Das Berliner Sechstagerennen im Velodrom. / imago images/Mario Stiehl
Audio: Inforadio | 23.01.2020 | Dennis Wiese | Bild: imago images/Mario Stiehl

Berliner Velodrom - Sechs Gründe für einen Besuch beim Sechstagerennen

Zum 109. Mal drehen die Radsportler ihre Runden auf der Berliner Bahn. Sechs Tage lang - vom 23. bis 28. Januar. Für die Sportler bedeutet das: schöne Grüße von den Oberschenkeln und dem Hintern. Und für Sie? Sechs Gründe, warum Sie dabei sein sollten. Von Dennis Wiese 

1. Einmal den Sportpalastwalzer mitpfeifen

Diddel-diddel-diddel-didd - pfff, pfff, pfff, pfff!

Ist klar, oder?

Seit 1909 gibt es das Berliner Sechstagerennen, seit 1923 ist der Walzer "Wiener Praterleben" die inoffizielle Hymne. Vor knapp einhundert Jahren wurde das Rennen im Sportpalast in der Potsdamer Straße ausgetragen. Deshalb ist das Lied in Berlin auch als "Sportpalastwalzer" besser bekannt.

Reinhold "Krücke" Habisch, damals großer Fan des Berliner Sechstagerennens, soll der erste gewesen sein, der die Töne zwischen den Walzertakten mitgepfiffen hat. Diese Tradition besteht bis heute. Also: Trillerpfeife einstecken und den Sportpalastwalzer mitpfeifen.

2. Olympiasiegerin und Weltmeisterin Miriam Welte sitzt ein letztes Mal im Sattel

Bei den schnellen Frauen gehörte sie zu den allerbesten: Miriam Welte, 33 Jahre alt, brauner Zopf, freundliches Lächeln, muskelbepackte Oberschenkel. Die Sprinterin wurde Olympiasiegerin und sechsmalige Weltmeisterin.

Vergangenen September beendete die langjährige Bahnrad-Partnerin von Kristina Vogel plötzlich und unerwartet ihre große Karriere. Seitdem nahm sie an keinem Radrennen mehr teil. Beim Berliner Sechstagerennen geht Miriam Welte ein letztes Mal an den Start. Nur in Berlin gibt es den Sprint-Wettkampf der Frauen.

3. Auftakt ins (Berliner) Super-Bahnrad-Jahr

Das Sechstagerennen steht jedes Jahr fett im Berliner Sportkalender. 2020 sind die Sixdays aber nur der Auftakt. Schon vom 26. Februar bis 1. März kommt die Weltspitze zurück ins Velodrom, dann stehen die Weltmeisterschaften auf der Bahn an.

Titelverteidiger im Zweier-Mannschaftsfahren ist der Berliner Theo Reinhardt, der bei der WM mit seinem Cottbuser Partner Roger Kluge an den Start geht. Das ganz große Ziel der beiden sind aber die Olympischen Spiele (und natürlich die Bahnrad-Wettkämpfe) in Tokio Anfang August.  

4. Hochgeschwindigkeitssport mit Partymusik und insgesamt 50.000 Zuschauern

Bei offiziellen Wettbewerben im Bahnradsport geht es eher ruhig zu. Keine Musik, wenige Zuschauer. Ganz klar: Da steht der Sport im Vordergrund. Das Sechstagerennen bietet schon immer eine spannende Mischung: Die sportlichen Leistungen und launige Atmosphäre sind eng verbunden.

Aus den Boxen dröhnt, je nach Motto, Schlager- oder Partymusik, aus den Zapfhähnen schäumen die Kaltgetränke und auf der Bahn geben die Fahrer alles. Insgesamt kommen rund 50.000 (feier-, aber auch radsportbegeisterte) Zuschauer zu den sechs Abenden.

5. Titelverteidiger und Lokalmatador Theo Reinhardt zujubeln

Theo Reinhardt ist im Velodrom zuhause. Nicht weit entfernt von der Halle an der Landsberger Allee ist der Berliner Radprofi groß geworden. Hier hat er in seiner Jugend tausende Kilometer zurückgelegt. Und im vergangenen Jahr konnte er, mit der Familie und vielen Fans in der Halle, zum ersten Mal 'sein' Berliner Sechstagerennen gewinnen.

Weltmeister im Zweier-Mannschaftsfahren wurde Reinhardt in den vergangenen beiden Jahren auch. Beim Sechstagrennen bildet er nun mit dem Franzosen Morgan Kneisky ein Team (siehe Infokasten).

6. Das Derny-Knattern hören

Hört man sich bei den Sixdays-Zuschauern nach ihrem Highlight um, lautet die Antwort häufig: das Derny-Rennen. Warum? Die Lautstärke, der Gestank, das Adrenalin. Das gehört ganz einfach dazu.

Für diejenigen, die sich wundern: Bei den Derny-Rennen knattert vor dem Renn- ein Motorrad. Der Schrittmacher sorgt für Tempo, Windschatten und - Jahr für Jahr - für viel Begeisterung.

Sendung: rbb UM6, 21.01.2020, 18:00 Uhr

Beitrag von Dennis Wiese

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