Herthas Davie Selke im Zweikampf (imago images)
Bild: imago images

2:2 bei Eintracht Frankfurt - Erster Mini-Erfolg für Hertha unter Klinsmann

Die Negativ-Serie mit fünf Niederlagen in Folge ist gebrochen: Beim zweiten Spiel mit Jürgen Klinsmann als Trainer hat Hertha BSC am Freitag ein Unentschieden in Frankfurt errungen. Der Spielverlauf zeigt allerdings, dass nach oben noch jede Menge Luft ist.

Hertha BSC hat bei Eintracht Frankfurt ein 2:2 erreicht und nach zuletzt fünf Niederlagen in Folge erstmals wieder gepunktet.

Im Gegensatz zum 1:2 gegen Borussia Dortmund veränderte Jürgen Klinsmann seine Mannschaft auf drei Positionen. Für Marius Wolf, Maximilian Mittelstädt und Per Skjelbred rutschten Lukas Klünter, Marvin Plattenhardt und Ondrej Duda in die Startelf der Berliner.

Unverändert hingegen war die Marschroute der Hertha, die erneut hoch verteidigte und früh versuchte, die Eintracht im Spielaufbau unter Druck zu setzen. So dauerte es bis zur 20. Minute, bis die Gastgeber erstmals zu einer richtigen Torchance kamen.

Lukebakio mit dem Tunnel

Nach einem Eckball stieg Frankfurts Verteidiger Almamy Touré deutlich höher als Gegenspieler Davie Selke und zwang Herthas Torhüter Thomas Kraft zu einer Glanzparade. Eine solche war auch acht Minuten später von Nöten, als der Ersatzmann des gesperrten Stammkeeper Rune Jarstein einen gefährlichen Distanzschuss Martin Hintereggers parieren konnte.

Im Gegenzug kam dann etwas überraschend die Führung. Nach Ballgewinn in der eigenen Hälfte kombinierte sich die Hertha schließlich über Marvin Plattenhardt und Marko Grujic äußerst sehenswert bis zu Dodi Lukebakio, der Frankfurts Frederik Rönnow mit einem Tunnel keine Chance ließ. Es war das vierte Saisontor des belgischen U21-Nationalspielers, das dritte auswärts.

Glückliche Führung

Sein erstes Saisontor hingegen erzielte Frankfurts Daichi Kamada in der 38. Minute. Allein, es zählte nicht. Filip Kostic, so sah es nach Überprüfung der VAR, hatte im Vorfeld des Treffers Herthas Niklas Stark zu Boden gebracht und allein dadurch ungestört flanken können.

So ging es mit einer glücklichen, Berliner Führung in die Pause. Und mit Ondrej Duda, der bereits in der neunten Minute für ein Foul an Martin Hinteregger mit Gelb verwarnt wurde und von Glück sagen durfte, nicht schon vor der Halbzeit mit Gelb-Rot vom Platz zu müssen.

Doch weil der Slowake sich auch in der Kabine offenbar nicht hinreichend zu beruhigen wusste, reagierte Jürgen Klinsmann in der 49. Minute und brachte Eduard Löwen für den nun mehr als gefährdeten Duda.

Frankfurt drängt

Ein Wechsel, der wohl auch die Defensive der Hertha stärken sollte. Und dennoch gingen die Gäste kurz darauf sogar mit 2:0 in Führung. Nach einer Freistoß-Flanke von Marvin Plattenhardt legte Dedryk Boyata auf den völlig frei stehenden Marko Grujic, der aus fünf Metern nur noch einzuschieben brauchte.

Wer dachte, die zuletzt kriselnden Frankfurter würden dadurch in eine Sinnkrise gestürzt, musste sich allerdings getäuscht sehen. Bereits in der 63. Minute gelang der Mannschaft durch Martin Hinteregger per Kopf der Ausgleich. Nach einer Kostic-Ecke und Weiterleitung durch Touré musste der von schläfrigen Herthanern allein gelassene Österreicher sein Köpfchen nur noch hinhalten, um Thomas Kraft aus wenigen Metern keine Chance zu lassen.

Im Anschluss drängte die Eintracht auf den Ausgleich und fast schien es, als sei es in der 71. Minute soweit. Nach abgefälschter Flanke des eingewechselten Sebastian Rode schaufelte Thomas Kraft sich den Ball ins eigene Tor. Zum Glück für die Hertha wurde ein zweifelhafter Kontakt von Frankfurts Stürmer André Silva gegen ihn als Foulspiel gewertet.

Tabellenführer Hertha

In der 86. Minute dann war es dennoch um die Führung der Hertha geschehen. Erneut nach einer Ecke war es Sebastian Rode, der nach unfreiwilliger Verlängerung von Martin Hinteregger am zweiten Pfosten zum Schuss kam und trocken verwandelte.

Und immerhin in einer Tabelle ist Hertha nunmehr Tabellenführer. Denn der 2:2-Ausgleich der Eintracht war für das Team bereits der 12. Gegentreffer nach einem Standard in dieser Saison. In der Bundesliga-Tabelle bleiben die Berliner mit jetzt zwölf Punkten auf dem 16. Rang. Die nächste Chance auf drei Punkte gibt es dann am kommenden Samstag, wenn der SC Freiburg im Olympiastadion zu Gast ist. 

Sendung: rbb24, 06.12.2019, 21:45 Uhr

Kommentar

Bitte füllen Sie die Felder aus, um einen Kommentar zu verfassen.

Kommentar verfassen
*Pflichtfelder

Mit Nutzung der Kommentarfunktion stimmen Sie unserer Netiquette sowie unserer Datenschutzerklärung (Link am Ende der Seite) zu. Die Redaktion behält sich vor, einzelne Kommentare nicht zu veröffentlichen.

1 Kommentar

  1. 1.

    „Mini-Erfolg“... der Sieg des kleinen Mannes.

Das könnte Sie auch interessieren

Union-Trainer Urs Fischer - im Hintergrund Präsident Dirk Zingler. / imago images/Matthias Koch
imago images/Matthias Koch

Union vor dem Duell gegen Augsburg - Mit Mut ins erste Schlüsselspiel

So richtig rund lief es bei Union Berlin zuletzt nicht mehr. Drei Mal in Folge verloren sie in der Bundesliga und sind den Abstiegsplätzen ganz nahe. Das Spiel gegen Augsburg ist da ein ganz entscheidendes - und die Köpenicker sind optimistisch. Von Johannes Mohren

Rekordstrafe Hertha
imago images / Matthias Koch

Derby-Ausschreitungen - Hertha muss Rekordstrafe zahlen

So eine hohe Strafe hat das DFB-Sportgericht noch nie verhängt: 190.000 Euro muss Hertha BSC zahlen - nach den Ausschreitungen beim Hauptstadt-Derby in der Fußball-Bundesliga. Auch Union Berlin soll tief in die Tasche greifen.