Die Mannschaft von Union Berlin beim Spiel gegen Schalke (Quelle: imago images/Team 2)
Audio: Inforadio | 30.11.2019 | Johannes Mohren | Bild: imago images/Team 2

Kommentar | Lage bei Union Berlin - Nicht nur zu Besuch in Liga eins

Mit der 1:2-Niederlage auf Schalke endete für Union die Serie von drei Liga-Siegen in Folge. Nach gut einem Drittel der Saison dürfen die Köpenicker dennoch zufrieden sein - denn die Tendenz ist klar. Ein Kommentar von Johannes Mohren

Da staunten auch die Schalker nicht schlecht und Alexander Nübel - immerhin niemand Geringeres als der deutsche Torwart-Shootingstar - spielte einen Abschlag vor Schreck gleich mal in Unioner Stürmer-Füße. Der Aufsteiger aus Köpenick zeigte sich so selbstbewusst, dass er eigentlich gar nicht wie ein Aufsteiger wirkte. Wenn auch nur eine Halbzeit lang.

Zingler ist "vorsichtig stolz"

Die eigenen Erwartungen haben sie bislang übertroffen. Von "vorsichtigem Stolz" hatte der Präsident Dirk Zingler zuletzt gesprochen. Dabei mögen die Köpenicker auch davon profitieren, dass der vorweihnachtliche Haussegen im ein oder anderen Verein mächtig schief hängt. Die Schwäche der anderen hilft ihnen. Ja, in der Bundesliga war wirklich schon mal mehr Lametta.

Aber das alleine wird der Sache nicht gerecht. Wird Union nicht gerecht. Das Team macht, was es kann und das immer besser. Während andere eifrig an Luftschlössern bauen - diese aber regelmäßig wackeln oder gar einstürzen - verzichten die Köpenicker auf übertriebenen Glanz. Und glänzen genau deshalb.

Der Erfolg der Ruhe

Sebastian Andersson ist kein Marco Reus. Marvin Friedrich kein Matthias Ginter. Und doch  hat Union Dortmund geschlagen - und Gladbach auch. Weil das System passt. Und dann ist da ja im Zweifelsfall auch noch Rafal Gikiewicz im Tor, der so ziemlich alles hält, was er halten kann. Im Zweifel auch vermummte Zuschauer.

Schien die Tour in den Berliner Osten nach der Auftakt-Klatsche gegen Leipzig noch zum fußballromantischen Vergnügungsausflug für die Rest-Bundesliga zu werden, so ist es längst eine unangenehme Dienstreise. Es ist ein Erfolg der Ruhe. Der Charaktereigenschaft, die wohl kaum jemand so personifiziert wie Trainer Urs Fischer. Auch als Niederlage auf Niederlage folgte, blieb der Schweizer stoisch. Bremen, Leverkusen, Wolfsburg, Frankfurt - und der ein oder andere wollte die Worte bundesligatauglich und Union schon nicht mehr gemeinsam in den Mund nehmen.

Es gibt aber auch Grenzen. Das Gebilde ist noch fragil. Auch das zeigte sich auf Schalke. Solche Ergebnisse sind einkalkuliert. Die steigende Lern- und Tabellenkurve macht dennoch deutlich: Union ist nicht nur zu Besuch in Liga eins.

Sendung: Inforadio, 30.11.2019, 17:35 Uhr

Kommentar

Bitte füllen Sie die Felder aus, um einen Kommentar zu verfassen.

Kommentar verfassen
*Pflichtfelder

Mit Nutzung der Kommentarfunktion stimmen Sie unserer Netiquette sowie unserer Datenschutzerklärung (Link am Ende der Seite) zu. Die Redaktion behält sich vor, einzelne Kommentare nicht zu veröffentlichen.

5 Kommentare

  1. 5.

    War halt ein Elfmeter ohne Verletzung... hättest es bestimmt lieber gesehen, wenn er durch dass ausgestellte bein durchgelaufen wäre !!??
    Ach im Übrigen: auch der Versuch ist strafbar!
    Aber wenn du das auch in der 23. Wiederholung nicht gesehen hast... Armselig !

  2. 4.

    Haste nachjezählt? ;-)
    Und in welchem Zusammenhang steht deine Feststellung zum vorstehenden Kommentar?
    Spaßvogel!!!

  3. 3.

    Stimmt, sie sind angekommen. Können schon genauso schön schwalben wie die anderen. Also nicht von wegen besonders.

  4. 2.

    Köpenick macht das ganz gut, eben das, was man als Aufsteiger und durchschnittlich talentierte Mannschaft machen muss : Kratzen, beißen, laufen. Begleitet von einem hervorragenden Trainer und wohlwollenden Schiedsrichtern (einschließlich des Kölner Kellers). Chapeau!

  5. 1.

    Im Moment sind sie Nummer 1 in Berlin, mehr Geld hat aber Hertha.

Das könnte Sie auch interessieren

Albas Peyton Siva im Zweikampf mit Kaza Kajami-Keane (Quelle: imago images/Bernd König)
imago images/Bernd König

Sieg im Pokal gegen den MBC - Albatrosse retten sich ins Halbfinale

Alba Berlin darf weiter vom ersten Pokal der Ära Reneses träumen. Gegen den Mitteldeutschen BC setzten sich die Albatrosse nach einer schwachen ersten Hälfte doch noch mit 82:77 durch. Trotz einiger Wackler stehen die Berliner damit im Halbfinale.

Vladimir Darida faltet die Hände (Quelle: dpa/Soeren Stache)
dpa/Soeren Stache

Vladimir Darida lässt Hertha jubeln - Der Gebertyp

Dank seines Treffers gegen Freiburg sorgte Vladimir Darida für große Erleichterung bei Hertha BSC. Erstmals seit zehn Wochen feierten die Berliner wieder einen Sieg in der Bundesliga. Auf Trainer Jürgen Klinsmann wartet aber weiterhin viel Arbeit.