Hertha-Trainer Jürgen Klinsmann während der Pressekonferenz (imago images/Matthias Koch)
Audio: Inforadio | 30.11.2019 | Jakob Rüger | Bild: imago images/Matthias Koch

Warum Klinsmann optimistisch ist - Mega enorm

Vor dem Spiel gegen Borussia Dortmund bleibt sich Herthas neuer Trainer Jürgen Klinsmann treu. Was er von seiner Mannschaft und den Fans erwartet und warum er ganz besonders von Andreas Köpke schwärmt. Von Ilja Behnisch

Gewöhnlich ist Jürgen Klinsmann ganz sicher nicht. Und als ob es zu beweisen begann er die Spieltagspressekonferenz vor der Partie gegen Borussia Dortmund (Samstag, 15.30 Uhr) mit einer eher ungewöhnlichen Ansage: "Es war sehr intensiv, die Zeit bisher. Mit wenig Schlaf. Deswegen war ich noch schnell auf dem Laufband."

Das macht sicher Sinn. Mal eben den Kreislauf in Schwung bringen. Trotzdem würden die Meisten wohl eher zur XXL-Kaffeekanne greifen oder zumindest einen Powernap einschieben. Aber Klinsmann war schon immer anders und bleibt sich zumindest in dieser Hinsicht treu. Auch verbal.

Michael Preetz bremst ein

"Es macht ungeheuer Spaß", sagt er und: "Die Spieler sind sehr offen". Klingt nach gewöhnlicher Fußball-Floskelei, aber dann dauert es nicht lange, ehe der wahre Klinsmann durchklingt: "Alles steht hinter dem Prozess, aus dieser prekären Situation rauszukommen. Da spürt man eine unglaubliche Energie hier."

Und es geht so weiter: "Jetzt haben wir natürlich eine Mega-Aufgabe." Und: "Für mich ist es enorm spannend, hier in den Gebäuden zu sein." So ist das bei Jürgen Klinsmann. Die Dinge sind nicht irgendwie, sondern mindestens enorm oder mega.

Doch wer ihn dort so sitzen sieht, im Presseraum der Hertha, dieses Klinsmann-Lächeln um die Mundwinkel, kann nicht anders, als ihm jedes Wort abzunehmen. Auch wenn Manager Michael Preetz angesichts der aktuellen Atmopshäre rund um den Verein einwendet: "Aufbruchstimmung können wir am besten auf dem Rasen erzeugen. Und Dortmund ist genau die richtige Aufgabe jetzt."

Schwaben, Kalifornien, Berlin: Jürgen Klinsmanns Karriere in Bildern

Ein besonderes Lob für Köpke

Wie er die angehen will, wurde Jürgen Klinsmann natürlich auch gefragt. "Mit viel Engagement, viel Energie, viel Laufbereitschaft", so die Antwort. Und mit Hilfe der Anhänger: "Wir hoffen auf enorme Unterstützung der Hertha-Fans, weil wenn man 15. ist, sind die Nerven natürlich angespannt."

Klinsmann selbst allerdings wirkte gewohnt entspannt. Vielleicht auch in lauter Zufriedenheit über sein neues Kompetenzteam. Besonders lobende Worte hatte er für Andreas Köpke übrig, den vom Bundestrainer freundlicherweise freigestellten Bundestorwarttrainer, der laut Klinsmann ein Fachmann an sich sei: "Er könnte auch selbst Cheftrainer eines Bundesligaklubs sein." Um hinterher zu schieben: "Den Jogi zu fragen, habe ich mich nicht gleich getraut."

Ansonsten wollen Klinsmann und sein Team erstmal abwarten, wie sich die Dinge im Alltag entwickeln: "Wir werfen die Dinge jetzt nicht über den Haufen. Die Abläufe, vom Training über die Essenszeiten, die sollen erstmal ganz normal weiterlaufen." Erstaunlich gewöhnliche Töne für einen ansonsten so ungewöhnlichen Trainer.

Sendung: rbb24, 29.11.2019, 16 Uhr

Beitrag von Ilja Behnisch

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