaas reduziert,Herr Preetz.Siehe auch Stadionneubau ..... da haben sie so arrogant und undiplomatisch agiert.Tut mir leid , Hertha hätte mit Dardai und einer klugen Förderung von Nachwuchsleuten sowie Verpflichtung von Spielern wie z.B. ein Typ Martinez von Bayern, zum Meister der Herzen werden können.Mut,Kampf,Spiel,Talent ,Jugend, erprobte Haudegen,Identifikation .........,

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