Joshiko Saibou (inzwischen in Bonn) und Niels Giffey nach dem verlorenen Pokalfinale in Bamberg. / imago images/Jan Huebner
Audio: Inforadio | 31.12.2019 | Jakob Rüger | Bild: imago images/Jan Huebner

Jahresrückblick | Alba Berlin - Wieder mal nur Zweiter

Alba Berlin spielte 2019 beeindruckenden Basketball: In jedem Wettbewerb war das Team von Trainer Aito bis zum Schluss dabei, auch wenn am Ende stets andere feierten. Ein Blick zurück auf die Höhepunkte - und voraus auf das Ziel des nächsten Jahres. Von Jakob Rüger

Das emotionale Highlight:

Wenn die Mercedes-Benz-Arena mit 14.500 Zuschauern ausverkauft ist, dann entsteht eine ganz eigene Atmosphäre: Die Albatrosse haben sich Mitte April davontragen lassen. Im zweiten Eurocup-Finalspiel gegen das spanische Topteam Valencia, gelang den Berlinern ein 95:92 Heimerfolg nach Verlängerung. Nach der Auftaktniederlage in Valencia, hatte Alba es plötzlich selbst in der Hand, im letzten und entscheidenden Spiel, als erste deutsche Mannschaft, den Eurocup zu holen.

Die Fans im Stehblock von Alba Berlin feuern ihr Team im zweiten Eurocup-Finalspiel gegen Valencia Basket am 12.04.19 in der Berliner Mercedes-Benz-Arena an (Quelle: rbb|24 / Schneider).
Beste Stimmung in der Arena am Ostbahnhof. | Bild: rb|24 / Schneider

Auch 2010 stand Alba als bislang einziges Team im Endspiel des Eurocups - und verlor ausgerechnet gegen Valencia. Die Berliner begeisterten auch 2019 als Außenseiter mit teamdienlichem Basketball und konnten zeigen: Unter Cheftrainer Aito können die Berliner jedes Team schlagen - zumindest in einer einzigen Partie. Am Ende jubelten - wieder - die Spanier.

Der Tiefpunkt des Jahres:

Dreimal hatte Alba die Chance eine Trophäe im Jahr 2019 zu gewinnen, doch die Berliner mussten am Ende immer den anderen beim Feiern zusehen. Im Eurocup Valencia, in der Meisterschaft dem FC Bayern und auch im Pokal reichte es - gegen kriselnde Bamberger - nicht zum Triumph.

"Wir haben jeden Wettbewerb bis zum Schluss gespielt" analysiert Manager Marco Baldi die Saison. "Alle drei Endspiele zu verlieren tut weh, aber es ist gleichzeitig Ansporn auch weiterzumachen." Alba wurde viel gelobt für schönen Basketball, doch den Berlinern fehlte 2019 der "Killerinstinkt", um einen Titel zu feiern.

Der Typ des Jahres:

Der junge Franz Wagner hat alle Nachwuchsmannschaften von Alba Berlin durchlaufen. In diesem Jahr feierte der jüngere Bruder von NBA-Profi Moritz Wagner seinen Durchbruch. Unbekümmert und frech trat Wagner mit nur 17 Jahren auf. In allen drei Wettbewerben war der lange Schlacks ein wichtiger Bestandteil des Alba Teams.

Scouts aus Europa und den USA saßen auf der Tribüne, um Wagner spielen zu sehen. Alba wollte ihn langfristig halten. Doch wie sein Bruder wechselte Franz im Sommer an die University of Michigan. Ein Titel blieb dem jungen Berliner, mit den Alba-Profis, erst einmal verwehrt. 

Die Lehre des Jahres:

Auch ohne Titel darf Alba Berlin in der Euroleague, der Champions League des Basketballs, teilnehmen. Die Albatrosse dürfen sich mit den besten Mannschaften des Kontinents messen. Die Etat-Unterschiede sind dabei gravierend. Alba hat ein Budget von rund zehn Millionen Euro. Die internationale Konkurrenz hat das zwei bis vierfache zur Verfügung.

Das macht sich auch bei den Ergebnissen bemerkbar. Alba fordert die Gegner, hält die Partien lange offen, schafft es aber nur selten am Ende zu gewinnen. Die internationale Konkurrenz ist den Berliner sehr weit enteilt.

Die Prognose:

Die Albatrosse haben nach dem FC Bayern, auf dem Papier die zweitstärkste Mannschaft Deutschlands. Das Ziel kann deshalb in der Meisterschaft und im Pokal nur lauten: Finaleinzug. Bleiben alle Spieler verletzungsfrei, ist das 2020 machbar.

"Wenn wir es wieder schaffen in allen Wettbewerben bis zum Ende dabei zu sein, ist das sehr gut", sagt Marco Baldi. Doch auch der Manager weiß, Alba muss unter Trainer Aito endlich einmal einen Titel gewinnen, sonst bekommen die Berliner den Stempel des ständigen Zweiten verpasst.

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Beitrag von Jakob Rüger

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