Baseball-Spieler Max Kepler (Quelle: imago images / ZUMA Press)
Audio: Inforadio | 19.11.2019 | Interview mit Max Kepler | Bild: imago images / ZUMA Press

Interview | Berliner Baseball-Star Max Kepler - "Ich hole mir immer direkt einen Döner"

In seiner Heimatstadt Berlin wird er selten erkannt, in Amerika ist er ein Star: Max Kepler hat sich seinen Traum vom Leben als Baseball-Profi erfüllt. Im Interview blickt er auf die Anfänge seiner Karriere zurück und verrät, was bei einem Heimatbesuch nicht fehlen darf.

rbb|24: Herr Kepler, Sie sind gebürtiger Berliner. Wie schön ist es für Sie, in Ihrer Heimatstadt zu sein?

Max Kepler: Es ist immer schön. Es ist schade, dass es nur für zwei Wochen ist. Normalerweise komme ich für einen ganzen Monat her, ob es direkt nach der Saison ist oder zu Weihnachten mit der Familie. Aber dieses Jahr sind wir [Keplers Team, die Minnesota Twins, Anm. d. Red.] in die Playoffs gekommen und hatten eine längere Saison. Deswegen habe ich weniger Zeit.

Was gehört für Sie zum Pflichtprogramm, wenn Sie in Berlin sind?

Freunde und Familie sehen, gutes Essen und einfach alles an der Stadt genießen. Und nebenbei ein bisschen trainieren. Ich hole mir immer direkt einen Döner, wenn ich aus dem Flieger steige. Egal, wie spät es ist. Sonst esse ich alles Mögliche: Pizza, Pasta, deutsches Essen. Ein paar Schnitzel hatte ich jetzt auch in der Zeit hier - oder Currywurst.

Sie waren in der Jugend bei Hertha BSC als Torwart aktiv. Wann wussten Sie, dass es in eine völlig andere Richtung geht und Sie aus Deutschland Ihren Weg in die MLB, die Major League Baseball, machen wollen?

Mit 14 wurde mir die Idee vorgeschlagen, nach Bayern aufs Internat zu ziehen. Da wurde nur Baseball gespielt. Da wurde es schon ernster und ich habe miterlebt, wie Scouts bei den Trainings waren, die gemeint haben, ich hätte Potential in Amerika zu spielen. Da wurde es schon klar. Dafür musste ich Familie und Freunde aufgeben. Aber zum Glück hatte ich die Chance dazu. Das war ein sehr wichtiger Schritt.

Sie wurden dann von den Twins gedraftet und haben zunächst mitbekommen, wie es ist, durch verschiedene Ligen und Nachwuchsteams zu rotieren. Waren Sie da manchmal sehr allein?

Wenn die Leistung nicht so war, wie man es wollte, war es schwer. Man ist weit weg von der Familie. Dann hat man sich an eine Stadt gewöhnt und ein paar Beziehungen aufgebaut und dann musste man direkt weiterziehen. Das waren kleine Städte, in denen gar nichts los war. Da hattest du nur den Baseball, mit dem du Zeit verbringen konntest. Da hat man schon ein bisschen den Spaß am Spiel verloren. Aber zum Glück hatte ich meine Eltern, die mich weiter gepusht haben, und es hat sich alles gelohnt.

Was war der bisher schönste Moment in Ihrer Karriere?

Ich würde sagen der Anfang. Aber auch die Playoffs mit absolvieren zu dürfen, ist für mich ein großer Segen.

Sie sind jetzt 26 Jahre alt. Wie lange wollen Sie noch spielen und was haben Sie sportlich noch vor?

Ich würde gerne die Meisterschaft gewinnen. Das ist mein Hauptziel mit der Mannschaft. Ich denke von Jahr zu Jahr und versuche, mich zu verbessern. Mein Vertrag läuft noch vier Jahre und danach kann ich hoffentlich noch einen unterschreiben, wenn es so sein darf.

Vielen Dank für das Gespräch!

Das Interview führten Dirk Walsdorff und Dennis Wiese, rbb Sport.

Der Text ist eine gekürzte und redigierte Version des Interviews. Das komplette Gespräch können Sie hören, wenn Sie auf den Audio-Button im Titelbild klicken.

Sendung: Inforadio, 19.11.2019, 6:15 Uhr

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