Alba-Center Landry Nnoko im Pokal-Halbfinale in Bamberg. / imago images/HMB-Media
Audio: Inforadio | 12.01.2019 | Florian Weber | Bild: imago images/HMB-Media

82:66-Sieg in Bamberg - Alba Berlin schafft die Revanche - und steht im Pokalfinale

Das war deutlich: Alba ist mit einem 82:66 (42:36)-Sieg in Bamberg ins Pokalfinale eingezogen. Damit glückte den Berlinern die Revanche für die Endspiel-Pleite im Vorjahr. In den Minuten nach der Pause distanzierte Alba den Gegner mit Hochglanz-Basketball.

Die 300 mitgereisten Fans in Gelb und Blau waren im Feier-Modus - und das schon lange, bevor die Schlusssirene ertönte. Mit phasenweise furiosem Tempo-Basketball wies Alba Berlin am Sonntagabend Titelverteidiger Bamberg in die Schranken. Durch ein 82:66 (42:36) zogen die Berliner am Ort der bitteren Endspiel-Pleite der Vorsaison souverän ins Pokalfinale ein und haben nun die Chance auf den ersten Titel unter Coach Aito Garcia Reneses. Gegner ist am 16. Februar Oldenburg - und Alba hat Heimrecht. Das ergab die Auslosung nach dem Duell.

Bamberg kämpft und kämpft

Die ersten beiden Punkte waren in gewisser Weise bereits symptomatisch für das, was in der ersten Phase des Spiels folgen sollte. Albas wuchtiger Center Landry Nnoko setzte unter dem Korb all seine Kraft und Physis ein. Und er traf. Zu diesem Zeitpunkt zeigten die Gastgeber noch konsequent das, was sie sich vorgenommen hatten: Mit hoher Intensität machten sie Berlin das Leben schwer. Es war ein Spiel auf absoluter Augenhöhe. Die Führung wechselte hin und her.

Mitte des zweiten Viertels ließ sich zum ersten Mal erahnen, zu was Alba an diesem Abend fähig war. Sie brachten Tempo ins Spiel - und zogen zwischenzeitlich auf neun Punkte davon (42:33). Immer wieder zeigte sich, wie wertvoll Rückkehrer Peyton Siva für sein Team ist. Zur Pause betrug der Vorsprung noch sechs Punkte. Nichts Großes in der Basketball-Welt. Alles schien möglich. Gerade von außen hatten die Berliner noch Reserven. Nur vier von 14 Versuchen waren erfolgreich. Im Rebound-Duell unter den Körben glänzten sie hingegen.

Alba enteilt

Doch nach der Pause kamen die Albatrosse richtig in Schwung - und Bamberg wirkte vor allem eines: ziemlich verzweifelt. Während die Berliner mit traumwandlischer Sicherheit Pass um Pass über das Feld jagten, verloren die Hausherren zunehmend den Zugriff - auf ihre Gegner und damit auch auf das gesamte Spiel. Es war Alba-Basketball at its best! Punkt um Punkt brachten das Team von Trainer Aito Garcia Reneses zwischen sich und die Bamberger. Und das in ebenso hoher Geschwindigkeit, wie sie ihre Aktionen auf dem Parkett hinlegten.

Auch zwei Auszeiten binnen kürzester Zeit retteten Bamberg nicht. 28:7 endete das dritte Viertel in der Einzelbetrachtung. Es war eine Machtdemonstration - oder, wie es Alba -Kapitän Niels Giffey beim TV-Sender Magentasport sagte: "Es war eine große Energieleistung, auch defensiv war es richtig gut von uns". Mit einer 70:43-Führung gingen die Albatrosse so den Schlussabschnitt. Die 300 mitgereisten Fans feierten. Am Finaleinzug bestanden längt keine Zweifel mehr. Dort heißt der Gegner nun Oldenburg. Und die Chancen der Berliner auf den ersten Titel in der Aito-Ära sind vielleicht größer denn je.

Das Endspiel und die große Frage: Wo kann gespielt werden?

Zumal die Alba-Anhänger kurz nach der Schlusssirene sogar noch einmal jubeln durften. Bei der Auslosung in der Halle wurde den Hauptstädtern das Heimrecht zugelost. Wo genau das Spiel stattfindet, ist allerdings noch unklar - und selbst ein Umzug in eine andere Stadt nicht vollends ausgeschlossen. Der Grund: Die Arena am Ostbahnhof als normale Spielstätte ist am Finaltermin durch ein Eishockey-Spiel der Eisbären Berlin belegt. "Wir haben schon vorher geschaut, was wir da tun können, wir sind da aber noch nicht zum Abschluss gekommen. Wir hoffen in den nächsten Tagen melden zu können, wo das Spiel stattfindet", sagte Alba-Geschäftsführer Marco Baldi.

Sendung: Inforadio, 12.01.2020, 20:15 Uhr

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