Volleys-Spieler Sergej Grankin pritscht den Ball. Bild: imago/Bernd König
Bild: imago/Bernd König

BR Volleys im Pokal gegen Friedrichshafen - Gespannt aufs (Viertel)Finale

Die BR Volleys haben bisher einen perfekten Saisonstart hingelegt. Acht Siege aus acht Ligaspielen, dazu der überzeugende 3:0-Erfolg im Supercup gegen Friedrichshafen. Im Pokal treffen die Berliner nun schon im Viertelfinale erneut auf den ewigen Rivalen.

Es ist das große Duell im deutschen Volleyball. Friedrichshafen gegen die BR Volleys, das klingt nach Endspiel. Ob Meisterschaft oder Pokal - 17 der letzten 20 nationalen Titel gewann einer dieser beiden Vereine*. Bei dieser Paarung geht es also auch immer ein bisschen darum, wer gerade die Nummer eins in Volleyball-Deutschland ist. Auch wenn es diesmal auf dem Papier "nur" ein Viertelfinale ist, wenn die beiden Kontrahenten am Mittwochabend (20 Uhr) in Friedrichshafen aufeinandertreffen, darf man von einem vorgezogenen Finale sprechen.

Niroomand gespannt auf den ersten Härtetest

Und dieses Mal scheinen die Berliner im Vorteil: Acht von acht Ligaspielen haben die Volleys gewonnen, dazu den Rivalen Friedrichshafen schon im Supercup mit 3:0 deklassiert. Die Mannschaft von Cedric Enard wirkt früh in der Saison bereits erstaunlich eingespielt. Auch wenn Manager Kaweh Niroomand warnt: "Ich würde die Ergebnisse jetzt nicht überbewerten." Er sieht in dem Friedrichshafen, auf das die Volleys jetzt treffen - knapp fünf Wochen nach dem Supercup-Endspiel - einen ersten Härtetest.

"So ein bisschen bin ich selbst darauf gespannt, das zeigt uns nach dieser Anfangseuphorie das erste Mal, wo wir stehen", erklärt Niroomand. Denn auch Friedrichshafen ist mittlerweile in der Saison angekommen. Seine sieben Ligaspiele konnte der VfB ebenfalls gewinnen, am Montag gelang ein 3:2-Erfolg in Unterhaching - "Dort zu gewinnen, da muss man schon gut sein", erkennt Niroomand an und verweist auf die Entwicklung, die Friedrichshafen zuletzt genommen hat. Immerhin wagten die Baden-Württemberger im Sommer einen Umbruch: Ein neuer Trainer kam und dazu acht neue Spieler. Noch ist Friedrichshafen nicht auf dem Niveau der Vorjahre, aber sie nähern sich an.

Kaweh Niroomand (im Jacket) bei einem Heimspiel der BR Volleys. Bild: imago/Bernd KönigVerfolgt die meisten Spiele im Stehen: Volleys-Manager Kaweh Niroomand (im Jacket)

Die Volleys haben im Pokal Nachholbedarf

Und Friedrichshafen weiß, wie es in K.O.-Wettbewerben läuft: Bereits 16 Mal konnte das Team vom Bodensee den Pokal gewinnen, den BR Volleys gelang das erst zwei Mal. "Das spielt keine Rolle", sagt Niroomand und will den Gegner nicht als großen Pokalspezialisten bezeichnen. "Ich würde eher sagen, wir haben uns mit dem Pokal unnötig schwer getan in den letzten Jahren", erklärt Niroomand.

In den vergangenen beiden Jahren scheiterten die Berliner jeweils an den Außenseitern Herrsching (2017/18 im Viertelfinale) und Lüneburg (2018/19 im Halbfinale). Jetzt kommt also der Härtetest schon früher im Wettbewerb. Über Lospech oder -glück will Kaweh Niroomand nicht sprechen, er verweist nur auf eine altbekannte Sportweisheit: "Im Pokal, so sagt man ja immer, musst du eh jeden schlagen." Aber Niroomand ist auch immer einer, der den Volleyball in Deutschland über den eigenen Verein hinaus betrachtet und so sagt er auch: "Ich hoffe, dass das Finale trotzdem noch eine Paarung wird, die der Kulisse in Mannheim, vor 12.000 Zuschauern, gerecht wird." 

"50:50"-Chancen

Am liebsten natürlich eines mit Beteiligung der BR Volleys. Dafür müssen die Berliner aber erstmal bestehen beim neuen Friedrichshafen. "50:50" beziffern Niroomand und Volleys-Trainer Enard die Chancen auf ein Weiterkommen unisono. Die BR Volleys haben spielerischen Rückenwind, Friedrichshafen den Heimvorteil. Der erste Härtetest für die Volleys ist gleichzeitig der erste Ernstfall: Ein fast echtes Finale.

*Haching konnte 2010, 2011 und 2013 den Pokal gewinnen.

 

Sendung: Inforadio, 20.11.2019, 10.15 Uhr

 

 

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