Almedin Civa mit Matthias Boron (r.) (imago images/Manfred Thomas)
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Regionalliga Nordost | 17. Spieltag - Babelsberg-Coach fordert "Konsequenz und Leidenschaft"

Interimstrainer sind in der Regionalliga Nordost gerade schwer in Mode. Warum Babelsbergs Matthias Boron durchaus Lust auf mehr hätte, welchen Einfluss Jürgen Klinsmann auf die Liga hat und wo Serientäter unterwegs sind: der Ausblick auf den kommenden Spieltag.

SV Babelsberg 03 (17.) - Berliner AK (13.)

Wechselbäder sollen ja gesund sein. Beim SV Babelsberg ist man da allerdings vermutlich anderer Ansicht. Mit 2:1 führten die Filmstädter am vergangenen Spieltag zur Halbzeit beim ZFC Meuselwitz. Nach 90 Minuten stand nicht nur eine Niederlage, sondern auch noch der doppelte Platzverweis gegen die Abwehrspieler Noah Awassi und Ugurtan Cepni.

Ob das gegen die ebenfalls kriselnden, aber dennoch offensivstarken Gäste des Berliner AK zum Problem wird? Babelsbergs Interimstrainer Matthias Boron immerhin macht sich zumindest in dieser Hinsicht keine großen Gedanken.

  • Über den kommenden Gegner

  • Über die Lehren aus den vergangenen Spielen

  • Über die eigene Zukunft

Hertha BSC II (4.) - Rot-Weiß Erfurt (15.)

Bevor es am Samstag bei der ersten Mannschaft von Hertha BSC zum großen Debüt von Jürgen Klinsmann kommt, darf schon am Abend zuvor die Zweitvertretung ran. Spannend dürfte zu beobachten sein, wer von den Hertha-Bubis vielleicht schon nicht mehr im Kader steht, schließlich gilt Klinsmann als großer Förderer der Jugend. Umgekehrt könnte der Regionalliga-Mannschaft der Alten Dame ein bisschen Profi-Routine gut tun. Nach einem Fabelstart in die Saison gab es zuletzt nur einen Sieg aus vier Spielen.

Beim Gegner aus Erfurt wird umgekehrt ein Töppen draus. Nach der Entlassung von Trainer Thomas Brdaric gelang unter Interimstrainer Robin Krüger zuletzt ein überraschendes 1:1 beim Tabellenführer aus Altglienicke. Was er anders gemacht hat? Konnte er gegenüber dem MDR gar nicht sagen, aber: "Wichtig ist, dass wir hohe Leidenschaft zeigen, Gas geben. Und mehr Tore schießen." Das wiederum hätte auch von Jürgen Klinsmann kommen können.

VSG Altglienicke (1.) - 1. FC Lok Leipzig (3.)

Wer das Unentschieden in Erfurt als Rückschlag für die VSG wertet, hat die Rechnung ohne deren Trainer Karsten Heine gemacht: "Den Punkt nehmen wir gerne mit. Wir sind nicht so vermessen zu sagen, dass wir jetzt glauben, ohne weiteres durch die Saison zu gehen." 

Ähnliches könnten sie auch beim Gast aus Leipzig sagen, schließlich kam Lok am letzten Spieltag und gegen Favoritenschreck Lichtenberg nicht über ein 2:2 hinaus. Ein Spiel, dass der Klub auf seiner Homepage mit den Worten "Hoher Aufwand nicht belohnt" zusammenfasste. Dabei könnten die Sachsen jede gute Nachricht gebrauchen. Denn erneut wurde der offizielle Fanshop des Vereins in der vergangenen Woche Ziel eines Übergriffs. Nach einem Einbruch im Oktober bedrängten diesmal drei Unbekannte eine Angestellte, die die Täter beim Kleben von offenbar linksradikalen Stickern erwischte.

SV Lichtenberg 47 (7.) - Energie Cottbus (2.)

Es wird langsam unheimlich rund um Lichtenberg. Seit sechs Spielen ist die Mannschaft von Trainer Uwe Lehmann inzwischen ungeschlagen. Und das, obwohl der Aufsteiger dabei unter anderem gegen Altglienicke, Hertha II und Lok Leipzig zu spielen hatte, die zu diesem Zeitpunkt entweder auf Platz eins oder zwei der Tabelle platziert waren.

Und siehe da, erneut steht mit Energie Cottbus ein Duell gegen einen amtierenden Tabellenzweiten an. Wobei die Mannschaft von Pele Wollitz trotz aller Irritationen um Pele Wollitz seit nunmehr zehn Spielen ungeschlagen ist. 

Union Fürstenwalde (8.) - Optik Rathenow (16.)

In Rathenow hielten sie es zuletzt wie ein Reinigungsfachangestellter mit ausgeprochenem Faible für seinen Beruf: "Dreckig, und doch so schön". So titelte der Klub nach dem schmeichelhaften und lebensnotwendigen 1:0-Erfolg über den Tabellenletzten aus Bischofswerda. Oder um aus dem Spielbericht zu zitieren: "Nur 250 Zuschauer fanden am Samstag den Weg zum Vogelgesang. Die, die nicht kamen, haben etwas verpasst. Es sei denn, es handelt sich um Fußballästheten."

In Fürstenwalde hingegen haben sie am vergangenen Wochenende durchaus überzeugt, auch spielerisch, und dennoch standen die Unioner am Ende mit leeren Händen da. Trotz der 2:3-Niederlage in Auerbach war die unter der Woche angesetzte Mitgliederversammlung dann aber ein Heimspiel für die Harmonie. Ex-Präsident Hans-Ulrich Hengst, der noch im September freiwillig aus dem Amt schied, wurde zum Ehrenpräsidenten gewählt, Sieghard Richter zu seinem Nachfolger bestimmt.

BSG Chemie Leipzig (11.) - BFC Dynamo (6.)

Beim BFC Dynamo war im Anschluss an das Nachholspiel gegen Wacker Nordhausen (3:1) ein Name Programm - der von Lucky Brumme. Denn das 20-jährige Eigengewächs erzielte alle drei Tore und versüßte seinem Trainer Christian Benbennek bei dessem 350. Spiel als Fußballlehrer den Abend. "Wenn ich an die Niederlage gegen Rathenow Ende Oktober denke und sehe, wie die Mannschaft sich entwickelt hat, habe ich manchmal das Gefühl, dass wir gar kein so junges Team mehr, sondern eine echte Männermannschaft geworden sind", so Benbennek, dessen Team nun nur eine der letzten sechs Partien verloren hat.

Gute Vorzeichen also, um auch in Leipzig zu bestehen, zumal der Gastgeber nur einen Punkt aus den vergangenen zwei Spielen holen konnte und gegen Mannschaften aus dem oberen Tabellendrittel bisher zumeist das Nachsehen hatte.

Wacker Nordhausen (5.) - FC Viktoria 1889 Berlin (9.)

Unheimliches Nordhausen! Denn bei Wacker mutieren sie tatsächlich zu Serientätern. Auf drei Siege von Spieltag sieben an folgten drei Niederlagen, folgten drei Siege, ehe das Pendel unter der Woche und beim BFC Dynamo wieder in die andere Richtung auszuschlagen schien.

Bei den Gästen von Viktoria Berlin kann man sich demnach eigentlich schon vorab freuen. Auf der anderen Seite kann man mit Statistiken bekanntlich alles beweisen - nur nicht die Wahrheit. Und so wird die Mannschaft von Trainer Benedetto Muzzicato sich wohl auf sich selbst verlassen müssen. Auch weil Viktoria aus den letzten drei Spielen nur einen bescheidenen Punkt ergattern konnte. Und mit neun Unentschieden der Remis-König der Liga ist. 

Kommentar

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3 Kommentare

  1. 3.

    Man muss dann auch mal ehrlich sein. Es bringt doch nix, sich kleingeistig über andere lustig zu machen, außer anderen weh zu tun. Hertha bleibt, aber andere sind auch super!

  2. 2.

    Wie bitte? Hab ich gerade richtig gelesen? Energie Cottbus toller Verein? Aus ihrem Munde? Was haben Sie genommen? Bitte sagen Sie es ich will das Zeug auch haben!!!!‘ Vielleicht wird mir dann ja sogar die Hertha sympathisch!

  3. 1.

    Freue mich auf den nächsten Spieltag in der Regionalliga. Viel Erfolg den Mannschaften! Auch wenn ich meine Hertha immer lieben werde, so sind auch Babelsberg, Energie Cottbus und die anderen Clubs tolle Vereine!

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