Antje Möldner-Schmidt
Audio: Antenne Brandenburg | 23.01.2020 | Andreas Friebel | Bild: imago images / Sven Simon

rbb exklusiv - Leichtathletin Antje Möldner-Schmidt beendet Karriere

Sie hat den Krebs besiegt. Sich nach einer schweren Fußverletzung zurückgekämpft. Aber nun ist Schluss: Antje Möldner-Schmidt, eine der erfolgreichsten Lausitzer Leichtathletinnen, hat ihren Rücktritt erklärt. Von Andreas Friebel

Die Hindernisläuferin Antje Möldner-Schmidt beendet ihre Karriere. "Ich freue mich auf die Zeit danach. Aber es ist ein großer Schritt", sagt sie im Interview mit rbb|24.

Möldner-Schmidt kämpft mit den Tränen, als sie sich die Zielreportage ihres größten sportlichen Triumphes noch einmal anschaut. 2014 - vier Jahre nachdem bei ihr ein Tumor diagnostiziert worden war - gewann sie den EM-Titel im 3.000-Meter-Hindernislauf in Zürich. "Da werde ich gleich wieder sehr emotional. Es ist schwer, hinter den Leistungssport einen Haken zu machen, wenn man dort von Klein auf drin steckt."

Antje Möldner Schmidt
Antje Möldner-Schmidt kommen die Tränen, als sie auf die Höhepunkte ihrer Karriere zurückblickt. | Bild: rbb|24

So blickt die gebürtige Potsdamerin auch mit etwas Wehmut auf ihre sportliche Laufbahn zurück und auf einen besonderen Moment während der Olympischen Spiele 2012 in London, als sie sich für das Finale qualifizierte. "Ich weiß noch, da stand ein älterer Mann in der Mixzone, der mir sagte, dass ich ein Vorbild für ihn bin. Denn er hatte dieselbe Krebs-Erkrankung, die ich gerade überstanden hatte."

Fußverletzung verhindert erneutes Comeback

Der Abschied vom Leistungssport kommt nicht freiwillig. Antje Möldner-Schmidt ist eine Kämpferin, für die Aufgeben nie in Frage kam. Das war 2010 nach ihrer Krebserkrankung so. Und auch 2017, als ihre Karriere nach einer Fußverletzung schon zu Ende schien. Aber die 35-Jährige kam zurück und qualifizierte sich noch einmal für die Europameisterschaften in Berlin. Doch nun zwingt ihr Körper sie, Schluss zu machen.

Eine schwierige Fußverletzung stand einem dritten Comeback im Weg. "Ähnlich wie damals am rechten Knöchel hat sich auch am linken ein Überbein gebildet, das weggemacht wurde. Dadurch hat sich auch die Sehnenscheide selbst entzündet. Ich hatte ständig Schmerzen." Um weiter Leistungssport betreiben zu können, hätte Möldner-Schmidt noch einmal operiert werden müssen. "Danach wäre es schwer geworden, noch mal an alte Leistungen heranzukommen beziehungsweise den Körper noch mal so zu fordern."

"Das Leben mit der Familie kann ich künftig noch mehr genießen"

Täglich zwei Mal zehn Kilometer war die Cottbuserin in ihren Hochphasen gelaufen. Flog um die halbe Welt, um in Südafrika oder den Schweizer Alpen an Höhentrainingslagern teilzunehmen. Wochenlang war sie deshalb von Töchterchen Lillie Marie und Ehemann Lars getrennt. "Das Leben mit der Familie kann ich künftig noch mehr genießen, weil ich jetzt auch viel mehr mitbekomme. Videotelefonieren im Trainingslager ersetzt nicht gemeinsame Zeit."

Das Ende ihrer sportlichen Laufbahn, ist zugleich auch ein beruflicher Neuanfang. Denn künftig wird Antje Möldner-Schmidt als Kontroll- und Streifenbeamtin bei der Bundespolizei arbeiten.

Sendung: rbbum6, 22.01.2020, 18:00 Uhr

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