Lukas Reichel - der Shootingstar mit der Nummer 44 von den Eisbären Berlin(Quelle: imago images/Mario Stiehl)
Bild: imago images/Mario Stiehl

Eisbären-Talent Lukas Reichel vor U20-WM - Klassenerhalt und Schaulaufen für den NHL-Traum

Eisbären-Shootingstar Lukas Reichel kämpft mit der deutschen U20-Nationalmannschaft bei der Eishockey-WM in Tschechien um den Klassenerhalt in der Top-Division. Aber auch um Aufmerksamkeit - bei den vielen Scouts der amerikanischen Top-Teams. Von Friedrich Rößler

Bei den Eisbären hat sich der 17-jährige Nachwuchsspieler Lukas Reichel durchgesetzt - und das schon in seiner ersten Saison bei den Profis. Seine Bilanz: acht Tore und sieben Assists in 24 Spielen. Sein Trainer Serge Aubin bringt den Stürmer mit der linken Schusshand sogar bei Überzahlspielen aufs Eis. Andere Eishockey-Talente in Reichels Alter bekommen ihre Einsatzminuten eher, wenn das Spiel längst entschieden ist. Die Nummer 44 ist also ein echter Volltreffer.

Das Talent beim jungen Lukas Reichel liegt in der Familie: Sein Onkel Robert hat mehr als 900 Spiele in der amerikanischen NHL (National Hockey League), der weltbesten Eishockey-Liga, absolviert, darf sich Olympiasieger und Weltmeister nennen. Sein Vater Martin trug das Trikot der Nürnberg Ice Tigers und der Frankfurt Lions. Er schleppte den Junior auch zum ersten Mal in die Eishalle.

"Wir sind ready für die WM"

Am 26. Dezember beginnt in der Top-Division in Tschechien die Eishockey-Weltmeisterschaft der U20-Junioren. Darauf hat sich das deutsche Team in Füssen (Bayern) in einem Trainingslager vorbereitet. Natürlich mit Lukas Reichel. "Wir haben etwas an der Taktik und am System gefeilt, sind aber ready für die WM", erzählt der 17-Jährige am Telefon im Gespräch mit rbb|24.

Sein Team startet als Aufsteiger in der Top-Division am 27. Dezember gleich gegen die starken US-Amerikaner - mit Kanada, Russland und Tschechien haben die Deutschen eine schwere Gruppe erwischt. "Unser Ziel ist ganz klar der Klassenerhalt, wir wollen uns nicht verstecken, sondern mitspielen und alle ein wenig ärgern." Das gibt Lukas Reichel als Devise für die Gruppenphase aus. Die Stärke der Deutschen gegenüber den Amerikanern und Kanadiern liege in den läuferischen Fähigkeiten der Deutschen. "Die spielen auf kleinerem Eis, das müssen wir ausnutzen", hofft der Eisbären-Shootingstar.

Traum von der NHL

Die WM will Lukas Reichel auch für sich nutzen, um auf sich aufmerksam zu machen. Die U20-WM gilt in Eishockey-Fachkreisen auch als Schaulaufen der Nachwuchsstars für den sogenannten NHL-Draft. So heißt der Termin, an dem sich die Teams aus der NHL die Rechte an Amateur- und Jugendspielern sichern können. So eine Jugend-WM bietet sich da natürlich an und so wundert es niemanden, wenn auf den Rängen viele Scouts der amerikanischen Spitzenteams sitzen werden und auch mehr Kameras auf die jungen Spieler gerichtet sind.

Für den jungen Eisbären aber kein Grund zur Panik: "Das motiviert mich eher, wenn mich da so viele beobachten." Reichel schöpfe aus dieser Situation mehr Selbstvertrauen, als in Hektik zu verfallen. "Ich habe auch keine Angst vor Fehlern und mache mir keinen Druck." Er möchte lieber Spaß am Spiel haben.

Diese Abgeklärtheit in so jungen Jahren hat der Teenager wohl auch von seinem Vater - oder von seinem Eisbären-Kollegen Maxim Lapierre. "Die beiden wissen ja, wie man sich verhalten muss. Lapierre sagt immer, ich solle das einfach ausblenden." Während des Trainingslagers in Bayern hätten beide viel telefoniert, Reichel verfolge ständig, was in Berlin und bei den Eisbären passiert. "Wir waren am Anfang der Saison viele neue Spieler, sind aber schnell zu einem Team zusammengewachsen." Sturmkollege Lapierre gebe dem Shootingstar auch Tipps fürs Spiel. Eventuell muss er seinem Zögling auch bald ein paar Erfahrungen aus seiner NHL-Zeit vermitteln. Lukas Reichel macht nämlich kein Geheimnis daraus, dass er unbedingt wie sein Onkel in der NHL auflaufen möchte.

Beitrag von Friedrich Rößler

Kommentar

Bitte füllen Sie die Felder aus, um einen Kommentar zu verfassen.

Kommentar verfassen
*Pflichtfelder

Mit Nutzung der Kommentarfunktion stimmen Sie unserer Netiquette sowie unserer Datenschutzerklärung (Link am Ende der Seite) zu. Die Redaktion behält sich vor, einzelne Kommentare nicht zu veröffentlichen.

Das könnte Sie auch interessieren

Union-Trainer Urs Fischer (Quelle: dpa/Odd Andersen)
dpa/Odd Andersen

Union empfängt Schalke - Der erste Schritt zur "Sensation"?

Der 1. FC Union kann offenbar nicht mehr gewinnen. Das ist schlecht im Abstiegskampf. Doch nun kommt mit Schalke 04 ein Gegner, der aktuell noch länger auf einen Erfolg wartet. Können das die Eisernen ausnutzen, um endlich mal wieder zu gewinnen? Von Jakob Rüger