Marvin Plattenhardt am Trainingsplatz von Hertha BSC. Bild: imago/Metodi Popow
Bild: imago/Metodi Popow

Hertha gegen Gladbach - Warum Plattenhardt jetzt per Facebook Fanfragen beantwortet

Erst kamen die Ergebnisse, dann kam das Selbstvertrauen. Jürgen Klinsmanns Plan mit Hertha geht bislang auf. Ein Erfolg gegen starke Gladbacher könnte die ersten Wochen veredeln. Und Werbung für Neuzugänge sein. Von Dennis Wiese

Das mit den Buddha-Statuen hat Jürgen Klinsmann klar gestellt. Gleich am ersten Tag als Hertha-Trainer sagte Klinsmann: Für die Buddha-Statuen auf dem Bayern-Trainingsgelände sei er gar nicht verantwortlich gewesen - obwohl man ihn seit seinem Amtsantritt als Coach der Münchener 2008 damit in Verbindung brachte. Ein Umwälzer, ein Reformator ist Klinsmann trotzdem.

Einst bei Bayern, noch früher als Bundestrainer. Und nun bei Hertha. Das zeigt sich nicht nur am großen Klinsmann´schen Trainerstab, den er für seinen Hertha-Job aus dem Hut zauberte. Es zeigt sich auch an Herthas neuem Umgang mit den Medien: So saß am Freitag Marvin Plattenhardt vor dem Computer, um per "Facebook Live" die Fragen der Fans zu beantworten. Erstmals ein Spieler. Eine Anordnung des Trainers, der selbst schon zwei Mal auf diesem Weg mit den Fans kommunizierte. Klinsmann habe damit in den USA gute Erfahrungen gemacht. Also machen sie das bei Hertha jetzt auch so.

Es passiert sehr viel in Westend. Unglaublich, dass Klinsmann erst seit gut drei Wochen Herthas Trainer ist.

Sieben Punkte aus vier Spielen

Facebook-Klicks schön und gut. Wichtig ist auf dem Platz. Und auch da zeigt Hertha unter Klinsmann Fortschritte: Beim 1:2 gegen Dortmund stimmte der Einsatz, aber das Ergebnis nicht, das 2:2 in Frankfurt war schmeichelhaft, beim 1:0-Erfolg gegen Freiburg passte das Ergebnis, der 1:0-Sieg in Leverkusen zeigte lang vergessene Qualitäten: Hinten stand Hertha sicher, vorne wurde die Chance effizient genutzt. Klinsmanns Hertha entwickelt sich: "Wir hoffen, den Schwung mitzunehmen. Und wir wollen gegen eine starke Mannschaft aus Mönchengladbach den nächsten Dreier einfahren. Wir haben Respekt, aber keine Angst", so Herthas Trainer bei der Pressekonferenz am Freitag.

Mit dem Heimspiel (21.12., 18.30 Uhr) endet die Hinserie und zugleich ein turbulentes Jahr. Mit Blick auf die Jahrestabelle, also die Bundesliga-Ergebnisse des Kalenderjahres 2019, geht Hertha als Tabellenletzter in den letzten Spieltag. "Wir haben uns die Hinrunde natürlich anders vorgestellt, haben aber in den letzten Wochen Fahrt aufgenommen und können die Hinserie gegen Gladbach noch in die richtige Richtung lenken."

Abteilung Attacke muss warten

Dass der Blick zum Jahresausklang auch in die Zukunft geht, ließ sich auch bei Herthas Pressekonferenz nicht vermeiden. Wie er sich seinen Wunsch-Fußball mit Hertha vorstelle, wurde Klinsmann gefragt. "Sie haben zwei Stürmer vor sich (gemeint sind Klinsmann und Manager Preetz), wir wollen Attacke spielen, das ist in unseren Herzen drin. Momentan müssen wir aus einer kompakten Verteidigung spielen und mit dem jetzigen Spielerpotential das Beste zusammenbasteln."

Im Januar öffnet das Transferfenster. Gerüchte, beispielsweise zu Mittelfeldspieler Granit Xhaka vom FC Arsenal, wollte Manager Preetz nicht kommentieren. Hertha sondiere aber den Markt. Es ist durchaus denkbar, dass Reformator Klinsmann schon zur Rückrunde neues, namhaftes Personal zur Verfügung gestellt bekommt, um möglichst schnell nach vorne zu kommen. In der Spielausrichtung und in der Tabelle.       

Ein weiterer Sieg, noch dazu gegen den Tabellenzweiten Mönchengladbach, würde für etwas Ruhe in der Winterpause sorgen, und wäre noch dazu beste Werbung für den Weg des Jürgen Klinsmann.  

Sendung: rbb UM6, 20.12.2019, 18 Uhr

Beitrag von Dennis Wiese

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