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Alba Berlin vor dem nächsten Stresstest - Einmal durchgeschnauft und weiter geht's

Sieben Tage hatte Alba Berlin kein Pflichtspiel. Seltene Zeit, um Energie zu tanken. Doch nun geht es weiter: zunächst am Freitag bei Fenerbahce Istanbul in der Euroleague, dann drei Tage später in Bayreuth. Und die Ausfälle werden nicht weniger. Von Ebru Özdemir

Sie hatten Zeit zum Durchatmen. Endlich. Sieben Tage lang kein Pflichtspiel - das gab es für Alba Berlin schon lange nicht mehr. Und so nutzten die Albatrosse die Zeit, um Energie zu tanken, ehe am Freitag (18:45 Uhr) mit dem Spiel bei Fenerbahce Istanbul der nächste Stresstest beginnt - und Erholungspausen (vorerst) wieder der Vergangenheit angehören. Denn nur zwei Tage später findet die Bundesliga-Partie in Bayreuth statt (8.12.), dicht gefolgt vom Euroleague-Duell in Moskau (12.12.) und dem Pokal-Viertelfinale gegen den Mitteldeutschen BC (15.12.).

"Energielevel aufblasen"

Die Pause sei da für das Team sehr wichtig gewesen, sagt Alba-Kapitän Niels Giffey. Die Regenerationszeit wurde benötigt um "das Energielevel aufzublasen". Und das war dringend nötig. "Zwischendrin hatten wir mal zwei Tage frei, was sehr angenehm war, weil wir vorher eine Strecke an Spieltagen hatten, die ein paar Körner gekostet haben", sagt er.

Nicht nur Körner, sondern auch einsatzfähige Spieler. Die Verletzungsmisere der Albatrosse hält an. In Istanbul wird es weiterhin einige Ausfälle geben - und diese sorgten auch dafür, dass die Berliner die zusätzliche Trainingszeit nicht ideal nutzen konnten. Insbesondere das Fehlen von bis zu vier "Big Guys" - Johannes Thiemann, Tyler Cavanaugh, Tim Schneider, Bogdan Radosavljevic - stellen das Team vor große Herausforderungen.

Mit vielen Verletzten, aber ohne Sorgen

"Wir haben jetzt leider wieder Verletzungsprobleme, was schade ist, weil wir eigentlich die freie Zeit gerne genutzt hätten, um mit dem gesamten Kader die Trainingseinheiten zu bestreiten", sagt auch Giffey - und: "Wir hatten wenig Zeit zum Trainieren, um neue Inhalte reinzubringen. Eigentlich muss man hoffen, dass die Tage Energie gegeben haben und nun für Furore sorgen."

Wir haben jetzt leider wieder Verletzungsprobleme - was schade ist, weil wir eigentlich die freie Zeit gerne eigesetzt hätten, um mit dem gesamten Kader die Trainingseinheiten zu nutzen.

Niels Giffey

Auch Alba-Trainer Aito Garcia Reneses hätte die spielfreie Phase am liebsten genutzt, um sich mit dem gesamten Kader vorzubereiten - auf die großen Herausforderungen, die nun folgen: "Ich hätte gerne mehr Spieler mit der Möglichkeit zu spielen", sagt der Spanier. Dennoch ist er in Hinblick auf das kommende Euroleague-Spiel in Istanbul nicht besorgt: "Wir werden unser Maximum am Wochenende rausholen, aber ohne die Big Guys", erklärt der 72-Jährige.

Euroleague als Motivation

Trotz der Verletzungsserie und dem hohen Stresslevel sind es genau diese Partien wie etwa gegen Fenerbahce, für die sich eine Belastung lohnen dürfte. Nach Jahren in der Euroleague mitmischen zu dürfen, könnte ein zusätzlicher Motivator in stressigen Phasen für die Berliner sein.

"Ich glaube, für viele von uns ist die Euroleague nochmal ein Schritt nach vorne in der Karriere. Als Team ist das auch etwas, was wir uns erarbeitet haben in den letzten Jahren. Wir sind gemeinsam besser geworden und in Richtung Qualität den nächsten Schritt gemacht. Das ist schon eine gute Motivation", sagt Giffey. Den Platz in der Euroleague dürften die Albatrosse demnach nicht so schnell wieder hergeben wollen. Eine Tatsache, die sie weiter antreiben wird, alles zu geben. Auch wenn sie wieder am oberen Belastungslimit sind - und darüber hinaus.

Beitrag von Ebru Özdemir

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