Herthas neuer Co-Trainer Alexander Nouri. (Quelle: imago images/M. Popow)
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Herthas neuer Co-Trainer Alexander Nouri - "Wenn die Resultate nicht stimmen, arbeitet der Kopf"

Bereits in seinen ersten Tagen bei Hertha BSC zeigt sich, dass der neue Co-Trainer Alexander Nouri nicht nur im Hintergrund arbeitet. Der 40-Jährige bringt sich ein und gibt im Training lautstarke Anweisungen. Trotzdem sei Klinsmann "natürlich der Chef".

Derzeit ist viel Betrieb auf dem Trainingsplatz von Hertha BSC. Denn Jürgen Klinsmann - der Neue an der Seitenlinie - hat den Trainer-Stab des Fußball-Bundesligisten kräftig umgekrempelt. Mit dabei ist auch Alexander Nouri. Als Assistenz-Coach. Es ist eine bemerkenswerte Personalie, denn der 40-Jährige hat selbst durchaus Chef-Format. Er trainierte bereits Werder Bremen in der Bundesliga - im ersten Jahr führte Nouri die Hanseaten beinah aus dem Abstiegskampf in die Europa League. Nach einer erfolglosen Station beim FC Ingolstadt, sammelt er nun Erfahrung in der zweiten Reihe.

Am Dienstag sprach Nouri in einer Medienrunde über ...

... die ersten Tage bei Hertha BSC.

Wenn man in eine solche Situation hineinspringt, hat das sofort mit viel Arbeit zu tun. Es macht mir Spaß, wieder auf dem Platz zu stehen, wieder mit den Jungs zu arbeiten und sich wieder ausschließlich Gedanken über Fußball zu machen. Mit dem Team auf ein Ziel hinzuarbeiten, macht einfach Freude. Fleiß und Beharrlichkeit sind die Tugenden, die jetzt gefragt sind. Für uns Trainer geht es jetzt darum, die Spieler erstmal besser kennenzulernen - da hilft uns jede Trainingseinheit.

… sein Verhältnis zu Jürgen Klinsmann.

Ich persönlich habe eine Vergangenheit in den USA, habe 1999 für die Seattle Sounders gespielt. Mein Interesse in dem US-amerikanischen Markt war immer da. Es hat mich interessiert, wie die Vereine in der Major League Soccer arbeiten und wollte gerne dort hospitieren. Zu meinem alten Klub hatte ich bereits ganz gute Verbindungen. Bei der Kontaktaufnahme zu Los Angeles FC und LA Galaxy hat mir Jürgen dann geholfen. Der erste Kontakt wurde damals von Oliver Bierhoff hergestellt. Wir haben uns dann in Los Angeles ein paar Mal getroffen. Wir hatten gute Gespräche und haben viele Dinge fußballerisch ähnlich gesehen. Seitdem waren wir immer im Austausch.

… die Kontaktaufnahme von Klinsmann.

Er hat mich Montagabend angerufen und mich gefragt, ob ich mir eine Zusammenarbeit mit ihm vorstellen könnte. Natürlich habe ich ihm sofort meine Bereitschaft signalisiert. Wir mussten dann noch ein bisschen warten bis die Gespräche abgeschlossen waren, es gab noch ein paar Parameter, die geklärt werden mussten. Die Konstellation hat sich dann so ergeben, da bin ich sehr froh drum. Jürgen ist so charismatisch, es macht Spaß mit ihm zusammenzuarbeiten. Es war keine Frage für mich, dass ich dabei sein wollte.

… die Aufgabenteilung im Trainerstab.

Wir erarbeiten die Trainingsinhalte gemeinsam. Natürlich ist Jürgen der Chef und hat das letzte Wort. Wir schlagen Dinge vor und er entscheidet, was wir umsetzen.

… die derzeitigen Trainingsschwerpunkte.

Es gibt in allen Bereichen noch Potenzial, das wir entwickeln können. Wir müssen in der Offensive mehr Lösungen finden und in der Defensive die Räume besser schließen. Das sind aber nur einige Aspekte unserer Arbeit. Auch die Kommunikation mit den Jungs ist wichtig, um ihnen Selbstvertrauen zu geben. Grundsätzlich sind wir davon überzeugt, dass wir eine gute Mannschaft haben.

… den Zustand der Mannschaft.

Wenn die Resultate nicht stimmen, arbeitet der Kopf. Wir dürfen nicht zu viel nachdenken und müssen jetzt einfach ins Handeln kommen. Wir brauchen klare Vorgaben, nach denen sich die Spieler richten können. Wenn das passiert, bin ich davon überzeugt, dass wir wieder gute Resultate einfahren werden. Es braucht aber auch ein wenig Geduld.

… den nächsten Gegner Frankfurt.

Ich war am Montag in Mainz und habe mir das Spiel angeguckt. Es ist eine Mannschaft, die in ihrer Entwicklung sehr weit ist. Sie haben sehr gute Muster und einen klaren Plan in ihrem Spiel. Man merkt, dass sie eine gute Abstimmung und gute Abläufe haben. Es wird eine interessante Aufgabe. Wir können aber gegen jeden gewinnen, dieses Selbstvertrauen müssen wir uns erarbeiten.

… eine mögliches längerfristiges Engagement bei Hertha BSC.

Was sich in der Zukunft vielleicht entwickelt, hängt natürlich von den Ergebnissen ab. Sollten die stimmen, kann ich mir alles vorstellen. Berlin ist eine fantastische Stadt und Hertha ein Wahnsinnsverein. Erstmal wollen wir jetzt aber gut arbeiten.

Sendung: rbbUM6, 03.11.19, 18:00 Uhr

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