Der Trainer des FC Energie Cottbus, Claus-Dieter Wollitz regt sich auf. (Quelle: imago/Matthias Koch)
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Video: rbb24 | 16.11.2019 | Jörg Klawitter | Bild: imago/Matthias Koch

2:1-Sieg im Landespokal-Viertelfinale - Luckenwalde gelingt Überraschung gegen Cottbus

Der Favorit ist raus: Energie Cottbus hat das Viertelfinale im Landespokal beim Oberliga-Spitzenreiter FSV Luckenwalde mit 1:2 verloren. Gerade in der ersten Stunde gelang den Lausitzern (fast) nichts - auch weil die Gastgeber stark aufspielten.

21 Mal hatte Energie Cottbus im Landespokal in Folge gewonnen - am Samstag riss nun die Serie: Beim klassentieferen FSV Luckenwalde verlor das Team von Claus-Dieter Wollitz mit 1:2 (0:1) und schied damit nach zuvor drei Titelgewinnen überraschend bereits im Viertelfinale des Wettbewerbs aus. Und während bei den Lausitzern so große Enttäuschung herrschte, starteten die Gastgeber mit dem Schlusspfiff eine große Party in Gelb und Blau.

Gottschick mit der frühen FSV-Führung

Luckenwalde begann mutig - ja, der Glaube an die Überraschung war beim Spitzenreiter der Oberliga von der ersten Minute an spürbar. Und er wuchs immer weiter. Spätestens in der 13. Minute. Da leistete sich Energie Cottbus im Mittelfeld einen Ballverlust - Kategorie: katastrophal - und die Hausherren reagierten mit Top-Geschwindigkeit. Zwei Pässe brauchte es, ehe der Ball bei Nils Gottschick landete. Und der ließ mit seinem platzierten Schuss von der Strafraumkante Toni Stahl im Cottbuser Tor nicht den Hauch einer Chance.

Cottbus versuchte auf den Rückstand zu reagieren - jedoch blieb es meist genau dabei: dem Versuch. Spielerische Überlegenheit des klassenhöheren Teams? Fehlanzeige. Und so wurde es nur äußerst selten gefährlich vor dem Tor von Nikolas Tix. Das Spiel des Regionalligisten war ideen- und ja, auch elanlos. So hatte der Oberligist wenig Mühe, die Partie zu kontrollieren. Die 1:0-Führung zur Pause war verdient.

Der Underdog legt nach

Und nach dem Seitenwechsel kam es noch dicker für Cottbus. Der Underdog legte nach. Von der linken Seite segelte eine Flanke in den Strafraum, exakt auf den Kopf von Frank Rohde und der Stürmer verwandelte - gänzlich alleine gelassen - mühelos (50.). Dimitar Rangelov gelang nach einem Freistoß von Berkan Taz zwar noch der Anschlusstreffer (63.).

Doch dabei blieb es. Luckenwalde verteidigte mit Leidenschaft, schaffte die Überraschung und ist damit auf dem besten Weg, der Pokal-Angstgegner der Lausitzer zu werden. Denn schon 2015 warfen sie Energie aus dem Wettbewerb. Cottbus - damals Drittligist - kassierte in Luckenwalde - damals Regionalligist - eine 0:1-Niederlage nach Verlängerung. Ein schwarzer Tag für den Favoriten. Damals wie heute. Und ein echter Euphorie-Moment für den FSV.

Die Jungs waren einfach motiviert. Haben richtig guten Fußball zelebriert. Jeder hat heute gesehen, warum ich so stolz auf die Mannschaft bin: Weil sie es einfach kann.

Jan Kistenmacher, Trainer FSV Luckenwalde

Trainer mit Psycho-Tricks

"Wir sind sehr demütig in die Partie gegangen. Wir wussten, dass wir gegen das Aushängeschild Brandenburgs spielen", sagte Luckenwalde-Trainer Jan Kistenmacher nach der Partie. "Die Jungs waren einfach motiviert. Haben richtig guten Fußball zelebriert. Jeder hat heute gesehen, warum ich so stolz auf die Mannschaft bin: Weil sie es einfach kann."

Und dann waren da ja noch die Psycho-Tricks des Coaches selbst. Vor dem Spiel hatte er seine Spieler nebenan in den Wald geschickt. 20 Minuten lang. Die Aufgabe: Steinschleudern basteln. Ein symbolischer Akt. Um dann - wie David - den Goliath zu bezwingen. Und die Legende wurde Fußball-Realität.

Andere Regionalligisten gewinnen souverän

Die beiden anderen Regionalligisten im Wettbewerb gaben sich - anders als Cottbus - keine Blöße und zogen ins Halbfinale ein. Der SV Babelsberg gewann beim Landesligisten FSV Glückauf Brieske/Senftenberg mit 6:1 (4:0). Im ersten Spiel nach der Entlassung von Trainer Marco Vorbeck erzielten Valentin Rode (12.), Ahmet Sagat (16.), David Dank (38.), Dimitrios Komnos (44./73.) und Bogdan Rangelov (57.) die Tore für die Nulldreier. Für den Gastgeber traf Maximilian Schurig zum zwischenzeitlichen 1:5 (67.).

Union Fürstenwalde geriet beim Brandenburgligisten SC Eintracht Miersdorf/Zeuthen zwar zunächst in Rückstand. Sebastian Hieger traf nach gut zehn Minuten. Doch Nils Wilko Stettin glich in der Nachspielzeit der ersten Hälfte aus und nach dem Seitenwechsel drehten Paul Maurer (62., 63.) und Lukas Stagge (90.+1) die Partie endgültig. Mit 4:1 (1:1) setzte sich der Favorit schließlich doch durch. Das Brandenburgliga-Duell zwischen Grün-Weiß Lübben und Preussen Eberswalde entschieden die Gastgeber mit 4:1 (2:0) für sich.

 

Sendung: rbb UM6, 16.11.2019, 18:15 Uhr

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5 Kommentare

  1. 5.

    Die hohlen Phrasen von der Berliner Bohne ist man doch schon gewöhnt.
    Der Bürger hat einfach ein Problem mit Energie Cottbus und ein gesteigertes Mitteilungsbedürfnis.
    Nicht der Rede wert.

  2. 4.

    Ich frage mich gerade wer denn hochmütig ist? Cottbus mit Sicherheit nicht. Ich war gestern in Luckenwalde und muss neidlos anerkennen das es ein verdienter Sieg war. Das kann man doch auch mal so stehen lassen.
    Wir sind längst keine Übermacht mehr, nicht mal in der Regionalliga. Fehlen uns zwei, drei Spieler sieht es personell einfach mal schlecht aus und wir müssen die Löcher mit U19 Spielern stopfen! Informieren bevor man irgendwelche hohle Phrasen drischt!

  3. 3.

    Und wenn schon nicht Neid und Missgunst, dann kommt die Schadenfreude mit Bohne. Glückwunsch an den FSV luckenwalde.

  4. 2.

    Hochmut kommt vor dem Fall.
    Da kennt Cottbus sich aus :)

  5. 1.

    Schei.... drauf denn der Aufstieg ist das Ziel, aber das geht nur bei einer
    besseren Leistung.

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