Altglienickes Trainer Karsten Heine gestikuliert während des Spiels. Bild: imago/Matthias Koch
Bild: imago/Matthias Koch

Regionalliga Nordost | 18. Spieltag - "Wir wollen Dominanz ausstrahlen"

Der Rückrundenauftakt in der Regionalliga Nordost bietet gleich zwei echte Spitzenspiele: Samstag empfängt die VSG Altglienicke Energie Cottbus im Duell um Platz eins, schon am Freitag duellieren sich die Verfolger Hertha II und Lok Leipzig.  

VSG Altglienicke - Energie Cottbus

Verhaltene Party-Stimmung in Altglienicke: Das Überraschungsteam von Trainer Karsten Heine hat seine gute Form tatsächlich bis zum Hinrundenende beibehalten und sich zum inoffiziellen Halbjahres-Meister gekürt. Zur Belohnung gibt es jetzt ein echtes Spitzenspiel im Jahn-Sportpark, denn die VSG empfängt Energie Cottbus (Samstag, 13:30 Uhr).

Die Lausitzer sind zwar noch nicht wieder das furchteinflössende Spitzenteam von vor zwei Jahren, aber nach zwölf Ligaspielen ohne Niederlage ist Energie definitiv zurück im Aufstiegsrennen. Jetzt wollen die Cottbuser mit einem Sieg zum ersten Mal in dieser Saison die Tabellenführung übernehmen.   

Drei Fragen an: Karstein Heine, Trainer VSG Altglienicke

  • Hinrundenmeisterschaft

  • Spitzenspiel

  • Aufstieg

Hertha BSC II - Lok Leipzig

Schon am Freitagabend (18 Uhr) steigt im Amateurstadion der Hertha das Spitzenspiel light, wenn man so will. Im Schatten des Duells an der Tabellenspitze empfängt der Tabellenvierte Hertha II den Dritten Lok Leipzig. Gut möglich, dass einer dieser beiden nach dem Spieltag erster Verfolger des Spitzenreiters ist. Die Formkurve spricht für die Gäste: Während Leipzig seit neun Spielen ungeschlagen ist, konnte die Zweitvertretung des Bundesligisten nur eines der letzten fünf Spiel gewinnen.

Herthas bisher so starker Angriff (47 Tore) schwächelte zuletzt ein wenig, nur fünf Treffer gelangen dem Sturm um Kiprit, Dardai, Ngankam und Co in den letzten sechs Spielen. Auf der Torhüterposition muss Trainer Andreas Neuendorf wohl noch einmal auf Dennis Smarsch verzichten, der für den rotgesperrten Rune Jarstein in den Profikader rücken dürfte. Immerhin gab es dafür gegen Erfurt von den Profis Mittelfeldspieler Eduard Löwen als "Leihgabe" - mal sehen, ob auch diesmal ein Bundesligaspieler aushilft. 

Bischofswerdaer FV - Berliner AK

Beim Berliner AK ging es zuletzt zaghaft bergauf, einem Unentschieden gegen Chemie Leipzig folgte gegen Babelsberg der erste Sieg nach fünf Spielen. Damit hat der BAK nun zumindest den Anschluss ans Tabellenmittelfeld geschafft.

Das ursprüngliche Saisonziel, die Tabellenspitze, ist längst kein Thema für die Berliner, aber zumindest eine erfolgreiche Rückrunde können sie nun in Bischofswerda starten (Samstag 13:30 Uhr). Dafür sollte beim Tabellenschlusslicht der zweite Sieg in Serie eingefahren werden.

Rot-Weiß Erfurt - FC Viktoria Berlin

Viktoria Berlin steht ziemlich genau im Mittelfeld der Tabelle, weil dem Team in den Duellen mit den Spitzenteams die Qualität fehlt (drei Niederlagen und ein Unentschieden gegen die Top Vier) und man sich in der Hinrunde gegen den Rest der Liga das ein oder andere Unentschieden zu viel erlaubte (insgesamt neun). Immerhin: Viktoria ist recht stabil, schwer zu schlagen und erlebt eine ruhige Spielzeit.

Das kann man von Rot-Weiß Erfurt nicht behaupten. Der ehemalige Zweit- und Drittligist hat längst allen Glanz vergangener Zeiten verloren, in dieser Saison bereits seinen Trainer entlassen und nur eins der letzten sieben Spiele gewonnen. Ob sich die Erfurter in der Rückrunde noch intensiv mit dem Thema Abstiegskampf beschäftigen müssen, hängt auch davon ab, was in der dritten Liga passiert. Aktuell stehen dort mit Chemnitz und Jena gleich zwei potentielle Nordost-Regionalligisten auf den Abstiegsplätzen.

SV Babelsberg 03 - BFC Dynamo

Noch tiefer als Erfurt steckt der SV Babelsberg im Abstiegskampf. Die Potsdamer konnten in der kompletten Hinrunde nur ein einziges Spiel gewinnen, der erhoffte Effekt durch Sieg und Trainerwechsel blieben aus - zuletzt gab es nochmal zwei Niederlagen in Serie. Jetzt soll es zum Rückrundenstart einen "Neustart" geben, hofft der SVB auf seiner Homepage. Immerhin darf gegen den BFC (Sonntag 13:30 Uhr) Abwehrchef Noah Awassi nach seiner Sperre wieder mitwirken.

Der BFC Dynamo dagegen steht entspannt im Tabellenmittelfeld - zehn Punkte vor den Abstiegsrängen und elf Punkte hinter der Spitze. Immerhin fünf Spiele hat Dynamo zuletzt nicht verloren. Im Hinspiel gab es ein deutliches 3:1 für den BFC, auch jetzt sind die Berliner der Favorit - zuletzt gab es einen Sieg gegen den ehemals ambitionierten Wacker Nordhausen.

Union Fürstenwalde - ZFC Meuselwitz

Das Tabellenmittelfeld ist auch die Heimat von Union Fürstenwalde. Zum Hinrundenabschluss gab es einen 3:1-Sieg gegen Optik Rathenow, dabei überzeugte der FSV vor allem in der ersten Halbzeit (3:0).

Mit dem ZFC Meuselwitz wartet nun der nächste Klub aus der unteren Tabellenregion auf Fürstenwalde. Meuselwitz sammelte zuletzt gegen die Konkurrenten aus dem Tabellenkeller wichtige Punkte mit Siegen gegen Chemie Leipzig und Babelsberg, sowie einem Unentschieden gegen Bischofswerda. Damit haben die Thüringer erstmal ein kleines Polster zwischen die Abstiegsränge und sich selbst gebracht.

SV Lichtenberg 47 - VfB Auerbach

Dass Neuling Lichtenberg 47 sich erstaunlich schnell in der Regionalliga akklimatisiert hat, ist mittlerweile bekannt. In der Rückrunde wird sich aber kein Team mehr vom präzisen Konterfußball des Teams von Uwe Lehmann überraschen lassen. Es wird auch deshalb spannend, ob Lichtenberg die starken Leistungen der Hinrunde bestätigen kann.

Zum Start kommen die eher auswärtsschwachen Auerbacher ins Poststadion nach Mitte. Die Sachsen haben sich im Laufe der Hinrunde ebenfalls ins Tabellenmittelfeld gearbeitet, konnten zuletzt gegen Fürstenwalde und Halberstadt gewinnen und spielen auf den ersten Blick meist Alles-oder-Nichts: Erst zwei Partien mit Auerbacher Beteiligung endeten Unentschieden, das letzte Mal im August. 

Germania Halberstadt - Optik Rathenow

Abstiegskampf in Halberstadt, wenn Germania Halberstadt Rathenow empfängt: Die Halberstädte legten zuletzt drei Niederlagen in Folge hin und sind wieder tief im Tabellenkeller angekommen.   

Dort ist auch Optik Rathenow seit Saisonbeginn zu Hause. Letzte Saison bereits nur mit Glück vor dem Abstieg bewahrt, dürfte es erneut eng werden für die Rathenower. Nach der jüngsten Niederlage bei Union Fürstenwalde (1:3) erklärte Trainer Ingo Kahlisch: "Ein Fußballspiel hat von uns nicht stattgefunden. Bis Dienstag hat jeder Zeit sich zu hinterfragen, ob wir mit solch einer Leistung in die Regionalliga gehören." Sonntag (13:30 Uhr) braucht sein Team eine andere Leistung und dringend Punkte.

Sendung: UM6, 05.12.2019

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